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Zukunft des Vereins bleibt ungewiss

MTSV Olympia Zukunft des Vereins bleibt ungewiss

Massiver Mitgliederrückgang und extreme Schulden: Die Zukunft des MTSV Olympia, der älteste Sportverein in Neumünster, steht nach wie vor auf Messersschneide.

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Nur bei den Ehrungen herrschte Frieden: Der Präsident des Ältestenrates des MTSV Olympia Neumünster, Horst Timm (rechts), ehrte bei der Mitgliederversammlung seinen Bruder Rolf Timm und Marianne Dwars für jeweils 70 Jahre Vereinsmitgliedschaft.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. „Wenn wir mit dem VFR oder Torpedo über Nutzungsverträge unserer Vereinssportstätten nicht einig werden, müssen wir unser Areal verkaufen“, zeigte sich jetzt der erst im Oktober gewählte 1. Vorsitzende, Heiko Kittelmann, bei der Mitgliedersitzung im MTSV-Sportlerheim am Forstweg nicht sonderlich optimistisch was die Überlebenschance des Vereins betrifft. Zum einen ist die Mitgliederzahl im vergangenen Jahr von 537 auf 456 extrem geschrumpft. Außerdem weist die Abschlussbilanz des vergangenen Jahres ein Minus von rund 18000 Euro aus. Damit sind die Verbindlichkeiten inklusive von Mitgliedern gewährter Darlehen um rund 6500 Euro auf stolze 83000 Euro gestiegen, bei einem Kassenbestand von nur noch 13000 Euro. „Nur wenn wir aus dem Stand 200 neue Mitglieder generieren können, ist eine ausgeglichene Jahresbilanz denkbar“, erläuterte der Vereinsboss den 43 stimmberichtigten Vereinsangehörigen. Wenn das nicht klappt müsse das Areal des Vereins verkauft werden. Allein der geschätzte Sanierungsstau am Sportlerheim mit rund 200000 Euro ohne eine energetische Sanierung, die zusätzlich mit bis zu geschätzten 115000 Euro zu Buche schlagen könnte, würde das notwendig machen.

Im April wird weiter verhandelt

Die Stadt möchte, wie berichtet, das Gelände kaufen und daraus Bauland machen. Zusammen mit dem Kreissportverband hat die Verwaltung im vergangenen Jahr einen Sportstätten-Entwicklungsplan ausgearbeitet. Darin wurde dem MTSV „empfohlen“, mit dem Polizei-SV und dem FTN zu fusionieren und auf deren Sportanlagen an der Stettiner Straße heimisch zu werden. Als „Daumenschrauben“ hatte die Ratsversammlung, um darüber Verhandlungsbereitschaft beim MTSV zu erreichen, die zur Verfügung gestellten Finanzmittel in Höhe von rund 550 000 Euro für einen Kunstrasen im städtischen Stadion an der Geerdtsstraße und weitere Halogenausstattung mehrerer Sportplätze mit einem Sperrvermerk belegt, der bis dato nicht aufgehoben ist. Als bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im vergangenen Juni die Sportler gegen Fusionsgespräche votierten war der damalige 1. Vorsitzende, Horst Pohl und Kittelmann als 3. Vorsitzender postwendend zurückgetreten. Kittelmann, im Oktober zum 1. Vorsitzenden gewählt, folgte dem Votum der Mitglieder, mit dem VFR und Torpedo über Kooperationsverträge zu verhandeln. Bisher allerdings ohne messbarem Erfolg. „Der VFR ist interessiert. Im April wird weiter verhandelt“, kündigte Kittelmann an. 

Es liegt einiges im Argen

Der Kassenbericht von Jodelle Sauer bewies, dass auch hier einiges im Argen liegt. So wurde im aufgestellten Etatplan des vergangenen Jahres ein Posten in Höhe von 8058 Euro für die Pflege und Instandhaltung der Sportplätze schlicht vergessen. Außerdem stellte sich heraus, dass die Aussage von Kittelmann, dass das Bilanzminus nicht durch die Sparten verursacht worden sei, so nicht richtig war. Allein die Tanzsportsparte fuhr ein dickes Minus von über 2000 Euro ein.

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