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Exklusive Einblicke hinter die Kulissen

Führungen durchs Klärwerk Exklusive Einblicke hinter die Kulissen

Rund 1000 Kubikmeter Abwasser rauschen Stunde um Stunde ins Klärwerk Neumünster, bei Regen noch erheblich mehr. Jährlich sind es etwa sieben Millionen Kubikmeter Wasser, die hier gereinigt werden. Zum Weltwassertag am Mittwoch öffnete das Klärwerk am Niebüller Weg für Führungen seine Tore.

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TBZ-Leiter Ingo Kühl zeigt den Besuchern, was im Rechengebäude schon mal aus dem Abwasser herausgesammelt wird und im Container landet.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Am Vormittag warteten mehr als 20 Neumünsteraner auf Einblicke hinter die Kulissen und in die Klärteiche. Ingo Kühl, Leiter des Technischen Betriebszentrums (TBZ), und Abwassermeisterin Birgit Loß ermöglichten sie.

Es stinkt. „Man gewöhnt sich an alles“, erzählt Mitarbeiter Birger Jochens gelassen. Die braune Suppe, die im Klärwerk ankommt, wird mit Rechen durchkämmt, um Papierfetzen oder Holzstücke herauszusieben.  Ingo Kühl erläutert das Prozedere. In Containern werden die Fetzen gesammelt und in einer Biokompostierung entsorgt.

Wäscheklammern für die Nase hat niemand der Besucher dabei, brauchen sie auch nicht auf dem weiteren Weg. Gerüche werden abgesaugt. Der informative Spaziergang über das Gelände führt zum Sand- und Fettfang. Gut, dass diese Anlage abgedeckt ist. „Das stinkt so richtig. Von Einfeld zum Beispiel kann das Wasser einen Tag unterwegs sein, da fängt es schon an zu faulen.“

Über die Vorklärung geht es zu den Belebungsbecken, sieben Meter tief sind sie. Sie sind das Herz der Kläranlage, hier findet die größte Reinigung statt. Am Boden liegen perforierte Schläuche, Luft sprudelt, das Wasser blubbert. Mikroorganismen verrichten hier ihre Arbeit. Kühl erzählt von Nitraten, Stickstoff, Phosphor, die Besucher nicken und verstehen. Vier Nachklärbecken gibt es noch. Nach der letzten Reinigungsstufe fließt das Wasser über Bullenbek, Stör, Elbe letztlich in die Nordsee. Natürlich nicht, ohne ständig kontrolliert worden zu sein. Zum Beweis gibt es noch einen Blick ins eigene Untersuchungslabor.

Ingo Kühl erzählt auch, dass bis Dezember 2018 noch eine Filtration gebaut werden soll, in der mit Tuchfiltern noch mehr Feinstoffe eliminiert werden. Eine vierte Reinigungsstufe gegen Keime und Hormone im Wasser ist dagegen noch Zukunftsmusik.

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Ein Artikel von
Anja Rüstmann
Holsteiner Zeitung

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