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Neumünsteraner Wind eingefangen

Künstler zu Gast Neumünsteraner Wind eingefangen

Dreieinhalb Wochen sind sie schon in Neumünster und machen Kunst. Bastienne Kramer (56) aus Amsterdam und Lee Cheuk Wun Sharon (25) aus Hongkong nehmen am Programm „Artists in Residence“ teil und sind zu Gast in der Stadttöpferei am Fürsthof.

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Lee Cheuk Wun Sharon aus Hongkong hat keramische Gebilde geformt, die ein bisschen wie Steine aussehen. Mit Wasser gefüllt werden sie zu einem Klangexperiment.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Am Sonnabend werden sie im Rahmen der Kultournacht von 18 Uhr bis Mitternacht in der Stadttöpferei ihre Werke präsentieren. Die nackten Frauen der Niederländerin und tropfende Tongefäße der Chinesin haben wenig gemein – bis auf das Material. Und dann kommen auch die Tonplatten von Lee Cheuk Wun Sharon zur Geltung, die sie in Rencks Park zu guter Letzt vom Neumünsteraner Wind hat bearbeiten lassen.

Foto: Bastienne Kramer aus Amsterdam wartet darauf, dass ihre Frauendarstellungen im Ofen gebrannt werden.

Als die beiden Künstlerinnen am 25. April in Neumünster ankamen, war die 25-Jährige aus Hongkong vom norddeutschen April-Wetter überrascht. Von der Energie der Natur ließ sie sich inspirieren und fing den Wind im Park ein. Sie legte unbehandelte Keramikplatten aus und ließ unterschiedliche Gegenstände, vom Wind bewegt, darüberstreichen.

Abschlusspräsentation zur Kultournacht am Sonnabend

Zur Abschlusspräsentation zeigt die junge Chinesin auch ihre Keramikgefäße. Wie Vasen sehen sie nicht aus, eher wie Steine. Sie werden mit Wasser befüllt, und da der Ton durchlässig ist, tropft das Wasser langsam heraus – und fertig ist das Klangexperiment.

Im krassen Gegensatz dazu stehen die Werke der zweiten Stipendiatin. Bastienne Kramer aus Amsterdam produziert Frauenkörper. Die Vorlagen dazu sucht sie weltweit in Museen. Jahrtausende alte Figuren kopiert sie dann, aber auch neumodischer Kitsch findet Eingang in ihre Arbeit. Wie die Verkleidung von Einwegfeuerzeugen in Form von nackten Frauenfiguren. Gestaltet die 56-Jährige sie nach, verlieren sie jeglichen Bezug zu Souvenirs: es entsteht Kunst. Im Neumünsteraner Museum hat sie zwar keine neue Vorlage gefunden. Dafür ließ sie sich von den roten Dachziegeln der Stadt inspirieren und arbeitete in der Stadttöpferei überwiegend mit rotem Ton.

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Ein Artikel von
Anja Rüstmann
Holsteiner Zeitung

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