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In „Camp Holstein“ ist immer noch Betrieb

Standortübungsplatz Boostedt In „Camp Holstein“ ist immer noch Betrieb

Das naturbelassene Gelände und die Schotterwege auf dem Standortübungsplatz in Boostedt verlocken zum Spaziergang, obwohl überall große Schilder eindringlich darauf hinweisen, dass das Betreten verboten ist.

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Auf den Wiesen häufig kaum auszumachen: Soldaten üben nach wie vor auf dem Standortübungsplatz in Boostedt.

Quelle: Gunda Meyer

Neumünster/. „Da ist doch kein Kasernenbetrieb mehr!“, hört Standort-Feldwebel Peter Krohn häufig, wenn er Passanten auf dem Gelände trifft. Doch das ist ein Trugschluss, der lebensbedrohlich sein kann.

Denn auch wenn die Rantzau-Kaserne militärisch nicht mehr genutzt wird, ist der Übungs- und Ausbildungsbetrieb auf dem angrenzenden 442 Hektar großen Platz weiterhin intensiv. „Wir haben an 200 Tagen im Jahr Übungen auf dem Gelände“, erklärt Krohn. Truppen der Bundeswehr aus allen Standorten Schleswig-Holsteins, aus Hamburg und Teilen Niedersachsens reisen extra zu diesem Standortübungsplatz an. „Boostedt ist so beliebt, weil der Platz so vielfältige Möglichkeiten hat, und hier auch Auslandseinsätze geübt werden können.“

Ein Beispiel: Eine riesige Wiesenfläche mit hohem Gras soweit das Auge reicht. Es sieht zwar harmlos aus, aber hier können Soldaten mit Gewehren auf die Lauer liegen und trainieren, wie man Bereiche absichert. „Wir haben auch Übungen, bei denen einige Soldaten in Vorbereitung von Auslandseinsätzen als Rollenspieler in Zivilkleidung unterwegs sind. Da kann es jederzeit zu Verwechselungen kommen“, erläutert der Standort-Feldwebel.

Darüber hinaus gibt es ein „Camp Holstein“. Hermetisch abgezäunt mit riesigem Nato-Stacheldraht und Dutzenden Sandsäcken lernen die Soldaten hier, wie man ein Camp aufbaut, was am Checkpoint überlebenswichtig sein kann und wie man Fahrzeuge kontrolliert.

Aber nicht nur von diesen Übungen können Gefahren ausgehen, wenn man unerlaubt das Areal betritt. Das Marinefluggeschwader übt Starts und Landungen mit Helikoptern, und gepanzerte und ungepanzerte Militär-Fahrzeuge kommen zu Fahrübungen in unwegsamem Gelände auf verschiedenen Parcours – bei Tag und Nacht, teilweise auch unbeleuchtet. Darüber hinaus besteht Lebensgefahr durch liegengebliebene Munition oder Munitionsteile.

„Der Truppenübungsplatz wird seit jeher gut genutzt. Neben der Bundeswehr üben auch das THW, die Feuerwehren im Umland oder die Polizei zum Beispiel mit ihren Rettungshundestaffeln hier“, sagt Krohn. Zudem werde der Standortübungsplatz vom Bundesforstamt bewirtschaftet, weshalb jederzeit mit Jagdaktivitäten zu rechnen ist.

Spaziergänger werden angesprochen und aufgefordert, das Gelände zu verlassen. Mit Start der Erstaufnahme liefen in der ersten Zeit auch einige Flüchtlinge auf das Gelände. Das habe sich aber eingespielt. „Passiert ist Gott sei Dank noch nie etwas auf dem Gelände,aber die meisten Menschen machen sich die Gefahr nicht bewusst.“ Aus diesem Grunde ist der Bundeswehrstandort Plön/Boostedt gesetzlich verpflichtet, halbjährlich die Bevölkerung zu informieren.

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