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Müllgebühr sparen mit grüner Tonne

TBZ Neumünster Müllgebühr sparen mit grüner Tonne

Neue Gebührenmodelle für die Abfallentsorgung sind in Neumünster in der Diskussion. Das Technische Betriebszentrum (TBZ) möchte die Neumünsteraner anregen, die grüne Tonne mehr zu nutzen. Zu viele Bioabfälle landen in der grauen Tonne. Denkbar wären eine grüne Saison-Tonne oder eine Einheitsgebühr.

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TBZ-Chef Ingo Kühl (links) und Stadtsprecher Stephan Beitz stellten am Montag die Grundlagen für die Diskussion über die Einführung eines neuen Gebührenmodells bei der Abfallentsorgung vor.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Konkrete Zahlen liegen noch nicht auf dem Tisch. Aber mit einem neuen Gebührenmodell für die Abfallentsorgung, das ab dem 20. April in den Ausschüssen der Stadt Neumünster diskutiert werden soll, will das Technische Betriebszentrum (TBZ) den Neumünsteranern die grüne Tonne schmackhafter machen. TBZ-Chef Ingo Kühl: „Wenn der Kunde besser trennt, kann er die Höhe seiner Gebühr beeinflussen.“

 Derzeit hat die grüne Tonne für den Bioabfall in Neumünster eine Anschlussquote von 74 Prozent. „Für eine Stadt ein normaler Wert“, meint Kühl. Um einen Anreiz zu schaffen, regt das TBZ jetzt an, zusätzlich neue Tonnen-Normen einzuführen: Und zwar mit 60 Litern Inhalt sowohl für die „graue“ für den Restmüll als auch für die „grüne“, die es bislang beide nur im Mindestformat von 120 Litern gibt.

 „Wir haben zwar keine eigene Erhebung gemacht“, räumt Kühl ein. „Aber es ist bundesweite Erfahrung, dass in der grauen Tonne über 50 Prozent Bioabfälle landen. Und die müssen in der Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlage in Wittorf teurer entsorgt werden, als die Biomüll-Behandlung kommt.“ Wer nicht richtig trennt, sagt Kühl, macht das letztlich auf Kosten aller Gebührenzahler. Die Entsorgung einer Gewichtstonne „grau“ kostet rund 130 Euro; dieselbe Menge in „grün“ nur etwa 55 Euro.

 Deshalb hat das TBZ jetzt verschiedene Vorschläge erarbeitet, die in den politischen Ausschüssen, den Stadtteilbeiräten und auch mit Haus und Grund und dem Siedlerbund diskutiert werden sollen. Denkbar wäre das Angebot einer grünen Saisontonne von April bis Oktober für die Zeit der Gartenabfälle. Oder eine Einheitsgebühr: Der Nutzer zahlt einen Preis für alles, sucht sich das Biovolumen und die dazu passende Restmülltonne aus.

 Mit dieser Einheitsgebühr, sagt jedenfalls Klaus Gellenbeck vom Institut für Abfall-, Abwasser- und Infrastrukturmanagement in Ahlen, ließe sich die Benutzung der „Grünen“ auf 84 Prozent steigern. Eindeutig ab raten die Experten von einer Kombination aus Grund- und Leistungsgebühr. Übrigens würden keine real kleineren Tonnen eingeführt, sondern mit einem Einsatz das Volumen der 120-Liter-Tonne dezimiert oder außen eine „Befüllungsmarkierung“ angebracht.

 Die (230000 Euro teure) Einführung eines Ident-Chip-Systems, um die etwa fünf Prozent „schwarz aufgestellten“ Tonen zu enttarnen, ist derzeit nicht geplant. Verbraucherfreundlicher Service wie die Sperrmüllabfuhr und die sonnabends geöffneten Sammelplätze in den Stadtteilen möchte das TBZ gern beibehalten. Die arbeiten nicht kostendeckend, sondern werden über die Gebühreneinnahmen in Höhe von 8,3 Millionen Euro per anno mitfinanziert. Sie haben sich aber als sinnvoll erwiesen.

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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