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"Wir kochen alles ab"

Trinkwasser-Warnung "Wir kochen alles ab"

Auf die Warnung der Stadtwerke (SWN) vor Keimen im Trinkwasser reagieren die Neumünsteraner unterschiedlich. In vielen Haushalten wird der Empfehlung der SWN von Freitag gefolgt und weiterhin strikt jeder Milliliter Trink- und Kochwasser abgekocht oder alternativ Selter verwendet.

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Nur noch Selter: Anja Kling und Niklas Kling sind umgestiegen.

Quelle: Beate König

Neumünster. Die Stadtwerke sind weiter auf Ursachenforschung, sagt Pressesprecher Nikolaus Schmidt. Aktuell wird ein Wasserwerk untersucht. „Wir kochen alles ab“, sagt Vater Torsten Petermann entschieden. Der 30-jährige Berufsfeuerwehrmann will kein Risiko bei seiner dreijährigen Tochter Lea und seinem neun Monate alten Sohn Noa eingehen. „Wir haben sofort unsere Nachbarn informiert.“ „Das Abkochen machen wir schon immer“, sagt Denis Grünwald, Vater der sechsjährigen Michelle.

„Wir machen kein großes Tamtam“, sagt Mutter Anja Kling. Verändert hat sie den Wassergebrauch jedoch schon deutlich. Zähneputzen mit Selter, Salat wurde gestrichen, bei Tomaten spart die Tungendorferin den Spülgang, in die Kaffeemaschine kommt abgekochtes Wasser. Im Geschäft in der Holstengalerie gibt’s für Kunden gar keinen Kaffee mehr,  „wir bieten Selter an.“ Ähnlich sieht es im Seniorenheim Haus Schleusberg aus. In der Pflege wurde alles bis zum Wasser im Zahnputzglas sofort auf  Mineralwasser umgestellt, berichtet eine der Fachkräfte. „Wir rufen jeden Tag bei den Stadtwerken an, ob es neue Werte gibt.“

Nur abgekocht kommt das Lebensmittel in den Napf des Hundes der Neumünsteranerin Doreen Müller (31). Tier-Ernährungsberater Bastian Peters dazu: „Es ist korrekt, das die SWN es nach draußen tragen. Ich habe mir die Info genau durchgelesen,“ sagt der 34-Jährige. Berichtet wurde dort von einer leicht erhöhten Keimdichte, die 40 mal niedriger ist, als der unkritische Vergleichwert im Einfelder See. „Wenn man weiß, was in Tierfutter enthalten sein kann, macht man sich nicht so die Platte.“ Wasser abkochen? „Man müsste mal durchrechnen, was es kostet, ein 2000-Watt-Gerät in Dauerbetrieb zu haben. Ich glaube, Selter ist billiger.“  Auch Holger von Ahrentschildt, Vorsitzender des Rassegeflügelzuchtvereins Einfeld, sieht keinen Handlungsbedarf. „Meine Tiere bekommen Brunnenwasser.“

„Das ist Panikmache“, sagt Stephan Zimmermann. Nach wie vor trinkt der Einfelder das Leitungswasser einfach so. „Die Keime wurden doch in Faldera festgestellt.“ Es wäre doch „wie ein Sechser im Lotto“, wenn die Verunreinigung bis nach Einfeld kommt. „Mit der Warnung wollen sich die Stadtwerke absichern,“ meint der 55-Jährige. Seine Frau Karen Zimmermann (50) gehört zu den Frühschwimmern im Einfelder See. „Mir geht es gut.“

An Gadelander Heinz Fieroh rauscht die Verkeimung des Wassers im SWN-Leitungsnetz komplett vorbei. Er fördert seit 1970 autark aus acht Meter Tiefe Grundwasser in einen 200-Liter-Tank. „Einmal im Jahr prüft die Stadt die Anlage. Unser Wasser ist topp.“

Abkochempfehlung wird am Montag überprüft

Über die seit Freitag abgeschwächte Empfehlung, Trinkwasser in Neumünster und elf angrenzenden Gemeinden abzukochen, wollen die Stadtwerke am Montag neu entscheiden. „Dann werden die Ergebnisse weiterer Wasserproben vorliegen“, sagte Stadtwerke-Sprecher Nikolaus Schmidt am Sonntag. Wegen Keimbelastung in einigen Proben hatten die Stadtwerke am Donnerstag zunächst generell empfohlen, Trinkwasser abzukochen. Am Freitag gab es wegen der relativ geringen Belastung mit coliformen Keimen eine Lockerung der Vorsichtsmaßnahme: Trinkwasser bräuchte nur noch für Risikogruppen wie ältere, erkrankte Menschen sowie Kleinkinder und Säuglinge abgekocht werden.

Die geringe Verkeimung könne Krankheiten wie Durchfall auslösen, müsse dies aber nicht, hatten die Stadtwerke betont. Ursache könnte eine Verkeimung des Wasserwerks sein, dort sei eine geringe Belastung festgestellt worden. Wann endgültig Entwarnung gegeben werden kann, ist weiterhin offen.

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Trinkwasser in Neumünster
Foto: Im Wasserwerk soll am Dienstag eine Filteranlage ausgewechselt werden.

Die Empfehlung, Trinkwasser aus dem Leitungsnetz der Stadtwerke Neumünster (SWN) abzukochen, ist weiterhin gültig. Das Versorgungsunternehmen und das städtische Gesundheitsamt teilten das am Montag mit.

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