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31-Jähriger klammert sich außen an der Lok fest

Zug fährt ab 31-Jähriger klammert sich außen an der Lok fest

Und das alles für eine schnelle Zigarette: Ein Mann, der kurz vor der Abfahrt des Regionalexpresses von Neumünster nach Hamburg noch schnell eine Zigarette rauchen wollte, hat am Dienstag für reichlich Chaos gesorgt.

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Brokstedt. In eine lebensgefährliche Situation hat sich am Dienstagvormittag ein 31-Jähriger am Bahnhof Neumünster gebracht. Eigentlich wollte der Mann um 9.25 Uhr den Regionalexpress in Richtung Hamburg nehmen. Er hatte sein Gepäck bereits in einen Waggon gestellt und wollte vor Abfahrt des Zuges noch schnell eine Zigarette rauchen. Als der Zug dann plötzlich die Türen schloss, hängte sich der Mann kurzerhand an die hintere Lok des Zuges. Eine gefährliche Aktion, denn ein Regionalexpress kann eine Geschwindigkeit von 120 km/h erreichen.

„Das war eine Kurzschlussreaktion. Der Mann sah nach eigenen Angaben keinen anderen Ausweg“, sagte Polizeisprecher Hanspeter Schwartz. Der 31-Jährige habe auf dem Trittbrett der Schiebelok gestanden und sich an zwei Haltegriffen festgeklammert. Etwa acht Minuten fuhr er so mit. Weil sich die Schiebelok am Ende des Zuges befand, habe der Zugführer den Passagier nicht bemerkt. Erst einem Fahrdienstleiter auf der Strecke sei der Mann aufgefallen. Er informierte den Lokführer, der seinen Zug außerplanmäßig in Brokstedt anhielt – rund 15 Kilometer vom Bahnhof Neumünster entfernt.

„Der Mann hatte Glück, dass der Zug auf der kurzen Strecke noch keine hohe Geschwindigkeit hatte, sonst wäre er vom Zug geweht worden“, so Schwartz. „Das ist kein dummer Jungenstreich, sondern lebensgefährlich.“ Zwar müsse der 31-Jährige nicht mit einer Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr rechnen, wohl aber mit einer Strafe wegen einer Ordnungswidrigkeit. Außerdem könnten auf den 31-Jährigen Forderungen der Deutschen Bahn zukommen. Durch den Polizeieinsatz verspätete sich der Zug um 35 Minuten.

Bei dem Mann handelt es sich um den zweiten Trittbrettfahrer in Schleswig-Holstein in kurzer Zeit. Erst im April hatte sich ein 23-Jähriger an einen Zug gehängt, weil er sich das Geld für ein Ticket auf der Strecke zwischen Bad Oldesloe und Reinfeld sparen wollte.

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Motive und Konsequenzen
Foto: Zwei Haltegriffe und ein Trittbrett: Was eigentlich dem Einstieg für Zugführer dient, wurde am Dienstag genutzt, um sich an den Zug zu hängen.

Das Gepäck drin, die Türen verschlossen und der Passagier noch draußen. Der Zug fährt ab. Dieses Szenario ereignete sich am Dienstagmorgen am Neumünsteraner Bahnhof. Der betroffene 31-Jährige wusste sich nicht anders zu helfen und klammerte sich an die Lok. Nicht der erste Fall in Schleswig-Holstein.

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