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Zahl der Straftaten rückläufig

Asylbewerber kaum auffällig Zahl der Straftaten rückläufig

Trotz des kontinuierlichen Rückgangs der Straftaten in den vergangenen Jahren auf 9102 anno 2014, also vier Prozent weniger als im Vorjahr, trägt Neumünster unter den vier kreisfreien Städten im Lande die rote Laterne, wenn auch nur ganz knapp hinter Lübeck.

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Inspektionsleiter Bernd Lohse (rechts), Kriminalrätin Juliane Bohrer und Kriminaloberrat Thomas Wolff stellten die Kriminalstatistik 2014 für Neumünster vor.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Mit der Aufklärungsquote von 54 Prozent liegt Neumünster aber über dem Landesdurchschnitt von 51,2 Prozent. „Das jedenfalls sind die bereinigten Zahlen, die einen Vergleich mit anderen Kommunen erlauben“, sagte am Freitag Kriminalrätin Juliane Bohrer. Denn dass Neumünster bei der Präsentation der Landesstatistik mit 13078 Taten so extrem schlecht abgeschnitten hatte, ist einzig dem Umstand geschuldet, dass hier die zentrale Unterkunft für Asylbewerber untergebracht ist. Somit wird jede illegale Einreise dem „Wohnort“ Neumünster zugeordnet.

 Mit einem Vorurteil räumte Bohrer auch gleich auf: „Auf die Delinquenten nach dem Asylbewerbergesetz kommen lediglich 24 Taten von Ladendiebstahl.“ Was auch Inspektionsleiter Bernd Lohse als „verschwindend gering“ bezeichnete. Apropos Diebstahl: Einfacher Diebstahl schlug mit 1767, schwerer mit 2278 Taten zu Buche, was zusammen gut 30 Prozent aller Straftaten ausmacht.

 An Wohnungseinbruchdiebstählen registriert die Statistik 272 (20 weniger als im Vorjahr), davon 80 (Vorjahr 111) Taten bei Tag. Am sichersten leben die Neumünsteraner übrigens in den Stadtteilen Brachenfeld, Stör und Gadeland; die meisten Delikte wurden Ruthenberg (rund 4000) und der Innenstadt (rund 2000) zugeschrieben, in erster Linie laut Bohrer Schwarzfahren, Fahrrad- und Ladendiebstähle. Bei „Fahrrad“ gab es einen deutlichen Rückgang von rund 1100 auf rund 900 mit deutlich steigender Aufklärungsquote.

 In der Rauschgift-Kriminalität konnten durch vermehrte Ermittlungsarbeit (nun sechs Kollegen im Team) die Fallzahlen von 329 auf 376 gesteigert werden. Bei Rohheitsdelikten gab es einen Rückgang um 1,2 Prozent, bei Raub steigerte sich die Zahl der Fälle aber um 31 Prozent. Leicht rückläufig ist der Anteil der jugendlichen Täter von 454 auf 443; in Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Sozialen Dienst konnte auch eine Serie von Sachbeschädigungen (unter anderem Eindringen in eine Kirche) durch eine Youngster-Gruppe geklärt werden.

 Was Lohse besonders am Herzen liegt: Angesichts der Gewalt gegen Polizeibeamte im Einsatz (58 Übergriffe in 2014) sollen die jungen Kollegen in der Ausbildung besser auf solche Situationen vorbereitet werden. „Häufig sind es banale Anlässe, bei denen Alkohol im Spiel ist, und dann werden die Kollegen bespuckt oder geschlagen.“

 Nicht vor Jahresende werden die 2000 Fragebogen ausgewertet sein, die in Neumünster wie auch in Flensburg im Rahmen einer Dunkelfeldstudie verschickt wurden. Dabei geht es um die Straftaten, die nicht gemeldet wurden. Zum Beispiel aus Scham bei Sexualdelikten. Oder weil die Versicherung nicht zahlt. Oder weil die Geschädigten der Meinung sind: „Da tut sich ja doch nichts.“

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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