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Drehorgeltreffen in Neumünster Sie haben den Dreh ’raus

Da ist Musike drin: Rund 50 Leierkastenmänner und -frauen zieht es an diesem Wochenende nach Neumünster zum 5. Internationalen Drehorgeltreffen. Aus ganz Deutschland kommen sie, auch aus den Niederlanden und der Schweiz reisen die Nostalgie-Fans an. Sonnabend und Sonntag ziehen sie mit ihren Instrumenten durch die Stadt, drehen die Kurbeln und sorgen auch rund um den mittelalterlichen Bartholomäusmarkt zum 888. Stadtgeburtstag für besondere Klänge.

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Klaus und Margret Bracker (hier ein Archivbild) haben Neumünster zum Drehorgel-Mekka gemacht. 1998 organisierten sie das erste Internationale Historische Drehorgeltreffen an der Schwale.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. 1994 hoben Klaus und Margret Bracker das Historische Drehorgeltreffen aus der Taufe. In diesem Jahr findet es zu Ehren der beiden statt, die alle bisherigen Treffen mit viel Enthusiasmus auf die Beine gestellt haben. 2010 musste die Veranstaltung aus gesundheitlichen Gründen abgesagt werden. Doch jetzt wollen die Liebhaber und Sammler der Drehorgeln wieder an der Schwale zeigen, dass sie den Dreh ’raus haben.

 Am Freitag reisen die Akteure an, offizieller Empfang ist am Sonnabend um 10 Uhr im Historischen Ratssaal des Rathauses. Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger und Oberbürgermeister Olaf Tauras begrüßen die bunte Schar, die anschließend gemeinsam aus dem Rathaus ausziehen und Groß- und Kleinflecken sowie die angrenzenden Straßen mit Drehorgelklängen erfüllen. Bis 18 Uhr tönen die Instrumente in unterschiedlichsten Klangfarben und mit verschiedenen Stücken.

 Am Sonntag ziehen die Musikanten in einer Drehorgelparade um 11.30 Uhr vom Rathaus zum Museum Tuch + Technik, wo alle Teilnehmer vorgestellt werden sollen. Bis 18 Uhr geht es dann wieder kurbelnd durch die Innenstadt, und die Besucher des mittelalterlichen Bartholomäusmarktes haben die Gelegenheit, einen Hauch von Drehorgelromantik vergangener Tage zu spüren.

 Dietmar Jarofke, Präsident der Internationalen Drehorgelfreunde Berlin, lobt die Treffen in Neumünster. „In Deutschland finden zahlreiche Drehorgelfeste statt, die Historischen Drehorgeltreffen in Neumünster sind für uns aber immer etwas ganz Besonderes. Die Wärme und die Herzlichkeit, mit der wir empfangen werden, zeichnen das besondere Flair aus“, sagt er. Dazu käme, dass Klaus Bracker mit seiner Auswahl der Orgelspieler und deren Instrumente „mehr als ein glückliches Händchen unter Beweis stellt“.

 Die Geschichte der Drehorgel beginnt Anfang des 18. Jahrhunderts als Instrument der Straßenmusiker und Gaukler. Rein zeitlich passt es natürlich nicht zur 888-Jahr-Feier. Drehorgeln gab es zur Stadtgründung noch nicht. Aber auch die Gutenberg-Buchpresse, die am Sonnabend im Vorraum der Vicelinkirche steht, hinkt dem Datum 1127 ein Weilchen hinterher. Johannes Gutenberg, der als Erfinder des modernen Buchdrucks gilt, lebte von 1400 bis 1468. Vom Unterhaltungswert passt dann aber doch wieder alles gut zusammen und beschert Neumünster ein buntes Fest-Wochenende.

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