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Tierpark trifft Vorsichtsmaßnahmen

Vogelgrippe Tierpark trifft Vorsichtsmaßnahmen

Die Vogelgrippe macht sich in Schleswig-Holstein breit, Neumünster und vor allem der Tierpark an der Geerdtsstraße sind bisher verschont geblieben. Damit das auch so bleibt, hat die zoologische Leiterin Verena Kaspari weitreichende Vorsichtsmaßnahmen angeordnet.

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Im Tierpark gelten verschärfte Hygienemaßnahmen. Verena Kaspari (rechts) achtet genau darauf, dass Mitarbeiter wie hier die Zootierpfleger-Gesellin Janika Bade die Vogelbereiche nur in Schutzkleidung betreten und vorher durch Desinfektionswannen laufen.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Von Panik sind alle Mitarbeiter weit entfernt. Auch die Besucher sehen es gelassen, dass sie ihre Schuhe erst einmal desinfizieren müssen. Schließlich geht es darum, die Tiere zu schützen.

Rund 60 Vögel, von Störchen über Schwäne und Uhus bis zu Warzenenten, sind jetzt in festen Ställen. Die beringten Wasservögel wurden in einer konzentrierten Boot-Aktion auf dem großen Teich eingefangen und jetzt sicher untergebracht. Sicher heißt, dass die Gehege ein Dach haben, Gitter sperren sie zwar ein, aber vor allem Wildvögel mit dem H5N8-Virus aus. Auch wenn in Neumünster noch keine infizierten Tiere gefunden wurden oder ein Sperrbezirk eingerichtet wurde.

Die Löffler und die Waldrappen sind in einem Gehege, die Gänse wurden zu den Haubenenten gesteckt. Weißstörche, Hühner und Kraniche sind in einem Teil der Schildkrötenanlage (die machen bereits Winterschlaf) untergekommen, die Nachtreiher im Winterstall, und Schwäne, Kanadagänse und Warzenenten haben eine Unterkunft auf dem Betriebshof gefunden – mit Trockenboxen, einem Wasserbereich und einer kleinen Rampe. „Sie wirken tiefenentspannt“, sagt Verena Kaspari. Alle Tiere haben viel Platz, auch hinter den Kulissen. Nur Warzenente Schnatti ist etwas unglücklich. „Unsere Hofente glaubt nämlich, sie sei eine Katze“, erklärt die Diplom-Biologin mit einem Schmunzeln. Schnatti hielt sich immer bei den Katzen auf, jetzt musste sie mit Laufenten in einen Stall.

Die Mitarbeiter des Tierparks werden immer auf den neuesten Stand gebracht. Kaspari steht in engem Kontakt mit dem Veterinäramt. Die Kanister mit Desinfektionslösung stapeln sich. Die kommt zum Beispiel in die Fußwannen, die vor jedem Vogelbereich stehen. Da dürfen nun auch keine Auszubildenden mehr hinein. Zootierpfleger-Gesellin Janika Bade muss alles desinfizieren, Füßlinge überstülpen, Schutzanzug und Handschuhe anziehen, will sie in die Vogel-Unterkünfte. „Das ist relativ zeitaufwendig, aber anders geht es ja nicht“, sagt die junge Frau. „Wir müssen unsere eigenen Tiere schützen, die haben Vorrang.“

Das verstehen auch die Besucher. „Die sind in keinster Weise gefährdet“, betont Verena Kaspari, die Gefahr geht eher von ihnen aus, dass sie unbemerkt etwas einschleppen. Deshalb sind blaue Matten am Eingang ausgelegt. Es schäumt etwas, wenn man hinübergeht. So werden die Schuhe desinfiziert. An der Kasse gibt es Sprühflaschen mit einer Lösung für die Reifen von Kinder- oder Bollerwagen.

„Ich habe keine Bedenken, hierher zu kommen“, sagt Ralf Littmann aus Henstedt-Ulzburg. Gemeinsam mit seinem Besuch aus Nordrhein-Westfalen spaziert er durch den herbstlichen Tierpark, es gibt genügend Tiere zu beobachten, immerhin leben hier mehr als 700 Tiere in 135 Arten, von der Maus bis zum Eisbär. Lisa und Sebastian Landes mit Söhnchen Maximilian (20 Monate) genießen den Ausflug.

Und falls Neumünster doch Sperrbezirk wird? Dann müssen auch die Humboldt-Pinguine reingeholt werden und der See- und der Steinadler in den Riesen-Volieren eine feste Überdachung bekommen. Sollte sogar ein Fall von Vogelgrippe im Tierpark nachgewiesen werden, müsste er schließen. Aber Verena Kaspari und ihre Crew unternehmen alles, damit es nicht soweit kommt.

Tierpark Neumünster: Geerdtsstraße 100, geöffnet täglich von 9 bis 16 Uhr, Heiligabend/Silvester bis 14 Uhr.

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