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Klaus-Dieter Schulz geht in den Ruhestand

Bürgermeister in Eutin Klaus-Dieter Schulz geht in den Ruhestand

Klaus-Dieter Schulz hat die Bürgermeisterkette an seinen Nachfolger Carsten Behnk weitergereicht. „Ich hab es gern gemacht, es war nicht nur ein Job, sondern inhaltlich auf die Person bezogen, Schulz-orientiert“, blickt der 66-Jährige zurück.

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„Mit 66 Jahren fängt das Leben an“: Das Schild im Hintergrund hat sich Klaus-Dieter Schulz (66) selbst geschenkt. Er freut sich auf den Ruhestand.

Quelle: Orly Röhlk

Eutin. Einen gewissen Trennungsschmerz kann er nicht verhehlen, zu sehr sei er mit seiner Aufgabe verwachsen. In den vergangenen Wochen ist er überall das letzte Mal gewesen, es gab warme Worte, einen Händedruck, ein Gläschen zum Abschied. „Das hat mir die Loslösung in kleinen Schritten erleichtert.“ Was bleibt, sei die Verbundenheit mit den Menschen, mit denen er auf gleicher Welle liegt. Zum Beispiel die gute Seele im Vorzimmer, Kirsten Rosenow (67), mit der er sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet habe. Sie begleitete ihn über all die Jahre.

„Die Wahl damals war ein schöner Moment“, erinnert sich der scheidende Verwaltungschef an den Tag vor mehr als 14 Jahren, als er im ersten Wahlgang vor seinen beiden Mitbewerbern lag und in der Stichwahl siegte. Damals hatte die Eutiner CDU den Sportamtsleiter aus dem Lübecker Rathaus geholt, nachdem der erste Kandidat aus Schwerin abgesprungen war. „Der zweite Anlauf ist oft der erfolgreichere, das ist in meinem Leben häufig so“, sagt Schulz rückblickend.

Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK), aus dem sich die Bewerbung um die Landesgartenschau (LGS) ergab, sei für die Stadt besonders wichtig gewesen. Weiter zurück liegt die Einrichtung des Bürgerbüros im Rathaus bald nach seinem Amtsantritt. Als eine der ersten Städte führte Eutin die Brötchentaste am Parkautomaten ein. Es folgten das Interkommunale Gewerbegebiet, der Bau von West- und Kerntangente, der Verbleib des Aufklärungsbataillons 6 Holstein am Standort („das war ein toller Moment, als ich davon erfuhr“). Mit der Wirtschaftsvereinigung (WVE) wurde der Weihnachtsmarkt zur Lichterstadt Eutin, der Bauhof wurde zum Eigenbetrieb umgewandelt, die Region rückte im Naturparkverein Holsteinische Schweiz und im Zweckverband Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz (TZHS) enger zusammen. Schönstes Erlebnis war für ihn die 750-Jahr-Feier der Stadt Eutin. Doch es gab auch weniger schöne Momente. „Peinlich war die Sache mit den 32000 Euro für Radiergummis und auch der Bild-Titel 'Verlierer des Tages' wegen der Nachwuchswerbung für die Bundeswehr.“ Die Insolvenz der alten Eutiner Festspiele habe ihm persönlich wehgetan, auch das Feuer, dem das Voß-Haus zum Opfer fiel sowie der Brand des Kirchturms waren prägende Ereignisse. „Es ist unglaublich viel passiert in den 14 Jahren.“ Als wichtige Themen der Zukunft nennt Schulz die Überarbeitung des ISEK und die Diskussion um einen Hotelbau an der Stadtbucht am Standort Haus des Gastes.

Pragmatisch nimmt er die teils scharf geführten Dispute in den Gremien in der Vergangenheit. Ihm sei es stets um die Sache gegangen, darum, vernünftige Kompromisse zu finden. „Der laufende Betrieb ist von uns als Verwaltung sicherzustellen, zusammen mit der Selbstverwaltung sind wir stark, man selbst kann ja auch mal falsch liegen.“ Schulz befürwortet fachlich geprägte Lösungen und eine gesunde Streitkultur, „aber man muss dem anderen zuhören. Dinge gemeinsam anzupacken war immer mein Ziel.“

Er werde in Eutin wohnen bleiben, sagt Schulz. „Es ist meine Stadt geworden, ich habe sie lieben gelernt.“ Er freut sich darauf, mehr Zeit für seine Enkelkinder zu haben, zur Besinnung zu kommen, sich selbst wieder zu spüren und ein halbes Jahr lang gar nichts zu tun. Danach will er sich sportlich und handwerklich betätigen. „Wer nur im Sinne Dritter unterwegs ist, verliert sich manches Mal. Ich bin froh, dass ich aufhören kann.“

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