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Warmes Wasser kaum vermisst

Fernwärmeversorgung war einen Tag unterbrochen Warmes Wasser kaum vermisst

Birgit Dohrn stellt den Wasserhahn an und fühlt: „Noch warm“, sagt sie. Und ihre Kundin im Frisörsalon schaut ein bisschen erleichtert. Gleich sollen die Haare gewaschen werden. Die Stadtwerke mussten am Dienstag von 9.30 bis gegen 22 Uhr im Bereich Brachenfeld und Teilen des Vicelinviertels die Fernwärmeversorgung unterbrechen – damit gab es für die meisten auch kein warmes Wasser.

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Schweißarbeiten an Rohren an der Ecke Klaus-Groth-/Brachenfelder Straße. Das alte Netz ist hier mit dem neuen Heizwassernetz verbunden worden.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Die Restwärme in den Leitungen reichte aber für die erste Kundin im Frisörsalon im Erdgeschoss des Hog’n Dor. Bei den folgenden Kunden stand Schneiden und Föhnen ohne Waschen auf dem Programm.

 Die Senioren- und Pflegeeinrichtung Hog’n Dor an der Klaus-Groth-Straße war rechtzeitig von den Stadtwerken informiert worden, dass es am Dienstag kein warmes Wasser gibt. Einrichtungsleiterin Sandra Mordhorst reagierte also entspannt. Bis 9.30 Uhr war die Morgentoilette bei den Bewohnern erledigt, noch mit warmem Wasser. „Vielleicht müssen wir heute Abend ein bisschen improvisieren, aber wir haben ja Geräte, um Wasser zu erhitzen.“

 In der Friesenstube, dem Restaurant im Hause Hog’n Dor, lief auch alles seinen Gang. „Der Geschirrspüler erwärmt das Wasser selber“, erklärte Koch Dominik Wanger. Sein Kollege stand an dampfenden Kochtöpfen – Strom war ja nicht abgestellt. Das warme Wasser zum Messerpolieren kam deshalb aus dem Wasserkocher.

 Im Yoga-Studio Art of Balance in der alten Holstenbrauerei störte es auch niemanden, dass es kein Warmwasser gab. Inhaberin Karin Möller hatte die Ankündigung in der Zeitung gelesen. „Nach dem Kursus ist nicht geduscht worden“, sagte sie. Aber es wunderte sie, dass die Stadtwerke keine Flugzettel an die Anwohner verteilt haben. „Ich wusste das gar nicht“, bekannte so eine Anwohnerin der Lessingstraße – „aber bei mir kommt das heiße Wasser auch aus dem Boiler, ich bin also gar nicht betroffen.“ Wie auch Erichs Grill an der Brachenfelder Straße: „Wir bekommen Warmwasser über Gas“, hieß es entspannt.

 Die Stadtwerke stellen die Fernwärmeversorgung vom Dampf- auf das Heizwassersystem um. Leitungen mussten dafür zum Beispiel an der Baustelle Klaus-Groth-/Brachenfelder Straße verbunden werden. Die Umformstation auf dem Gelände der Holstenbrauerei wird zukünftig das Heizwasser von 16 bar auf vier bar Druck herunterformen. „Für die Einbindungsmaßnahmen müssen wir alle Leitungen vom Netz nehmen“, sagte SWN-Pressesprecher Nikolaus Schmidt. Bauleiter Michael Kortum rechnete, dass allein die Schweißarbeiten bis zum frühen Abend dauern. „Danach muss das Netz wieder mit Wasser gefüllt und die Station in Betrieb genommen werden“, erläuterte er Dienstagmittag den Zeitplan. Dann sollte Warmwasser wieder zur Verfügung stehen. Und Fernwärme dürfte bei den Außentemperaturen niemand vermisst haben.

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