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Dachsanierung für 1,3 Millionen Euro?

Werkhalle Thema im Ausschuss Dachsanierung für 1,3 Millionen Euro?

„Das ist ein Hammer“, findet Helga Bühse, baupolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. Gemeint sind die Kosten für die Dachsanierung der alten Werkhalle der ehemaligen Textilfachschule an Klosterstraße und Meßtorffweg, die die Bauverwaltung auf 1,3 Millionen Euro veranschlagt.

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Gut 1,3 Millionen Euro teuer käme die Dachsanierung für die alte Werkhalle der ehemaligen Textilfachschule. Der nordöstliche Teil wird als Depot für das Museum Tuch + Technik genutzt, zum Kunstflecken auch für kulturelle Veranstaltungen.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Die Halle wurde 1952 für den Lehrbetrieb der Schule gebaut, heute wird sie im südwestlichen Teil von der Niederdeutschen Bühne als Studio-Theater genutzt. Der nordöstliche Bereich dient dem Museum Tuch + Technik als Depot für eingelagerte Exponate wie die Spinnerei Wiese, das vom Förderverein betreut wird, und auch Neumünsters alljährlichem Kulturherbst, dem Kunstflecken, als Location.

 Mit den Unterlagen für die nächste Sitzung des Bauausschusses am 21. April ereilte die Kommunalpolitik jetzt eine Mitteilung des Fachdienstes Gebäudewirtschaft. Abplatzungen an den Deckenplatten aus Porenbeton waren der Grund dafür, dass die Bauverwaltung bereits 2014 und 2015 das Statikbüro Horn + Horn und die Materialprüfungsanstalt des Landes eingeschaltet hatte.

 Fazit: Das Dach mit einer Gesamtfläche von 3550 Quadratmetern weist drei unterschiedlich schwerwiegende Schadensbilder auf, wie Fachdienstleiter Ralf Schnittker formulierte. Den schlechtesten Zustand zeigt der Eingangsbereich am Meßtorffweg, der bereits für 2014 für den Kunstflecken mit einem Gerüsttunnel gesichert und 2015 saniert wurde.

 Für das untere Dach ist laut Statiker eine Sanierung in den nächsten vier bis fünf Jahren notwendig; ab einer Schneehöhe von zehn Zentimetern muss hier geräumt werden. Im oberen Dach im Bereich der Laterne sind die Porenbetonplatten noch relativ druckfest; aber auch hier muss Schnee ab 15 Zentimetern Höhe geräumt werden. Da 480 Kubikmeter Schneeräumung von Hand illusorisch wären, will Schnittker in einem solchen Fall das Gebäude sperren lassen.

 „Weiterer Sanierungsbedarf besteht für umlaufender Gebäudeverglasungen, die Niederdeutsche Bühne meldet den Bedarf für barrierefreie WCs an. Die Kosten dafür sind noch nicht ermittelt“, gibt Bühse zu bedenken. Die CDU will das Thema im Ausschuss als ordentlichen Tagesordnungspunkt behandeln und wissen, weshalb das Gremium erst jetzt von den erheblichen Mängeln erfährt.

 Fraktionschef Gerd Kühl mahnte, nicht jetzt schon Beschlüsse zu fassen, die sich auf den Haushalt 2017/2018 auswirken. „Wir müssen die gesamte finanzielle Lage am Ende des Jahres bedenken.“

 Für Thomas Krampfer, Grünen-Fraktionschef im Rat und Ausschussmitglied, steht fest: „Dieses Stück Identität für die Stadt muss bewahrt werden.“ Er sieht keine andere Möglichkeit als die Sanierung, auch im Hinblick für die Depot-Objekte und den Kunstflecken. „Ich finde“, argumentiert Krampfer, „das sollte sich Neumünster leisten.“

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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