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Angst vor neuen EU-Vorgaben

Tierpark Neumünster Angst vor neuen EU-Vorgaben

Den Besuch des CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Murmann im Neumünsteraner Tierpark nutzte die dortige Chefin Verena Kaspari, um dem Politiker ihre Befürchtungen vor eventuell kommenden EU-Vorgaben mitzuteilen. Neue Gesetze zur Gehege-Gestaltung könnten zur Abschaffung von Tieren führen.

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Die Nasenbären mausern sich zum Sorgenkind von Tierpark-Chefin Verena Kaspari. Ihre Probleme mit den EU-Vorgaben schildert sie dem CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Murmann.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Auf die Idee, das Wisent-Gehege im Tierpark Neumünster zu betreten, kam Philipp Murmann nicht. Besser so. „Man muss schon sehr schnell laufen können“, witzelte Tierpark-Chefin Verena Kaspari. Die Tiere können nämlich gefährlich werden. Und trotzdem hat der CDU-Bundestagsabgeordnete eine Patenschaft über den neuen Wisent-Bullen Lurano-Anthony übernommen. Über den hohen Zaun wagte er eine kleine Streicheleinheit, nachdem er das Tier mit einem Brötchen angelockt hatte.

 Im Rahmen seiner Sommertour stattete der Politiker dem Tierpark einen einstündigen Besuch ab. 100 Euro kostet ihn die Namenspatenschaft für das Wisent – einen zweijährigen Bullen aus dem Wildpark Langenberg bei Zürich. Vor zwei Jahren war Murmann schon mal Pate von Wisent Horst geworden, der inzwischen aber in der Lüneburger Heide lebt. Lurano-Anthony ist der Youngster der Wisente im Tierpark an der Geerdtsstraße. Sabrina ist die Chefin, Honey ist die zweite in der Rangfolge, Kronika kam im Tausch gegen Horst, und Honis ist tragend noch vom alten Zuchtbullen. „Spätestens im übernächsten Jahr hoffen wir auf die ersten Kälber von Lurano-Anthony“, sagt Verena Kaspari. Diese sollen dann in ein Auswilderungsprojekt gehen. Das gefiel Philipp Murmann.

 Und wenn schon mal Politiker den Tierpark besuchen, spricht die Tierpark-Chefin auch ihre „Bauchschmerz-Themen“ an. Zum Beispiel, dass Störche und Kraniche nicht mehr kupiert und ausgeschnitten (also flugunfähig gemacht) werden sollen. Das Gesetz ist auf dem Weg. „Unsere Gehege können wir schon aus finanziellen Gründen gar nicht mit einem Netz abdecken. Wir müssten die Vögel abschaffen“, sagt Kaspari. Im Moment hat sie zwei Ausnahmegenehmigungen für zwei Hähne.

 Nasenbären und Waschbären stehen auf einer Liste der EU, mit der invasive, gebietsfremde Arten eingedämmt werden sollen. Eine Zucht soll nicht mehr erlaubt werden, außerdem müssen die Gehege in Zoos und Tierparks 100-prozentig ausbruchssicher sein. „Die Tiere werden in den Zoos aussterben“, prophezeit Verena Kaspari, wenn nur noch gleichgeschlechtliche Gruppen gehalten werden. Tritt die EU-Liste in Kraft, müsste sie die an sich sicheren Gehege mit einem Netz oder Dach abdecken. Die Männchen der Nasenbären-Rasselbande sind jetzt schon per Mikrochip chemisch kastriert.

 Murmann hörte interessiert zu und bat um weitere Infos, die ihm Kaspari zuschicken will. Der Tierpark-Besuch gefiel ihm, privat bleibe nicht viel Zeit dafür. „Außerdem sind meine Kinder zu groß für so etwas“, schmunzelt er. Der CDU-Bundestagsabgeordnete hatte erst vor wenigen Wochen angekündigt, zur nächsten Bundestagswahl nicht mehr anzutreten, um sich mehr um seine Firma kümmern zu können. „Ich wollte nie Berufspolitiker werden“, sagte er.

 Vielleicht ist dann ab 2018 auch Zeit, wieder mal bei Lurano-Anthony vorbei zu gucken.

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