21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
„Eigentlich würde ich lieber Eis essen“

Für Weihnachtsmarkt zu warm? „Eigentlich würde ich lieber Eis essen“

13 Grad, ein bisschen Frühling liegt in der Luft, und Sophie (14) und Kijara (13) schnallen sich die Schlittschuhe an. Sie wollen auf die Eisbahn auf Neumünsters Großflecken. Jana Boest und Joachim Diekena trinken Punsch. „Das gehört doch zum Weihnachtsmarkt dazu“, erklären sie.

Voriger Artikel
Kapazitäten der Tafel ausgeschöpft
Nächster Artikel
Geruhsames Einkaufsfinale

Jana Boest und Joachim Diekena aus Bad Bramstedt trinken einen (Kinder-)punsch, weil es zum Weihnachtsmarkt dazugehört. „Man muss sich doch eingrooven auf Weihnachten...“

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Von ungewöhnlich milden Temperaturen lassen sich die Besucher nicht abschrecken. Tatsächlich läuft der Glühwein. Auch heißer Kakao. „Und Apfelpunsch ist stark im Kommen“, sagt Brigitte Lange vom Glühweinstand. Den Heizlüfter hinterm Tresen hat sie bereits ausgeschaltet. Julian Horlbeck von der Friesen-stuv verkauft mehr Bier als sonst. Er glaubt nicht, dass weniger Besucher da sind. „Vielleicht kommt die Weihnachtsstimmung etwas schleppender auf“, mutmaßt er.

 Der (Kinder-)Punsch steht bei den beiden Bad Bramstedter Besuchern Jana Boest und Joachim Diekana auf dem Stehtisch: „Man muss sich doch irgendwie auf Weihnachten eingrooven.“ Zeitgleich schallt Bald ist Nikolaus’ Abend da... aus den Lautsprechern. Und trotzdem fühlt sich alles eher wie Frühlingsmarkt an.

 Gerhard Falk gibt zu: „Eigentlich würde ich lieber ein Eis essen.“ Gibt es hier aber nicht. Dann eben doch Punsch. Familie Heinrich hat eine Flasche Fanta gekauft. Doch die ist für Tochter Alina (3). Die Eltern Nathaly und Michael Heinrich haben bereits einen Glühwein getrunken. „Wenn’s kälter wär’, würd’s besser schmecken“, sagt der Vater.

 Kevin Borkenhagen arbeitet auf der Eisbahn. Der macht das frühlingshafte Wetter etwas mehr zu schaffen. „Noch ist das Eis gut“, sagt der 26-Jährige am Sonntagmittag, die Fläche hat er permanent im Blick. Die Technik läuft auf Hochtouren. Und die Nachfrage ist auch ungebrochen. Doch bei den Temperaturen steht schnell Wasser auf dem Eis. „Normalerweise ist das Eis sieben Zentimeter dick“, erklärt Borkenhagen, in einer Ecke ist es durch das Tauwetter schon auf drei Zentimeter geschrumpft.

 „Es ist deutlich zu warm für die Eisbahn und für den Weihnachtsmarkt“, sagt auch Stadtsprecher Stephan Beitz, „die Stromrechnung möchte ich lieber nicht sehen.“ Dabei bleibt für die Stadt nur ein geringer Anteil, denn „das Projekt Eisbahn ist ja durchfinanziert“ dank vieler Sponsoren. In den vergangenen Jahren kostete das Eisvergnügen zwischen 8000 und 12000 Euro. Und es ist nicht das erste Jahr mit Eisbahn-schädlichem Wetter. „2014 hatten wir 17 Tage Dauerregen“, erinnert „Eisbahndirektor“ Beitz.

 Was wieder sehr gut lief (und läuft), ist auch dieses Jahr das Eisstockschießen für Firmen, Vereine und Organisationen. 84 Mannschaften nahmen teil, „mehr können wir leider nicht starten lassen“, so der Stadtsprecher. Beim Turnier, das seit Jahren der Polizei-SV Union Neumünster organisiert, stehen am heutigen Montag die Finalrunden auf dem Programm.

 Sophie und Kijara drehen inzwischen ihre Runden auf der Eisbahn. Falls es nasser wird, darf man eben nicht hinfallen. Die beiden Teenager schmunzeln. Genau das ist ihnen am Sonnabend passiert. Doch es schreckt sie nicht ab. Alle Jahre wieder, tönt es auf dem Weihnachtsmarkt, ... kommt der Frühling wieder.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Anja Rüstmann
Holsteiner Zeitung

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Neumünster 2/3