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„Wir sind wie eine kleine Familie“

Geselligkeit beim Sommerfest „Wir sind wie eine kleine Familie“

Einige kommen für eine Nacht, andere bleiben drei Monate. Die Gründe sind unterschiedlich, warum sie in Not gerieten und ihre Wohnung verloren haben. Und eine große Runde kommt werktags für eine warme Mahlzeit. Zum Sommerfest der Übernachtungs- und Tagesstätte der Diakonie erschienen rund 70 Menschen.

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Fühlen sich wie eine kleine Familie und freuten sich beim Sommerfest auf die Geselligkeit – und natürlich das Essen: (von links) Willi Peter, Joachim Kuehn, Bettina Böttcher, Heike Armbrus und Annika Wilcken.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Heike Armbrus, Annika Wilcken, Bettina Böttcher, Joachim Kuehn und Willi Peter sitzen an einem Tisch. „Wir sind wie eine kleine Familie“, sagen sie. Und die feiert an diesem Sonntag auf dem Gelände an der Gasstraße. Kaffee und Kuchen gibt es, aber vor allem Grillfleisch, Würstchen und Salate. Bis auf Bettina Böttcher haben alle eigene Wohnungen in Neumünster. Aber sie kommen gerne mittags in die Tagesstätte. „Wir sind Stammkunden.“ Hier wird geklönt, und es gibt immer ein offenes Ohr und Hilfe bei Problemen. „Wir müssen unbedingt mal die Chefs loben“, sagt Heike Armbrus. Denn Hans-Jürgen Bröcker und Harald Töller seien „einfach klasse“!

 Bettina Böttcher ist wohnungslos. Seit Montag ist sie wieder in der Übernachtungsstätte. Ihre Wohnung war ihr gekündigt worden, sie wurde zu teuer. „Bezahlbare Sozialwohnungen sind sehr schwer zu finden“, erzählt sie. Die Zahlen belegen das. Allein im ersten Halbjahr 2016 zählten Bröcker und Töller knapp 190 Wohnungslose, denen sie geholfen haben. 22 Plätze, davon sieben für Frauen, bietet die Einrichtung der Diakonie. Die Klientel wird immer jünger. „Viele schaffen es nicht, eine eigene Wohnung zu halten“, sagt Bröcker. Oder sie haben Stress mit den Eltern. „Das ist wie eine Drehtür hier“, ergänzt Töller. Die jungen Leute werden in der Übernachtungsstätte aufgenommen, dann vermittelt, sind ein paar Monate weg, und plötzlich stehen sie wieder vor der Tür. „Das ist oft enttäuschend“, erklärt Töller. Vor allem wenn Partys, Alkohol oder Drogen die Gründe sind.

 Von Not und Sorgen ist am Sonntagnachmittag wenig zu spüren. An diesem Tag wird das Sommerfest gefeiert. Nach dem Essen standen Spiele auf dem Programm: Torwandschießen, Darten und Dosenwerfen. Wer die meisten Punkte erzielte, durfte sich als erstes einen Preis vom großen Tisch aussuchen. Da stand eine Kaffeemaschine, Bügeleisen, Toaster, Fußbälle, aber auch Schuhe, Jacken und ein Rucksack.

 „Im vergangenen Jahr hatte ich Glück beim Darten“, erzählt Heike Armbrus. Sie traf genau in die Mitte, das gab Punkte! Sie war die Siegerin des Tages und wählte ein Waffeleisen aus den Spenden. Für jeden gibt es einen Preis.

 Noch ein Kaffee, dann waren das Fleisch und die Würstchen gar. Stärkung für den kleinen Wettkampf. Doch der Spaß stand im Vordergrund. Und eben die Geselligkeit.

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