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Von Promillebrille bis Fahrsimulator

Verkehrssicherheitstage in der Walther-Lehmkuhl-Schule Von Promillebrille bis Fahrsimulator

Natürlich haben die Schüler schon mal Alkohol getrunken. „Mein Handy konnte ich noch bedienen, Treppe steigen war vielleicht etwas schwierig“, gibt Ravel Peña (21) zu. Donnerstag setzte er sich bei den Verkehrssicherheitstagen der Walther-Lehmkuhl-Schule (WLS) und der Kreisverkehrswacht die Promillebrille auf und sollte nur auf einer Linie entlanggehen und ein paar kleine Gegenstände aufheben. Sein Gang war schwankend, obwohl er sich richtig Mühe gab. Beim Schlüsselbund griff er zweimal daneben. 1,3 Promille gaukelte die Brille ihm vor. „Peinlich“ fand er es.

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Konstantin Tetzlaff (21) sitzt konzentriert im Fahrsimulator und steuert den Smart durch eine Stadt - nicht ohne einen Unfall zu bauen. Die Simulation gaukelt 0,8 Promille vor.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Konstantin Tetzlaff (21) hat bereits seit rund drei Jahren den Führerschein. Den Fahrsimulator sah er nicht als problematische Herausforderung. Er steigt in den Smart, der Film und die Fahrt starten – 200 Meter zum Eingewöhnen. Dann schaltet das System auf 0,8 Promille, der junge Mann fängt an zu bleiern, kommt auf die Gegenfahrbahn, dann zu nah an den Kantstein. „Sie sind zu schnell“, maßregelt ihn Rainer Röper vom Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS). Konstantin Tetzlaff bremst. Ein Kind ist auf die Fahrbahn gerannt. „Gut!“ Ein Wagen droht rückwärts aus der Parklücke auf die Straße zu fahren, der 21-Jährige lenkt hastig auf die linke Fahrbahn. „Unfall!“ Er hat den ihn überholenden Wagen im Rückspiegel übersehen.

 Drei Tage, von Mittwoch bis Freitag, dreht sich in der WLS alles um Sicherheit im Verkehr. Fahranfänger sind überproportional an schweren Unfällen beteiligt. „Selbstüberschätzung, geringe Erfahrung, Ablenkung durch Mitfahrer und Fahren unter Alkoholeinfluss“ nennt Heike Dörner von der Kreisverkehrswacht die häufigsten Ursachen. Mit verschiedenen Aktionen, Infoständen, Vorträgen und Simulationen sollen die Schüler sensibilisiert werden. Marlies Kozielski-Nuske, Fachbereichsleiterin Berufsvorbereitung an der WLS, hat die Aktionstage mit organisiert. Zum fünften Mal finden sie statt und sind eigentlich für alle Schüler ab Klasse 10 in Neumünster gedacht. Aber nur zehn Schülerinnen der Elly-Heuss-Knapp-Schule haben das Angebot angenommen.

 Dabei wird den jungen Leuten eine Menge geboten. Donnerstag zum Beispiel eine Unfallsimulation der Landesverkehrswacht. Sigrid Jansen fährt mit ihrem Wagen Tempo 30 und macht eine Vollbremsung. Die Schüler haben vorher geschätzt, wo das Auto zum Stehen kommt. „Das schaffe ich doch nicht mal mit dem Fahrrad!“ Fünf Stundenkilometer mehr – das ahndet noch nicht einmal die Polizei –, und der Bremsweg verlängert sich so sehr, dass der Wagen einen Dummy überfährt und der mit Wasser gefüllte Luftballon, der einen Kopf darstellen soll, auf der Fahrbahn zerplatzt. Einige Schüler sehen beeindruckt zu. Andere hatten bei der Kreisverkehrswacht Pinneberg bereits im Simulator gesessen und dann Reaktions- und Bremswege errechnet. Theorie und Praxis liegen hier sehr nah beieinander.

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