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Ein Herz geht auf große Reise

Simo Welz aus Neumünster Ein Herz geht auf große Reise

Das Bild „Lonely Only Love“ von Künstler Simo Welz aus Neumünster wird in Österreich versteigert. Dafür geht der 36-Jährige mit seiner Arbeit, in der er Eierschalen verarbeitet hat, auf große Reisen. Sein Entdecker, Künstler Hilmar Friedrich, hält viel von Welz und seiner Kunst.

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Simo Welz mit seinem früheren Lehrer und Künstlerfreund Hilmar Friedrich (rechts) und dem Bild Lonely Only Love, in dem auch Eierschalen-Material für das Herz-Stück verarbeitet wurde.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Polnische Auslandserfahrung hat Simo Welz schon durch zwei Gemeinschaftsprojekte. Jetzt zieht es den 36-jährigen Künstler aus Neumünster in Richtung Süden: Bei einem Charity-Projekt soll im Juli in Oberösterreich sein Bild “Lonely Only Love“ versteigert werden.

 Nach Neumünster kam Welz im Alter von sechs Jahren aus Hannover mit Mutter und Bruder ins Frauenhaus, wuchs als Schlüsselkind auf und suchte nach der Realschule Orientierung in vielen Berufen seine Bestimmung. Nicht zuletzt ein Buch der US-Therapeutin Alice Miller zeigte den Weg zur Kunst auf.

 2004, Welz kam gerade mit Gitarre über der Schulter und langen, blau gefärbten Haaren aus Wacken zurück, sprach ihn der Neumünsteraner Künstler Hilmar Friedrich auf der Straße an. „Blau ist meine Lieblingsfarbe, ich wollte ihn malen.“ Der Unterricht in Akt und Porträtmalerei im Atelier in der Wasbeker Straße war nicht Welz’ Ding. „Er ging bald seinen eigenen Weg“, sagt Friedrich.

 2006 und 2007 waren beide zu den international besetzten Symposien eingeladen, die Neumünsters polnische Partnerstadt Koszalin im Nachbarort Osiecki an der Ostsee ausrichtet. Die Zeitung lobte ihn als „frisch, frech, plakativ – den deutschen Jean-Michel Basquiat“, einen Afroamerikaner, der den Durchbruch in die „weiße Kunst“ schaffte.

 Es folgten sechs Einzelausstellungen in Neumünster, unter anderem in der Bürgergalerie und dem Friedrich-Ebert-Krankenhaus. Dort war Welz mit dem zwei mal zwei Meter großen, auf Leinwand geklebten „Lie To Me“ zu sehen: rotes Herz auf schwarzem Hintergrund, benannt nach dem Song von Jon Bon Jovi. Letzte Ausstellungsstation: zusammen mit Friedrich und Kurt Schulzke in Wentorf bei Hamburg.

 Ein Herz geht auch mit auf die Reise ins österreichische Kirchhof; der Kontakt zum Charity-Projekt-Mann Harald Mayr kam via Facebook zustande. Welz erhofft sich von der Aktion Kontakte. In seinem Freigeist-Stil verarbeitet Welz „alles, was ich in die Hand kriege und Pigmente aufweist“: Acryl-, Öl- und Aquarellfarben ebenso wie Bindfaden, Zeitungspapier und Eierschalen.

 Was Friedrich von seinem einstigen Schüler und heutigen Künstlerfreund hält? „Ich wünsche ihm, dass er mit seiner Kunst noch mehr Erfolg hat. Ich schätze sie sehr.“

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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