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Noch bleiben vier Wochen Frist

Tierauffangstelle Neumünster Noch bleiben vier Wochen Frist

Nachdem die Veterinäraufsicht die Tierauffangstelle in Neumünsters Stadtwald am 3. August bis auf weiteres geschlossen hat, dürfen hier keine Fundtiere mehr aufgenommen werden. Innerhalb von vier Wochen müssen noch einige Auflagen der Stadt erfüllt werden, damit der Betrieb doch weitergehen kann.

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Tierpflegerin Christina Adamek sorgt sich um Moritz. Der rot gestromte Kater ist etwa 14 Jahre alt. Seine Halterin kam ins Pflegeheim. Die Tierauffangstelle sucht nun dringend ein schönes Plätzchen für ihn. In seinem neuen Heim sollte er mindestens einen gesicherten Freigang bekommen.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. 32 Katzen, sechs Hunde, ein paar Ratten und Kaninchen befinden sich jetzt noch in den Räumlichkeiten an der Geerdtsstraße 61. Für diese abgegebenen Tiere oder Fundtiere aus umliegenden Gemeinden läuft die Frist in vier Wochen ebenfalls ab. Dann müssen auch sie auf andere Tierheime verteilt werden, denn die Tierauffangstelle hat keine Erlaubnis mehr, ein Tierheim im Sinne des Tierschutzgesetzes zu betreiben. Die Stimmung ist gedrückt. Zehn Mitarbeiter wissen nicht, wie ihre Zukunft aussieht. Gisela Bünz (73), Vorsitzende des Tierschutzvereins, sieht nicht glücklich aus.

 Der Trägerverein der Tierauffangstelle hatte Widerspruch gegen die Schließung angekündigt. Der Anwalt hat aber keinen Aufschub des Abtransports der Tiere erwirkt. „Ich bin etwas enttäuscht, hatte da eigentlich mehr erwartet“, sagt Gisela Bünz. Über die eigene Facebook-Seite versucht die Auffangstelle verstärkt, die Tiere zu vermitteln. Ein paar sind etwas schwierig, ein neues Zuhause für sie zu finden deshalb auch. Den Stress eines Umzugs in ein anderes Tierheim soll ihnen möglichst erspart bleiben. In vier Wochen ist es aber soweit. „Wenn nicht noch ein Wunder geschieht“, so Gisela Bünz.

 „Es bewegt sich ja schon was“, erklärt Stadtsprecher Stephan Beitz. „Wenn die Auflagen erfüllt werden, sind wir ja an einer kooperativen Lösung interessiert.“ Zu den Forderungen gehöre eine fachlich qualifizierte Leitung, Fortbildung der Mitarbeiter, aber auch bauliche und hygienische Veränderungen. Zum Beispiel soll der Innenbereich für die Katzen saniert werden. „Wir holen jetzt Kostenvoranschläge ein“, berichtet Gisela Bünz, „und dann müssen wir mit der Stadt verhandeln wegen der Zuschüsse.“

 31500 Euro hatte die Stadt jährlich gezahlt, damit die Fundtiere aus Neumünster hier untergebracht werden. Seit April ist kein Geld mehr geflossen. Der Trägerverein finanziert seine Kosten aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. „Das Geld wird knapp“, so Bünz. Die Gehälter werden noch weitergezahlt. „Aber wir brauchen dringend Spenden.“

 Das Wohl der Tiere steht bei Gisela Bünz an erster Stelle. Und sie ist erschüttert, wenn sie hört, dass Tiere jetzt ausgesetzt werden, weil die Tierauffangstelle sie nicht mehr aufnehmen darf. „Das ist hier im Wald mit einer Katze beobachtet worden“, so Bünz.

 Stephan Beitz erläutert, dass die Stadt einen Vertrag mit dem Kieler Tierheim abgeschlossen hat, damit dort die Fundtiere aus Neumünster untergebracht werden können. Der Verein Tierhilfe Neumünster gibt Unterstützung, dort könnten montags bis sonnabends von 17 bis 19 Uhr die Tiere unter Tel. 0151/54863759 gemeldet werden.

 Derweil wird in der Tierauffangstelle geputzt und aufgeräumt, Aktenberge sortiert. Es wird viel bewegt. Alle hoffen auf ein gutes Ende. Gisela Bünz will sich bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Tierschutzvereins nicht wieder zur Wahl stellen. „Der Vorstand soll neu aufgestellt werden“, sagt sie. Das würde bedeuten, dass sie sich nur noch um ihre sechs Katzen zu Hause kümmert.

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