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Bach-Chor sang herausragend Kantaten

Vicelin Neumünster Bach-Chor sang herausragend Kantaten

Auf hohem Niveau präsentierte am Sonntagabend der Bach-Chor der Vicelin-Kirche in Neumünster Bach-Kantaten unter der Leitung von Kantor Karsten Lüdtke. Das Instrumentalensemble begleitete Chor und Solisten meisterlich. Sopranistin Nicole Ferrein lief zu Höchstform auf.

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Kantor Karsten Lüdtke hatte beim Kantatenkonzert in der Vicelinkirche Orchester und Bach-Chor meisterlich im Griff.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. „Es wächst zusammen, was zusammen gehört“, hatte einst Altbundeskanzler Willy Brandt den Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 kommentiert. Das ist übertragbar auf den Bach-Chor unter der Leitung von Neumünsters Vicelin-Kantor Karsten Lüdtke. In den vier Jahren seit seinem Amtsantritt als Kirchenmusiker an der Stadtkirche hat Lüdtke den Bach-Chor zu einem homogenen und ausdrucksstarken Gesangskörper geformt. Das bewies ein Konzert mit Kantaten von Bach am Sonntagabend.

 Drei Kantaten hatte der Chor im Programm. Begleitet vom Instrumentalensemble Concerto Lübeck, das aufgerüstet mit drei Barocktrompeten war, zeigte der Chor bei dem Eingangschoral der Kantate „Erschallet ihr Lieder“ höchste Homogenität. Lüdtke hatte keine Mühe, den Chor mit großem gestischen Dirigat von leisen Passagen bis zu strahlendem Fortissimo zu geleiten. Das Orchester fügte sich ebenfalls in die dynamischen Bögen ein, blieb dezent in der Klangfülle und breitete damit dem Chor den musikalischen roten Teppich aus.

 Dann kam die große Stunde der Solosänger. Mit vollmundigem Timbre und fantastischer Textverständlichkeit gestaltete Bassist Titus Witt die Arie „Heiligste Dreifaltigkeit“. Tenor Knut Schoch stand ihm dabei bei der Arie „O Seelenparadies“ in nichts nach und beeindruckte mit seiner luftigen Interpretation und glasklarer Stimme. Bei den großen Konzerten des Bach-Chors gehören die Altistin Lidwina Wurth und Nicole Ferrein (Sopran) mittlerweile zu den Stammsolistinnen. In beeindruckender Manier ergänzten sich die beiden bei dem Duett „Komm lass mich“.

 Die große Stunde von Sopranistin Ferrein kam bei der Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“ für Sopran, Trompete, Streicher und Basso continuo. Egal, ob bei den Arien und dem Choral: Nicole Ferrein lief zu Höchstform auf. Nicht nur, dass sie mit einer perfekten Stimme gesegnet ist, sie tanzte die Parts, schaute dabei ins Publikum, gestaltete den Text mal mit strahlender Gestik mal mit traurigem Augenaufschlag. Eine Performance, die nicht nur hörenswert, sondern auch sehenswert war.

 Das Konzert dürfte der Vicelin-Kirchengemeinde ein dickes Minus beschert haben. Nur rund 70 Zuschauer waren gekommen.

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