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Schicksalhaftes Ehedrama mit Happy-End

Theater-Premiere Schicksalhaftes Ehedrama mit Happy-End

Drama oder Komödie oder beides? Die Premiere der Inszenierung " Jüstemang de letzte Schangs" der Niederdeutschen Bühne Neumünster (NBN) vermochte darauf keine Antwort geben oder wollte es nicht.

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 Geschafft: Dank des Eingreifens der beiden Schutzengel Lou (li., Kerstin Stölting) und Ferdi (re., Thomas Büssert) scheint das Ehepaar Adam (Jürgen Göttsche) und Eva (Birgit Müller) ihre Ehekrise zu überwinden.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. In der hochdeutschen Fassung ist das Schauspiel des Schweizer Autors Charles Lewinsky bekannt unter dem Titel Tie-Break. Sinngemäß übersetzt bedeutete das: Beziehung(s)-Pause. Ein passender Titel, denn alles dreht sich um das Ehepaar Eva und Adam. Die beiden haben nur noch Streit miteinander. Eva kann ihrem Gatten nicht verzeihen, sie zumindest einmal betrogen zu haben und macht ihn nur noch „madig“. Sie findet nur noch garstige Kommentare, die darin gipfeln, dass er als Mann völlig unfähig zu eigentlich allem ist. Eine Paartherapeutin hat den beiden empfohlen ein Wochenende in einer einsamen Hütte zu verbringen, um die Probleme im Gespräch  zu ergründen. Doch der Mini-Bungalow, beworben als „rustikal mit ländlichem Charme“ entpuppt sich als Bruchbude, was die Stimmung zwischen dem Paar endgültig auf den Gefrierpunkt bringt.

Birgit Müller (Eva) überzeugte mit ihrer Garstigkeit und traf den Nerv ihrer Rolle auf den Punkt. Jürgen Göttsche meisterte den Spagat zwischen dem zerknirschten Ehemann, dem Büßer aber auch dem Aufbegehrenden, der sich nicht jede verbale Gemeinheit gefallen lässt, mit Bravour. Doch die beiden stehen nicht alleine auf der Bühne. Begleitet werden sie von den für sie unsichtbaren Schutzengeln Lou (Kerstin Stölting) und Ferdi (Thomas Büssert). Deren Aufgabe ist es, dass Paar nur vor Schlimmem zu bewahrten, aber nicht mit gezielten Aktionen, die Ehe indirekt wieder auf Vordermann zu bringen. Doch im weiteren Verlauf können sie das „Rumgezicke“ nicht mehr ertragen und entgegen ihres göttlichen Auftrags, fangen sie schließlich an „Schicksal“ zu spielen.

Kerstin Stölting ist die Rolle wie auf den Leib geschrieben. Mit großer schauspielerischer Souveränität gab sie den erfahrenen Schutzengel, während Thomas Büssert den unerfahrenen Schutzengel bestens interpretierte, der es nicht ertragen kann, dass er eigentlich nur Zuschauer eines Ehedramas bleiben muss. Natürlich gibt es ein Happy End.

Weitere Aufführungen: 2., 3., 4. November, jeweils 20 Uhr; 7. November, 15 (!) und 20 Uhr, 8. November, 20 Uhr (alle Aufführungen in der Studiobühne an der Klosterstraße); 5., 6. November, Theatersaal in der Stadthalle, jeweils 20 Uhr. Karten im Vorverkauf: Konzertbüro Auch & Kneidl (Großflecken), Restkarten an der Abendkasse

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