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Kommt ein Kessel geflogen ...

Bau einer Power-to-Heat-Anlage Kommt ein Kessel geflogen ...

Es war kurz vor Mitternacht, als der Schwertransport aus Norwegen auf das Gelände der Stadtwerke an der Bismarckstraße rollte. Von weißer Plastikfolie ummantelt hatte der Lkw einen riesigen Kessel geladen. Mit ihm soll ab Ende April überschüssiger Strom in Fernwärme umgewandelt werden.

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Verpackt in weißer Kunststofffolie war der große Kessel in der Nacht zum Montag in Neumünster angekommen. Am Vormittag hievten ihn zwei Kräne langsam in die Höhe.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. „Power-to-Heat-Anlage“ nennt sich das Konstrukt. Die Anlage wird eingesetzt, um die großen Differenzen zwischen Stromerzeugung und -verbrauch auszugleichen. Gerade durch die Erneuerbaren Energien ist – vor allen an windreichen Tagen – ein enormer Überschuss an Strom vorhanden. Mit einer Leistung von 20 Megawatt und einer Verfügbarkeit innerhalb weniger Minuten kann die Anlage das Problem bald lösen.

 Die Wände des Kesselhauses stehen, Montag sollte der überdimensionale Boiler in sein neues Zuhause gehievt werden. Zwei Kräne waren dafür angerückt. Projektleiterin Alexandra Doll von der Firma Enerstorage aus München blickte erwartungsvoll auf den Koloss, der an die Baustelle herangefahren wurde. Matthias Schmuderer, Gründungsgesellschafter von Enerstorage, mahnte zur Sorgfalt und bat, langsam und exakt zu arbeiten. „Die Elektroden sind das Herzstück des Kessels“, erklärte er.

 Aus der liegenden Position vom Lkw musste der Kessel in die Senkrechte gedreht werden. Bei einem Gewicht von 19 Tonnen keine einfache Aufgabe, zumal es kurzfristig auch noch unterschiedliche Gewichtsangaben gab, die den Kranführer nachdenklich werden ließen und den Akt noch einmal verzögerten.

 „Das Drehen ist eine Kunst“, betonte Schmuderer, und es sollte tatsächlich filigrane Maßarbeit werden. SWN-Mitarbeiter und die norwegischen Überbringer der Firma Parat aus Flekkefjord bereiteten alles minutiös vor, um im Zeitlupentempo den Kessel aufzurichten, dann hochkant in luftige Höhe zu schicken und von oben ins Kesselhaus einzusetzen.

 Besonders gedämmt werden muss das Kesselhaus nicht, der Boiler arbeitet weder laut noch wird er sehr heiß. „Ein Tauchsieder macht ja auch keinen Lärm“, so Schmuderer. Noch vor Mittag flog der Kessel an seine Position. Das Haus soll in der kommenden Woche fertig sein, dann müssen laut Alexandra Doll noch die Anschlüsse gelegt und eine Schaltanlage in Betrieb genommen werden, bis Mitte oder Ende April die Power-to-Heat-Anlage an den Start gehen kann. Die Firma Enerstorage investiert 1,8 Millionen Euro, die SWN betreiben sie dann in ihrem Auftrag.

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