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Was tun, wenn’s in der Kita brennt?

Neumünster: Leitfaden vorgestellt Was tun, wenn’s in der Kita brennt?

Feueralarm! Ein schriller Ton schreckt die Erzieher der Kita Schwedenhaus auf, die Krippenkinder hören auf zu spielen und laufen zur Tür. Die Gruppe sammelt sich. Hand in Hand verlassen die Steppkes das Haus, ein ganz kleines Mädchen wird getragen. Die Übung verläuft vorbildlich. Alle Kinder sind „gerettet“.

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Feuer-Übung in der Kita Schwedenhaus: Zwei Gruppen mit unter Dreijährigen verlassen mit ihren Erziehern das Haus und gehen zum Sammelplatz. Spontane Unterstützung gibt es von der Küchenkraft.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Es ist wegen der Allerjüngsten in den Kitas, weshalb das Thema Brandschutz noch einmal brisanter geworden ist. Im Alter von unter drei Jahren können noch nicht alle laufen. Die Kleinen sind ganz besonders auf Hilfe angewiesen. Der Landesfeuerwehrverband hat in Zusammenarbeit mit der Unfallkasse Nord, dem Sozialministerium und der Stadt Neumünster einen Leitfaden herausgegeben, in dem allen Feuerwehren im Lande Hinweise gegeben werden, wie sich die Retter richtig verhalten. Ein zusätzliches Informationsblatt soll in allen 1725 Kitas in Schleswig-Holstein den Mitarbeiter helfen, sich im Falle eines Feuers richtig zu handeln. Druckfrisch liegt beides jetzt vor.

 Dass es in der Kita Schwedenhaus am Meßtorffweg gebrannt hat, ist schon lange her – rund 15 Jahre. Ein technischer Defekt hat es damals ordentlich aus dem Keller qualmen lassen. Die Kinder wurden ins Freie gebracht, die Feuerwehr rückte an, niemand wurde verletzt. Kindertageseinrichtungen müssen immer auf den Ernstfall vorbereitet sein. Deswegen gibt es auch mindestens einmal im Jahr eine Übung. Am Dienstag freute sich Kita-Leiter Jens Christian Schümann, dass alles klappte, und die Krippenkinder völlig unaufgeregt zum Sammelplatz gingen. Im Gartenpavillon kontrollierte Erzieherin Britta Kiene-Buchholz anhand der Feuerkarten, ob alle Kinder das Haus verlassen haben und niemand in einer Spielecke oder auf dem Wickeltisch zurückgeblieben ist. Die orangefarbenen Karten mit einem Foto vom Kind zeigen an, welches Mädchen und welcher Junge in der Kita tatsächlich anwesend sind – eine Art Stechuhr-Prinzip, das sich als äußerst praktisch und zuverlässig erwiesen hat.

 Zaungäste waren am Dienstag Ilona Dudek und Jörg Taube vom Landesfeuerwehrverband sowie Sven Kasulke von der Berufsfeuerwehr. Alles im Blick hatte auch Jörg Asmussen, Fachdienstleiter Frühkindliche Bildung bei der Stadt Neumünster. Er war es, der außerdem auch als ehemaliger Kita-Leiter und ehrenamtlicher Feuerwehrmann alle Seiten des Brandschutzes für Kitas kennt und die Arbeitsgruppe für den landesweiten Leitfaden unterstützt hat. Fast zwei Jahre dauerte es, bis die Broschüre und das Infoblatt fertig waren. „Die Checkliste finde ich gut“, sagte Schümann beim Blick auf das druckfrische Papier, „ich habe auch schon ein paar Anregungen gefunden.“

 Die Feuerwehren bekommen mit dem Leitfaden eine Handlungsempfehlung an die Hand, die von der Vorsorge über die Brandschutzerziehung, Ausstattung einer Kita, Flucht- und Rettungswege bis zum Alarmplan und Tipps für die Betreuung der evakuierten Kinder reicht. „Vor allem wollen wir aber damit für das Thema sensibilisieren“, sagt Ilona Dudek.

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