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Neuer Kommandeur, alte Sorgen

Alles hört auf Oberstleutnant Alexander Radü Neuer Kommandeur, alte Sorgen

Das Aufklärungsbataillon 6 Holstein in Eutin hat einen neuen Chef: Brigadegeneral Jürgen Joachim von Sandrat, Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 41, übergab am Freitag Oberstleutnant Alexander Radü bei einem Appell auf dem Marktplatz das Kommando über die rund 650 Soldaten der Rettberg-Kaserne.

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Brigadegeneral Jürgen Joachim von Sandrat, Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 41 (Mitte), übergab das Kommando über das Aufklärungsbataillon 6 Holstein auf dem Eutiner Marktplatz an Oberstleutnant Alexander Radü (rechts). Links der scheidende Kommandeur, Oberstleutnant Georg-Wilhelm Prinz zu Waldeck und Pyrmont.

Quelle: Orly Röhlk

Eutin. Der 42-jährige Radü ist der 21. Kommandeur des Bataillons und Nachfolger von Oberstleutnant Georg-Wilhelm Prinz zu Waldeck und Pyrmont. Der wechselt nach knapp zwei Jahren in Eutin und einem Einsatz im Kosovo nach Potsdam zum Einsatzführungskommando der Bundeswehr.

 Radü begann seine Karriere 1992 in Augustdorf (Nordrhein-Westfalen) beim Panzeraufklärungsbataillon 7. Nach einer Station in Lüneburg studierte er Vermessungswesen in München, ab 2003 war er knapp drei Jahre Kompaniechef der Gebirgspanzeraufklärer in Freyung, unterrichtete danach in Munster und wurde stellvertretender Kommandeur des Aufklärungslehrbataillons 3 in Lüneburg. Er arbeitete zuletzt im Stab der 1. Panzerdivision in Hannover. Radü absolvierte mehrere Auslandseinsätze, unter anderem im Kosovo.

 Der scheidende Kommandeur und auch von Sandrat übten in ihren Ansprachen Kritik am Zustand der Infrastruktur in der Rettberg-Kaserne. „Seit 2010 stehen zwei wesentliche Gebäude leer, die eigentlich schon längst wieder in Betrieb sein sollten“, so Prinz zu Waldeck und Pyrmont. Vor Ende dieses Jahres werde wohl nicht mit den Arbeiten begonnen, stellte er das Ende der Sanierung nicht vor Mitte 2020 in Aussicht.

 Die Unterkünfte sollten eigentlich schon vor Jahren saniert werden. Doch dann kam der Baustopp vor dem Hintergrund von Ministerwechsel, Bundeswehrreform und Umstrukturierung, und Eutin bangte um den Erhalt des Standortes. Zwar stand 2011 fest, dass der Standort erhalten bleibt, doch die Arbeiten mussten neu europaweit ausgeschrieben werden, und die Zeit ging ins Land.

 Aus Sicht von Sandrats sei der bauliche Zustand der Gebäude daher indiskutabel: „Eutin ist der mit Abstand schlechteste Standort in meiner Brigade“, bezeichnete der General die „marode, veraltete Infrastruktur“ als nicht hinnehmbar. Ihm sei völlig unverständlich, dass sich außer Lippenbekenntnissen nichts tut.

 Verhaltener äußerte sich Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz: „Was in Plön passiert ist, dass muss auch in Eutin passieren“, erklärte der Verwaltungschef, offenbar angetan von dem Besuch von Ursula von der Leyen einen Tag zuvor in Plön. Dort hatte die Verteidigungsministerin bis 2020 rund 30 Millionen Euro für die Modernisierung der Marineunteroffizierschule (MUS) in Aussicht gestellt. Zwei Gebäude sind dort schon für neun Millionen Euro auf dem neuesten Stand gebracht worden.

 Die dringend erforderlichen Umbau und Sanierungsmaßnahmen in der Rettberg-Kaserne seien anerkannt und genehmigt, die Haushaltsmittel stünden im Bundeshaushalt bereit. „Nun muss die Umsetzung folgen!“, so Schulz. Für ihn war es der sechste und als Bürgermeister zugleich letzte Kommandeurswechsel. Er geht 2016 in den Ruhestand.

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