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Tierschutzverein läutet Stunde Null ein

Neue Leiterin eingestellt Tierschutzverein läutet Stunde Null ein

Nach der vorübergehenden Schließung der Tierauffangstelle im Stadtwald durch die Veterinäraufsicht der Stadt sucht der Tierschutzverein nach Lösungen. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung stellte sich am Montagabend Dr. Stephanie Jette Uhde als zukünftige Leiterin der Tierauffangstelle vor.

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Die Tierauffangstelle im Stadtwald von Neumünster bekommt eine neue Leiterin.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Der Trägerverein darf seit dem 3. August keine Fundtiere aufnehmen, am 14. September läuft die Frist für die anderen Tiere aus. Wer bis dahin nicht vermittelt wurde, muss in anderen Tierheimen untergebracht werden.

 Ab Donnerstag, 1. September, übernimmt die promovierte Tierärztin aus Kiel diese Position. Gisela Bünz, Vorsitzende des Tierschutzvereins, wird sich aus dem Alltagsgeschäft zurückziehen. Vorsitzende bleibt sie noch bis März. Dann finden turnusmäßig Neuwahlen im Verein statt, Bünz will nicht wieder kandidieren, wie sie noch einmal betonte.

 Für Dr. Stephanie Jette Uhde ist die Wiederinbetriebnahme der Tierauffangstelle das oberste Ziel. „Ich habe mich bewusst für das Projekt in Neumünster entschieden und freue mich auf die Aufgabe“, sagt die 42-Jährige. Ein erstes Gespräch mit den Amtsveterinären der Stadt hat bereits stattgefunden, bestätigt Stadtsprecher Stephan Beitz. „Derzeit halten wir aber an unserem Zeitplan fest“, so Beitz.

Dr. Stephanie Jette Uhde wird neue Leiterin der Tierauffangstelle. Foto: privat

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 Die neue Leiterin will, zusammen mit den Vereinsmitgliedern, ein neues Konzept für die Tierauffangstelle erstellen. „Das ist dringend notwendig.“ Vom Vereinsvorstand, der ihr Montagabend während der Versammlung das volle Vertrauen ausgesprochen hat, ist sie mit umfassenden Kompetenzen ausgestattet worden. „Alle Mitglieder sind eingeladen, an dem neuen Konzept mitzuarbeiten“, so Uhde. Rund 50 von ihnen waren am Montag zu der Versammlung gekommen. Ab Donnerstag ist sie in der Tierauffangstelle unter Tel. 04321/53779 erreichbar und hofft, möglichst viele Mitglieder involvieren zu können. Dafür soll eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden.

 Beim Tierschutzverein ist Uhde mit einem 30-Stunden-Vertrag fest angestellt. Die Zusammenarbeit mit den Behörden und den Mitgliedern steht bei ihr auf der Agenda. „Wir haben uns gemeinsam entschieden, die Stunde Null einzuläuten“, sagt sie, „wir blicken nach vorne.“

 Die Veterinäraufsicht hatte Anfang August bauliche, hygienische und personelle Defizite als Auslöser für ihren Schließungsbescheid genannt. Mit allen Beteiligten müsse dringend ein Ortstermin anberaumt werden, um die Anforderungen zu klären. Uhde schwebt vor, aus der Tierauffangstelle ein Vorzeigeprojekt zu machen und auch brandaktuelle Entwicklungen aus dem Tierschutz umzusetzen. Dort wird diskutiert, ob Fundhunde nicht mehr einzeln, sondern als Rudel in Tierheimen untergebracht werden sollen. Auch immer mehr Reptilienhalter (und damit mehr Fundtiere) müssen in der Arbeit berücksichtigt werden. „Mein persönliches Anliegen ist es, dass die Tierauffangstelle ein außerschulischer Bildungsort wird“, sagt Uhde. „Wir müssen die Jugend mitnehmen und mit Kindern den Tierschutz leben.“

 Katharina Erdmann, Vorsitzende des Landestierschutzverbandes, war bei der Mitgliederversammlung dabei. Sie begrüßt die neue Leitung („eine sehr engagierte und gute Wahl“) und hält auch den Entschluss zum Neuanfang für „sehr gut und weise“. Tierschutzverein-Vorsitzende Gisela Bünz freute sich Montagabend über viele nette Worte und Umarmungen. „Wir gucken alle positiv in die Zukunft.“

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