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Ministerin verteilte Brötchen

Gegen häusliche Gewalt Ministerin verteilte Brötchen

„Gewalt kommt nicht in die Tüte“ lautet das Motto auch der 13. landesweiten Aktionswoche gegen häusliche Gewalt. Und damit möglichst viele für das Thema sensibilisiert werden, haben 60 Bäckereien in diesen Tagen ihr Brot, die Croissants oder Mandelhörnchen in besonderen Tüten verkauft.

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Zum Abschluss der Aktionswoche „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ verteilte Sozialministerin Kristin Alheit (von links) in Neumünster Brötchentüten. Auch Heide Marquardt bekam eine. JVA-Bäckermeister Lars Heimann, Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger und Maren Andresen, Landesinnungsmeisterin des Bäckerhandwerks, überraschten Passanten ebenfalls mit Brötchen.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Zum Abschluss kam Sozialministerin Kristin Alheit am Freitag nach Neumünster und verschenkte von den Bäckern gespendete Brötchen, natürlich in den Aktionstüten, die auf das Thema Gewalt und Hilfsangebote hinweisen.

 Das Thema ist nicht neu, aber leider aktuell. In diesem Jahr nahm die Polizei in Neumünster bisher 155 Fälle von häuslicher Gewalt auf, erklärt Polizeihauptkommissarin Petra Strahl, Leiterin der Präventionsstelle. 90 Prozent der Opfer sind Frauen. 35 sogenannte Wegweisungen wurden ausgesprochen, mit denen der Täter bis zu 14 Tage aus der Wohnung verwiesen wird. Dazu kommen 23 Platzverweise, fünf Männer mussten sogar in Gewahrsam genommen werden, „die waren überhaupt nicht einsichtig“.

 Nicht alle Opfer wenden sich an die Polizei. 54 Frauen meldeten sich auch direkt beim Notruf Neumünster, der örtlichen Fachberatungsstelle. Das Autonome Frauenhaus nahm 2016 bis jetzt 111 Frauen in ihren Schutzräumen auf. Die meisten Gewalttaten werden hinter verschlossenen Türen verübt. In den betroffenen Neumünsteraner Familien sind dieses Jahr auch 167 Kinder mit Gewalthandlungen konfrontiert worden. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Wie Mo-Corazon Seehawer vom Notruf sagt, liegt die Dunkelziffer zehn- bis zwölfmal höher.

 Ein breites Bündnis versucht deshalb, das Thema in die Gesellschaft zu tragen, Hilfe anzubieten – und letztlich damit die Zahlen zu senken. Bei der Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ kooperieren die Bäcker mit den Gleichstellungsbeauftragten und den lokalen Bündnissen gegen häusliche Gewalt. Um die Tüten (und das Thema) möglichst breit zu streuen, wurden in dieser Woche in Neumünster auch viele Brötchen verschenkt: 1200 Stück in 16 Kindertageseinrichtungen, dazu 300 noch einmal am Freitagmorgen mit Ministerin Alheit, Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger und Maren Andresen, Landesinnungsmeisterin der Bäcker. Vor der Markt-Passage am Großflecken freuten sich die Passanten über den Beitrag zum zweiten Frühstück.

 Am Abend wurde es dann auf dem Rathausvorplatz laut. Zum internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ hatte das örtliche Frauenhaus zur Veranstaltung „Krach gegen Gewalt“ eingeladen, um lautstark auf ihre aktuelle Situation hinzuweisen. Seit Monaten ist das Neumünsteraner Haus voll ausgelastet.

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Ein Artikel von
Anja Rüstmann
Holsteiner Zeitung

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