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Wo Pokemon hüpfen, sind Jäger nicht weit

Tierpark mit Sonderöffnung Wo Pokemon hüpfen, sind Jäger nicht weit

Ein wildes Habitak ist im Eisbärengehege des Tierparks gesichtet worden, auf dem Großflecken läuft ein Pummeluff, neben der Vicelinkirche wird Jagd auf Rattfatz gemacht. All’ diese seltsamen Kreaturen gehören zum Pokemon-Go-Spiel, das auf den Smartphones vieler Neumünsteraner Einzug gehalten hat.

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Fenja Reimers (von links), Ira Andresen und Henning Völl haben es sich auf einer Decke auf der Rasenfläche neben der Vicelinkirche gemütlich gemacht und ihre Smartphones gezückt. Hier sind sie nicht alleine: Für Pokemon-Go-Spieler ist das eine lukrative Location.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Pokemon, so heißen die kleinen Taschenmonster, müssen mit virtuellen Bällen beworfen und eingefangen werden. Sind alle Bälle verbraucht, lädt man seinen Vorrat kostenlos an sogenannten Pokestops wieder auf. Diese Stationen sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt, in ihrer Nähe tauchen auch schon mal seltenere Monsterchen auf – und mit ihnen die Spieler.

 Zum Beispiel an der Vicelinkirche am Kleinflecken. Auf der Wiese haben es sich mehrere Jugendliche auf Decken gemütlich gemacht, chillen, klönen, und fangen nebenbei ein Traumato oder Nebulak. „Das sind alles freundliche Leute“, sagt Pastor Gerson Seiß. Einige hat er angesprochen, sich das Spiel sogar erklären lassen. „Die Leute lernen sich hier kennen, es ist fast ein bisschen Happening-Feeling“, sagt er. Wenn der Müll nicht wäre ... Der Küster muss einiges aufsammeln. Mit Zetteln an den Bäumen und an der Kirchentür bittet die Gemeinde um Rücksicht. Kein Problem für Fenja Reimers (19), Ira Andresen (19) und Henning Völl (21). Sie wollen nicht stören, nur ein bisschen spielen.

Neumünster . Ein wildes Habitak ist im Eisbärengehege des Tierparks gesichtet worden, Taubsi springt am Zaun der Kranichwiese. Mitten auf dem Großflecken läuft ein Pummeluff, und auf der Wiese neben der Vicelinkirche wird Jagd auf Rattfatz gemacht. All’ diese seltsamen Kreaturen gehören zum Pokemon-Go-Spiel, das auf den Smartphones vieler Neumünsteraner Einzug gehalten hat. Der Tierpark öffnet Freitag extra für die Liebhaber dieser Spezies.

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 Doch es gibt auch unentspanntere Spieler. Die bequemen sich mit dem Auto zur Vicelinkirche, parken die Straße zu, hören laut Musik, während sie Ibitak, Jurob oder Rattikarl nachstellen. Pastor Seiß wiegelt ab, „auch die sind einsichtig, wenn wir sie auf die Probleme hinweisen.“

 Anton und Pablo (beide 16) sitzen vor der Kirche und laden sich neue Bälle. „Wir sind fast jeden Tag hier“, erzählen die Schüler. Zu Hause in Einfeld gebe es nicht viele Pokemon ... Nicole Urbach (38) schlendert mit Tochter Kim Weber (16) über den Kleinflecken. „Einen Moment, den hier will ich noch schnell fangen“, sagt die Mutter. Dann erzählen beide, dass sie in der Stadt gerne auf die Jagd gehen.

 Jede Menge Pokestops gibt es auch auf dem Friedhof an der Plöner Straße. Es sind aber nicht viele Pokemon-Jäger, die hier spielen. „Der eine oder andere ist gesichtet worden“, sagt der stellvertretende Friedhofsleiter Klaus Grams. Beschwerden über pietätlose Gamer hat er nicht gehört. „Ich spiele nicht auf dem Friedhof, irgendwo ist auch eine Grenze“, sagt Fenja Reimers.

 Die seltsamen Tierchen haben auch im Tierpark in der Geerdtsstraße Einzug gehalten, und mit ihnen immer mehr Jugendliche, die plötzlich ihre Familien beim Ausflug begleiten wollen. Mehr als ein Dutzend Pokestops und eine Arena sind hier zu finden – und seltene Wasserpokemon! „Das soll ganz toll sein“, sagt die zoologische Leiterin der Tierparkvereinigung. Eine Win-Win-Situation: Am Freitag, 12. August, öffnet der Tierpark von 19 bis 21 Uhr extra für Pokemon-Jäger. 3 Euro kostet der Eintritt (Jahres- und Mitgliedskarten haben bei dieser Sonderaktion keine Gültigkeit). Die Tierhäuser sind dann zwar geschlossen, aber die Pokestops können gedreht werden. Das Bistrorant ist geöffnet, hier und im Zooshop-Bereich werden extra Handy-Ladestationen angeboten, falls der eine oder andere Akku schlapp macht.

 Übrigens, Pikachu soll schon mehrfach im Tierpark gesichtet worden sein ...

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