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Sieben Wochen lang komplett ohne ...

Umfrage in Neumünster Sieben Wochen lang komplett ohne ...

Die Fastenzeit hat begonnen. Sie erstreckt sich von Aschermittwoch bis Ostersonntag. Ursprünglich fasteten und beteten die Menschen zur Vorbereitung auf das Hochfest Ostern. Heute ersetzen zumeist andere Motive den religiösen Hintergrund. Verzichten auch die Menschen in Neumünster? Eine Umfrage.

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Obsthändlerin Gudrun Brüdersdorf kann zur Fastenzeit keine besonders gesteigerte Obstnachfrage in ihrem Geschäft erkennen: „Es gibt immer Leute, die auf gesundes Essen achten.“

Quelle: Florian Sötje

Neumünster. Sieben Wochen Verzicht: Die Fastenzeit erstreckt sich jedes Jahr vom Aschermittwoch bis zum Ostersonntag. Ursprünglich fasteten und beteten die Menschen zur Vorbereitung auf das Hochfest Ostern. Heute ersetzen zumeist andere Motive den religiösen Hintergrund. Die einen verzichten während der Fastenzeit auf Süßigkeiten, andere wollen keinen Alkohol mehr trinken. Doch wie verbreitet ist der Wille zum Verzicht heutzutage noch? Wir haben nachgefragt.

 Julia von Aswegen (51), Inhaberin der Schwan-Apotheke, erkennt zur Fastenzeit kein gesteigertes Gesundheitsbewusstsein ihrer Kunden: „Wir haben eher zum Jahreswechsel den Effekt, dass die Leute bewusster auf ihr Wohlbefinden und ihre Ernährung achten. Dann haben wir eine erhöhte Nachfrage nach Informationen in diese Richtung“, erklärt sie. Wer bewusst fasten möchte, dem empfiehlt die Apothekerin einen Fastentee und gibt für das Vorhaben noch einen Tipp: „Wenn man einmal anfängt und merkt, dass sich etwas tut, wird es mit der Zeit auch leichter.“

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 Diese Erfahrung hat Inga-Britt Kühn (56) bereits zweimal gemacht. „Ich habe einmal auf Alkohol und einmal auf Süßigkeiten verzichtet und das jeweils die sieben Wochen durchgezogen“, sagt sie. Seit zwei Monaten versuche sie auch, die Kohlenhydrate beim Essen zu reduzieren. Das stehe aber nicht im Zusammenhang mit der Fastenzeit, erklärt sie. Auch Freundin Annemarie Stange (63) achtet auf ihre Ernährung: „Ich habe selbst zur Fastenzeit noch nichts praktiziert, achte aber über das Jahr auf die Gesundheit“, erklärt sie.

 Scharabani Oldehus (44), Chefin der gleichnamigen Konditorei, kennt das Thema Fasten ebenfalls aus ihrem Umfeld. „Es sind nicht viele, aber es gibt ein paar Stammkunden, die in der Fastenzeit zu uns kommen, und kein Stück Kuchen zu ihrem Kaffee haben wollen. Das sieht man dann auch nach ein paar Wochen“, meint Oldehus mit einem Augenzwinkern. Selbst habe sie die Fastenzeit noch nie genutzt: „Ich weiß wie schwierig das ist, daher habe ich großen Respekt vor den Leuten, die das durchziehen.“

 Dass zur Fastenzeit gesünder gelebt wird, kann Gudrun Brüdersdorf nicht bestätigen. Seit sechs Jahren führt sie in der Innenstadt ihren Obstladen. „Es gibt immer Leute, die auf gesundes Essen achten. Aber nicht speziell zu dieser Zeit“, sagt sie und deutet auf eine Auswahl an Früchtebechern - ihren Verkaufsschlager. „Den kann man gleich essen. Heute ist gefragt, was schnell geht und bequem zu machen ist. Wenige kochen heute noch für sich selbst“, erklärt die Obsthändlerin.

 Während für das Essen heutzutage weniger Zeit bleibt, wird dem Smartphone immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Gerade Jugendliche nutzen den ständigen Begleiter für verschiedente Zwecke. Wäre ein Smartphone-Verzicht zur Fastenzeit denkbar? „Das glaube ich nicht. Das Handy ist zu etwas Alltäglichem geworden“, meint Dominik (15), der sein Gerät vor allem nutzt, um mit Freunden in Kontakt zu treten und Musik zu hören. Seine Mutter habe zwar mal versucht, dass in der Familie zur Fastenzeit auf Süßigkeiten verzichtet wird, ein Verzicht auf das eigene Smartphone ginge dann aber zu weit, meint der Schüler mit einem Lächeln.

 Hendrik (17) hat kürzlich die Erfahrung gemacht, wie es ist, zwei Wochen ohne Smartphone in der Tasche auszukommen. Sein Gerät war kaputt. „Die ersten Tage war es schon schwer, aber nach einer Zeit hat man sich dran gewöhnt. So hatte man mehr Zeit, um Sport zu machen oder sich mit Freunden zu treffen“, erklärt er und spricht von den positiven Aspekten der kurzen Auszeit. Doch als Hendrik sein Smartphone wieder in den Händen hielt, war es damit vorbei. „Das macht einfach der Drang nach dem Internet, den Videos, den Spielen und so weiter“, erklärt er.

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