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Jede Blume war eine Tasse Kaffee

Atif Gülücü stellt in Eutin aus Jede Blume war eine Tasse Kaffee

Atif Gülücü ist für seine Installationen aus ungewöhnlichen Zutaten bekannt. Im Eutiner Ostholstein-Museum zeigt der Schriften- und Kunstmaler nun sein Werk „Literarisches Blumenmeer“ aus 1200 Draht-Filter-Blumen.

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Jede einzelne Blume eine Tasse Kaffee: "Literarisches Blumenmeer" nannte der Preetzer Atif Gülücüseine Installation aus 1200 Draht-Filter-Blumen. Vor 21 Jahren begann der Künstler, gebrauchte Kaffeefilter samt Inhalt zu trocknen und zu sammeln.

Quelle: Orly Röhlk

Eutin. „Egal, was an Material in meine Hände kommt: Ich mache ein Objekt daraus“, sagt Atif Gülücü, bekannt für seine Installationen aus ungewöhnlichen Zutaten. Im Eutiner Ostholstein-Museum zeigt der 1953 in Antakya (Türkei) geborene Schriften- und Kunstmaler sein Werk „Literarisches Blumenmeer“ aus 1200 Draht-Filter-Blumen. Jede Blume war einmal eine Tasse Kaffee.

Vor 21 Jahren begann Gülücü, der seit 1980 in Preetz lebt, gebrauchte Kaffeefilter samt Inhalt zu trocknen und zu sammeln. Vor rund drei Jahren stellte er Julia Hümme seine Idee vor. „Er packte Draht, getrocknete Kaffeefilter und Styropor aus“, erinnert sich die Museumsleiterin. Vor ihren Augen sei ein Bild entstanden, wie ein Blütenteppich aussehen kann. „Ich bringe die Natur in die Räume. Frau Hümme hat das Bild in mir gesehen“, erklärte Gülücü, der in einem seiner Bilder den Satz „Meine Werke sind Musik. Ich höre mit meinen Augen, wie sie singen“ verarbeitet hat.

 Wort und Bild gehören bei ihm zusammen. Sein „Literarisches Blumenmeer“ weckt Assoziationen ans Kaffeetrinken. Er hat es um Satzfetzen ergänzt und sie freihändig auf den mit Papier verkleideten Styroporgrund aufgemalt. Es sind beim Kaffeetrinken gehörte Worte und stumme Gedanken, die an vergangene Situationen erinnern. Sechs Tage brauchte es, die 150 Quadratmeter große Installation im Obergeschoss aufzubauen. Die verwendeten Filter stammen von Kaffee, der in den letzten drei Jahren getrunken wurde. „Ich habe jede Tasse einzeln gekocht und trocknen lassen.“

 Das Material kann für Gülücü nicht ungewöhnlich genug sein. Mal waren es Windeln nach der Geburt seines Sohnes, mal leere Zementsäcke, die er eigentlich entsorgen sollte. Mit Acrylfarbe und den Säcken entstand eine „Seerose“, die aktuell in der Dauerausstellung des Museums zu sehen ist. Gefördert wird die Schau von der Deutsch-Türkischen Gesellschaft Kiel, deren Vorsitzender Sahabettin Atli zur Eröffnung am Sonntag, 19. Juni, ab 11.30 Uhr sprechen wird. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 28. August montags bis donnerstags von 11 bis 18 Uhr sowie freitags bis sonntags und an Feiertagen von 11 bis 19 Uhr.

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