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Viel los auf der Holstenköste

Neumünster Viel los auf der Holstenköste

Mit einem verregneten Innenstadt-Flohmarkt, Oldtimertreffen mit anschließender Veteranenfahrt, Musik und vielen Folkloredarbietungen ging am Sonntag die 42. Holstenköste in Neumünster zu Ende. "Das vielfältige Programm hat gezogen", bilanzierte Stadtsprecher Stephan Beitz. Allerdings blieb die Besucherzahl hinter der des Vorjahres zurück: Bei überwiegend heiterer Wetterlage von Donnerstag bis Sonnabend und einsetzendem Regen am Sonntagmorgen strömten rund 170000 Gäste zur "Köste".

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Quelle: Frank Scheer

Neumünster. Der in der Nacht zu Sonntag einsetzende Regen machte vielen Flohmarktbesuchern einen Strich durch die Rechnung. Wo üblicherweise auf dem Großflecken die Beschicker in drei Reihen stehen, war diesmal viel Platz. Die genaue Zahl der Anbieter ist unbekannt, aber rund 100 mögliche Verkaufsflächen blieben ungenutzt, so Beitz. Melanie Sonnabend, Ulrike und Thomas Früh kamen um 4 Uhr auf den Großflecken. Die Preetzer waren zum fünften Mal auf diesem Flohmarkt zu Gast. "Wir verkaufen nur hier, weil es keine Standgebühr kostet", erzählte Thomas Früh. "Der Regen heute hat viele abgeschreckt", meinte er. Sonst seien die Gänge zwischen den Ständen nach dem ersten Schwung um 6 Uhr so zwischen 9 und 10 Uhr brechend voll - an diesem Sonntag leider nicht.

Ein echter „Renner“ waren wieder der Holstenköstenlauf, die ADAC-Veteranenfahrt, die Eröffnung mit den Gilden sowie das Kinderstraßenfest in der Holstenstraße und die Kindermeile am Sonnabend in Rencks Park. Als sehr schön erwies sich dort die Ergänzung mit dem ALS-Cup von Stefan Moik. „Unser Dank gilt den Geschäftsleuten, die das Straßenfest in der Holstenstraße organisiert haben“, so Stephan Beitz.

Die Mischung beim Musikprogramm an den sechs Bühnen war ausgewogen. Die Lechschwaben auf der Klosterinsel waren wie immer ein Selbstgänger. Boerney und die Tri Tops, Shout, Zackzillis, Magic 25 und natürlich das Programm auf der Jungen Bühne in den Teichuferanlagen zogen das Publikum an. Einen tollen Abend erlebten die Besucher im Fürsthof. Ansgar Hüttenmüller, der seit über 30 Jahren im Musikgeschäft ist und sich auf Udo Lindenberg spezialisiert hat, gab bei seiner Show „Panik Lidi“ alles. Über drei Stunden rockte der Neumünsteraner in der kleinen Gasse vor mehr als 300 Zuhörern. Seinen ganz großen Auftritt hatte dabei auch der zehnjährige Jaron, der mit seiner Eltern in der ersten Reihe saß. Mehrere Lieder durfte er den 50-jährigen Musiker auf seiner Luftgitarre begleiten – und das machte er bravourös.

42. Holstenköste in Neumünster

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Am Sonnabend flanierten viele Familie durch die Innenstadt. Für den Padenstedter Mark Rüchel war eine Fahrt im Riesenrad mit Tochter Nike (5) Pflicht. „Da ist sie schmerzlos. Am liebsten mag sie aber schnelle Fahrt im Karussell“, erzählte Rüchel beim Anstieg nach oben auf 50 Meter Höhe. Von dort aus genoss er mit seiner Tochter den tollen Blick über den Großflecken. Die Holstenköste besuche er gerne. Allerdings vermisse er den gemütlichen Hinterhof, wo früher auch ein Musikprogramm geboten wurde.

 In historischen Kostümen aus der Zeit des 15. und 16. Jahrhunderts war eine Delegation aus Heide nach Neumünster gekommen. Sie übergaben Kirsten Gerlach von der Stadt Neumünster eine offizielle Einladung zum Heider Marktfrieden. Das Volksfest dort wird vom 14. bis 17. Juli gefeiert. Mit einem Schluck „Heider Marktmeister“, einem in der Westküstenstadt hergestellten Aquavit, aus Holzlöffeln wurde das Ganze besiegelt. Anschließend proklamierte der Kreisschützenverband seine Königspaare. Richtig abschwofen konnte das Publikum anschließend mit der Formation „Von der Waterkant“.

  Ruhig – so bilanzierten die Beamten des 1. Polizeireviers das Stadtfest. Die Einsatzleitstelle verzeichnete von Donnerstag bis Sonntagmorgen nur insgesamt 13 Einsätze mit Holstenköstenbezug (25 im Vorjahr). Dabei hatten es die Beamten  mit meist alkoholisierten Köstengängern zu tun. Bisher liegen sechs Anzeigen wegen Körperverletzungen vor. Der Einsatzschwerpunkt war Am Teich und im Rencks Park. In mehreren Fällen wurde die Polizei darüber hinaus wegen Streitigkeiten oder sich anbahnender Schlägereien gerufen. Oft reichte die polizeiliche Präsenz, um zu schlichten und Straftaten gar nicht erst zuzulassen. In rund 20 Fällen wurden Platzverweise ausgesprochen.

Auch in diesem Jahr erwies sich die gute Zusammenarbeit zwischen Polizei und der Befehlsstelle des DRK/THW auf dem Rathausplatz als sehr positiv. Die Anlaufstelle für Frauen wurde in zwei Fällen kontaktiert: Am Freitag meldete sich nach Angaben von Polizeipressesprecher Sönke Hinrichs eine junge Frau wegen Liebeskummer. Sie hatte ihren Freund im Trubel verloren. Und in der Nacht zum Sonntag hat sich eine Frau gemeldet, die angab, kurz nach Mitternacht Am Teich von Ausländern belästigt worden zu sein. "Hierzu liegen Details noch nicht vor", so Hinrichs. Die Kripo hat die Ermittlungen übernommen. Weitere Fälle sexueller Belästigungen wurden der Polizei nicht angezeigt.

Der Rettungsdienst fuhr nach Angaben von Bereichsleiter Holger Wulff insgesamt 210 Einsätze. "Eine normale Köste", fuhr er fort. Allerdings sei es für die ehrenamtlichen Kräfte teilweise bis ans Limit gegangen. In der Nacht zu Sonntag seien die Rettungskräfte von 1 bis 2 Uhr auf der Klosterinsel bei acht verschiedenen Einsätzen gleichzeitig aktiv gewesen. "Alkohol- und Drogenmissbrauch waren die Gründe", so Wulff.

„Insgesamt hatten wir ein tolles Köstenprogramm, auch wenn es beim Kinder- und auch Seniorenprogramm gewiss noch Luft nach oben gibt“, formulierte Stephan Beitz abschließend. Und vom 8. Juni bis 11. Juni geht dann die Holstenköste 2017 über die Bühne.

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