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Wünsche schweben in den Himmel

Bürgerfest in Malente Wünsche schweben in den Himmel

Abenteuerschwimmbad und freies WLAN: Was sich große und kleine Malenter wünschen, entschwebte im Kurpark an Luftballons befestigt gen Himmel. Anlass für die Postkarten-Aktion war das Bürgerfest zum 800-jährigen Bestehens der Orte Benz, Kreuzfeld, Malkwitz, Sieversdorf und Malente.

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Ein Abenteurschwimmbad und die Renovierung der Grundschultoiletten setzten Mia (7), Momme (2) und ihre Mutter Laura Brenneis gemeinsam mit Mias Freundin Jenna (7) auf ihre Wunschkärtchen. Diese flogen an Luftballons befestigt gen Himmel.

Quelle: Orly Röhlk

Malente. „Auch eine bessere Betreuung nach der Schule wäre schön“, meinte Laura Brenneis (34), die mit ihren Sprösslingen Mia (7) und Momme (2) sowie Jenna Voelker (7) ihre Wünsche notierte. Auf einer Großleinwand für die Übertragung des EM-Fußballspiels hatten sie Gelegenheit, den Festakt im Kursaal mitzuverfolgen, wo Sopranistin Eva Monar und junge Gesangs- und Tanztalente die Ansprachen kreativ begleiteten. Bürgermeister Michael Koch verwies auf die Zukunftsstrategie 2030 der Gemeinde, die an einem Bundes-Forschungsvorhaben für periphere Kleinstädte teilnimmt und ein Gemeindeentwicklungskonzept erarbeitet. Am Ende stehe ein bürgerschaftlich getragenes Konzept. „Der Anstoß ist erfolgt, wo der Weg hinführt, liegt an uns“, so Koch.

Die Bedeutung schnellen Internets unterstrich Ministerpräsident Torsten Albig. „Peripherie ist nur da, wo kein Glasfaserknoten liegt, weil die Wertschätzung der Zukunft nur über Glasfaser geschieht. Wir werden Sie unterstützen bei Ihrer Entwicklung. Der Malenter Geist ist ein Guter, wir können gemeinsam noch viel erreichen.“ Er habe nie wieder eine so schön gelegene Arbeitsstätte gehabt, ein Stückchen des Geistes von Malente begleite ihn durch seine eigene Biografie, erklärte Albig. Er lebte in den 90er-Jahren in Lütjenburg und war stellvertretender Leiter der Landesfinanzschule in Malente-Krummsee. „Hier in Malente hat man verstanden was es heißt, Verantwortung zu übernehmen, das Herausarbeiten von Besonderheiten kann überzeugen“, sagte er. Statt an der Kleinheit zu verzweifeln, ließen sich mutig Stärken suchen und aus der peripheren Lage Qualität und etwas Positives machen. „Zukunft beginnt in unseren Köpfen und nicht in unseren Haushalten.“ Michael Koch habe 20 Jahre lang dafür gesorgt, dass Ideen nicht ausgingen und Mut nie Mangelware sei. „Menschen wie Sie führen erfolgreich das Land, es war schön, mit Ihnen zusammenzuarbeiten“, würdigte der Landeschef den Ende August aus dem Amt scheidenden Bürgermeister. Dessen Nachfolgerin Tanja Rönck wünschte Albig Ideen, Kreativität und viel Frustrationsbereitschaft.

Landrat Reinhard Sager ging auf die prägenden Anfänge in den Dörfern zurück, als es dort jeweils ein Wirtshaus, eine Schmiede, eine Schule und viele Kinder vor Ort gab. „Wir müssen die Dörfer lebendig erhalten und für die Zukunft gestalten, dass dort gelebt und gearbeitet werden kann – und den ländlichen Raum nach Kräften unterstützen. Fördergelder dürfen nicht nur in die großen Städte fließen.“ Das unterstrich auch Sieversdorfs Dorfvorsteher Frank Osterkamp. Dies sei ihm eine Herzensangelegenheit. Heute werde auf den Dörfern weitgehend nur noch gelebt. Der Breitbandausbau sei daher sehr wichtig.og

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