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Filialschließung trotz positiver Bilanz

VR Bank Neumünster/Rickling Filialschließung trotz positiver Bilanz

Die VR Bank Neumünster zieht eine positive Bilanz: Aufsichtsrat und Vorstand wollen eine überdurchschnittliche Dividende von sechs Prozent vorschlagen. Trotz des satten Plus werden wie in Rickling im Kreis Segeberg Filialen geschlossen. Die kleine Gemeinde will den VR Vorstand jetzt zum Gespräch einladen.

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Die Vorstände Dirk Dejewski (links) und Rainer Bouss präsentierten am Donnerstag die VR-Bilanz.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Die Bilanzsumme der VR Bank Neumünster hat sich im Jahr 2015 um 2,3 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro erhöht. Die bilanziellen Forderungen aus dem Kreditgeschäft stiegen um 4,9 Prozent auf 755, die Kundeneinlagen um 4,5 Prozent auf 780 Millionen Euro. Aufsichtsrat und Vorstand wollen der Vertreterversammlung eine überdurchschnittliche Dividende von sechs Prozent vorschlagen.„Es ist ziemlich sicher, dass da kein anderer heran kommt“, kommentierte Rainer Bouss, der am Donnerstag mit seinem Co-Vorstand Dirk Dejewski die Bilanz vorstellte. Angesichts der Herausforderungen von Null-Zinsen, regulatorischer Einengungen und Digitalisierung seit das nach dem „exorbitanten Ergebnis“ des Vorjahres immer noch „ein sehr gutes“.

 Eine „satte Steigerungsrate“ von 12,4 Prozent auf 367 Millionen Euro verzeichnete das Institut im Kundenanlagevolumen wie Wertpapieren, Bausparguthaben und Guthaben bei der R + V Versicherung. Das Volumen der Kundenkredite stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um knapp elf Prozent auf 207 Millionen Euro. Im betreuten Wertvolumen aus Krediten und Vermögensanlagen baute VR ihren Marktanteil um 6,5 Prozent auf 2,17 Milliarden Euro aus.

 „Im Vermittlungsgeschäft erhöhte sich das Provisionsergebnis um 6,1 Prozent auf 9,3 Millionen Euro. Die Vermögenswerte in den Kundendepots stiegen in Konsequenz des Nullzinses um 17,6 Prozent auf 232 Millionen Euro“, erklärte Dejewski. Dem Zinsergebnis war dagegen ein Minus beschieden: Es verringerte sich um 2,1 Prozent auf 27,6 Millionen Euro. Stolz sind die Vorstände auf die solide Stärkung der Eigenkapitalausstattung. Die Gesamtkapitalquote beträgt 18, die „harte Kernkapitalquote“ 15,3 Prozent. Bouss: „Eine aus aufsichtsrechtlichen Kennziffern abgeleitete Kreditklemme kennen wir nicht.“

 „Wir bleiben eine Flächenbank mit sieben Geschäftsstellen in Neumünster, acht im Kreis Segeberg, je einer in Bordesholm, Hohenwestedt und Wasbek“, versprach Dejewski. Die angekündigte Schließung der Filiale Rickling sieht Bouss in „mangelnder Nachfrage“ begründet.

 Vor Ort werde auf jeden Fall ein Geldautomat bleiben, die Kundschaft sich auf die Zweigstellen Wahlstedt und Trappenkamp verteilen; in einer wird auch das „vertraute Gesicht“ Stefan Naeve weiterhin Dienst tun. Ihre Kundenzahl konnte VR übrigens um 615 auf 55322 steigern; davon sind 22497 auch Mitglieder – 1154 mehr als im Vorjahr.

Die Schließung der Bankfiliale bringt Rickling in eine Schieflage: Gemeinde will VR-Vorstand zum Gespräch einladen

 Die geplante Schließung der VR-Bank-Filiale in Rickling hat Protest in der Gemeindevertretung hervorgerufen. Der Plan, die Filiale in der Dorfstraße am 30. November zu schließen, sei „ein Horrorszenario für unsere Gemeinde“, erklärte Bürgermeister Christian Thomann. Auch sein Stellvertreter Keno Jantzen (CDU) zeigte sich entsetzt. „Ich glaube nicht, dass die Ricklinger Filiale die VR-Bank in Schieflage bringt. Aber sie bringt die Gemeinde Rickling in Schieflage. Das kann so weit gehen, dass die Baulandpreise sinken, wenn die Infrastruktur abgebaut wird.“

 Der Vorschlag von Jantzen, einen Protestbrief aufzusetzen, fand aber keine Zustimmung. Um mit den Entscheidern der Bank eine einvernehmliche Lösung zu finden, wurde stattdessen beschlossen, die Vorstandsvorsitzenden der Bank zu einer Sitzung des Ortsentwicklungsausschusses einzuladen. Dort sollten die Vertreter der Bank konkretisieren, wie in der Gemeinde ein größtmöglicher Versorgungsgrad erhalten bleiben kann. Das einvernehmliche Suchen nach einer Lösung zog auch die zweite Bürgermeisterstellvertreterin Andrea Wagner-Schöttke (SPD) einem Konfliktkurs vor.

 Notfalls, regte Keno Jantzen an, könne man ja auch bei anderen Geldinstituten anfragen, ob die sich nicht in Rickling niederlassen möchten, zumal dann dort keine Konkurrenz mehr bestünde.

 Autoren: Sabine Nitschke und Detlef Dreessen

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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