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Openhaart hat etwas Zeit gewonnen

Verein darf erstmal bleiben Openhaart hat etwas Zeit gewonnen

Openhaart hat ein offenes Herz für Kinder und Jugendliche. Das kann der Verein auch in den nächsten Wochen in der Slevogtstraße 31 beweisen. Die Abrisspläne für das ehemalige Jugendfreizeitheim sind noch nicht vom Tisch, doch erst einmal soll für das Grundstück ein neues Nutzungskonzept erstellt werden.

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Stefanie Voß und Roman Wagner vom Verein Openhaart hoffen, noch den Sommer über das Domizil in der Slevogtstraße 31 nutzen zu können.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Ob Mathe-Nachhilfe oder Playstation-Fifa-Wettkampf, ob Bastelnachmittag oder Computer-Kurs: Das Angebot ist vielfältig. Es richtet sich überwiegend an Kinder und Jugendliche aus den umliegenden Stadtteilen. Aber auch die jungen Flüchtlinge aus Neumünster sind gern gesehene Gäste. Außerdem ist der Weg aus der Erstaufnahme am Haart nicht weit, den Bewohnern wird auch geholfen. Openhaart schreibt Integration groß.

 Das Flachdachhaus mit einem kleinen Saal, verschiedenen Räumen, einer Küche und Toiletten ist geradezu ideal, um hier verschiedene Projekte zu verwirklichen. Das 2700 Quadratmeter große Grundstück grenzt direkt an den großen Sportpark mit Fußball-, Bolz- und Spielplatz oder einer großen Halfpipe. Und es würde auch noch Platz für ein paar gärtnerische Ideen bieten – zum Beispiel die Anlage eines Hochbeetes.

 Das Freizeitheim hat Platz für die Musikschulgruppe Samba Feijoada und den Deutschkursus für Flüchtlingsfrauen, hier können auch Spielsachen vom Skateboard bis zum Brettspiel ausgeliehen werden. Noch sind die Nachbarn etwas schüchtern, „wir wollen die Hemmschwellen abbauen“, sagen Stefanie Voß und Roman Wagner vom Verein.

 Das Heim an der Slevogtstraße war von Anfang an nur als Zwischenlösung für die Unterbringung gedacht, der Nutzungsvertrag mit der Stadt Neumünster sollte am 31. März enden. Doch als die Stadt von einem Verkauf an den Hamburger Jugendhilfeträger Sternipark Abstand genommen hatte, schien alles wieder offen. Umso überraschter waren Wagner und Voß, als Anfang März Bauarbeiter anrückten, um die Versorgungsleitungen zu kappen. „Ein Versehen“, sagen sie und konnten das Vorhaben stoppen.

 Openhaart sieht sich dennoch nach Alternativen um, die Stadt schlug die Ukerhalle vor. „Die ist im tiefsten Faldera und kaum zu finden“, sagt Roman Wagner, von den Räumlichkeiten ist sie auch kein Vergleich zum Freizeitheim. Es ist nicht einfach, etwas Geeignetes zu finden. Ein großer Versammlungsraum müsste sein, eine Küche wird gebraucht, Platz für Spiele und kleinere Lerngruppen – und alles erschwinglich. Roman Wagner bemüht sich um Fördermittel.

 Doch vorerst geht es hier weiter. „Wir haben viele Ideen“, erklärt Stefanie Voß. Was bereits angeboten wird, steht auf der Homepage des Vereins: www.openhaart.de – und das in verschiedenen Sprachen. Jeden Sonnabend von 12 bis 17 Uhr ist das Freizeitheim auch für neugierige Besucher geöffnet, die erst einmal nur schauen möchten. „Wir sind offen für jeden, der kommt.“

 Hussein aus dem Jemen hat ins Gästebuch geschrieben. Er dankt von Herzen: „I belong to germany not like a refugee or alien, it’s like I am in my home“, schreibt er, der sich nicht wie ein Fremder, sondern wie zu Hause fühlt. (Zu deutsch: Ich fühle mich in Deutschland nicht wie ein Flüchtling oder ein Außerirdischer, es ist, als wäre ich zu Hause.)

 Und wenn ab 2017 Flüchtlinge auch dauerhaft in Neumünster leben, und nicht nur rund sechs Wochen in der Erstaufnahme im Haart untergebracht sind, kann das Wort Integration von Openhaart vielleicht noch größer geschrieben werden. Bis dahin muss aber die Standortfrage für den Ort der Begegnung geklärt sein.

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