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Schüler musizieren mit Profis

Theaterstürmer Neumünster Schüler musizieren mit Profis

Der Abitur-Musikkurs der GS Brachenfeld aus Neumünster probt mit der Band Radio Europa das bulgarische Traditional „Buchimich“ im Rahmen des Projekts Theaterstürmer. Die Profis leiten die Schüler an, üben mit ihnen auf Augenhöhe die schwierigen Passagen, Tempo und Rhythmus.

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Verstanden sich auf Anhieb: Profi-Gitarrist Andreas Wiersich (links) und Gitarrist Bruno Götze von den GS Brachenfeld.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Bühnenerfahrung haben Katja, Bruno und Co. als Schulorchester-Mitglieder schon lange. Aber am Montagabend lockte ein echtes Lampenfieber-Highlight: Gemeinsamer Auftritt mit den Profis der Band Radio Europa war vor vollem Haus in der Stadthalle angesagt.

 Dieser Workshop des Projektes Theaterstürmer, das Schülern Lust machen soll auf Kultur, war in der Saison 2015/2016 als letzter gebucht worden. „Da war schon ziemlich hohes Niveau gefragt“, stand für Musiklehrer Christian Schröder fest. Aber das traute er „seinem“ Abitur-Musik-Kurs an der GS Brachenfeld zu.

 Schon Mitte April waren die Noten zum Üben für das bulgarische Traditional „Buchimich“ eingetroffen. Das sollten Profis und Schüler am Ende des Konzerts der Band gemeinsam spielen. „Der 15/16tel-Takt klingt für deutsche Ohren fast kulturfremd und wird vier, vier, drei, vier gezählt. Also: lang, lang, kurz, lang.“ Erst nach dieser Erklärung von Gitarrist Andreas Wiersich bei der Generalprobe platzte der Knoten. – „Ach, so geht das!“

 Ruhig dirigierte Alex Bayer vom Kontrabass aus die jungen Workshop-Musiker an Keyboards und Xylophon. Die beiden Gitarristen Wiersich und Bruno Götze verstanden sich auf Anhieb. Mehr Pepp verlangte Teufelsgeiger Joerg Widmoser Katja Winter und Kira Pohlmann auf den Violinen ab: „Schneller, rasantes Tempo und Rhythmus bitte!“

 Katja, seit elf Jahren mit ihrer Geige vertraut, fand die gemeinsame Probe beeindruckend. „Man wird als Jungmusiker fast ein bisschen kollegial anerkannt und bekommt noch individuelle Tipps.“ Wie man noch schneller spielt? „Üben, üben, üben! Die Finger einfach laufen lassen.“ Aufgeregt? „Ja, aber das ist ein gutes Zeichen.“

 Mehr als zufrieden ist Agnes Trenka von Neumünsters Kulturbüro mit dem Ergebnis der vierten Theaterstürmer-Saison. „550 Schüler haben an 21 Workshops im Bereich Schauspiel oder Musik teilgenommen. Und 1500 Jugendliche haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, zum vergünstigten Eintritt von nur 5 Euro eine Vorstellung zu besuchen.“

 Ohne das Sponsoring der Stadtwerke, die „einen vierstelligen Betrag im mittleren Bereich“ zuschießen, wie SWN-Sprecher Nikolaus Schmidt erklärte, wären diese kostenfreien Workshops mit hochkarätigen Profis nicht möglich. Auch die NDR-Symphoniker und das Thalia-Theater aus Hamburg gehörten in dieser Saison zu den Kooperateuren, die Trenka ausgesucht hatte.

 Wie wichtig frühe Förderung ist, um auf Kultur neugierig zu werden, weiß der Europa-Musiker Wiersich aus eigener Erfahrung. „Mich hat die Familie inspiriert. Und natürlich der Theaterspielkreis am Gymnasium.“ Ganz wichtig findet Lehrer Schröder zudem: „Dass wir das Angebot hier vor Ort haben und nicht erst nach Kiel oder Lübeck fahren müssen.“

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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