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Vier Visionäre für Malente

Bürgermeisterwahl Vier Visionäre für Malente

Wie sieht Malente in 20 Jahren aus? Vier Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 29. Mai stellten am Dienstagabend ihre Visionen vor.

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Die Kandidaten nach der Vorstellungsrunde im Neukirchener Hof: (von links) Christian Witt, Hans-Werner Salomon, Tanja Rönck und Jörg Meyer.

Quelle: Ralph Böttcher

Malente. Wie sieht Malente in 20 Jahren aus? Schuldenfrei und die Bevölkerung wächst, sagt Hans-Werner Salomon. Eine neue Ortsmitte malt sich Tanja Rönck aus. Die Dörfer der Gemeinde sind in die Infrastruktur einbezogen, glaubt Jörg Meyer. Und Christian Witt ist sicher, dass „unsere Kinder Arbeit finden“. Die vier Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 29. Mai stellten am Dienstagabend ihre Visionen vor.

Der Saal im Neukirchener Hof ist zum Bersten voll. Unter der Holzdecke mit den dekorativen Wagenrädern knistert die Spannung. In knapp zwei Stunden spielen die Bayern gegen Atletico Madrid – vorher will man den Bewerbern auf den Zahn fühlen.

Hans-Werner Salomon fängt an. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Gemeindeparlament ist der Älteste auf dem Podium. In der Malenter Kommunalpolitik kennt er sich bestens aus. „Ein Bürgermeister braucht die Unterstützung von Fraktion und Verwaltung“, sagt er. Warum er mit 60 Jahren noch mal Bürgermeister werden wolle, fragt Moderator Bernd Schröder. „60 ist heute kein Alter. Ich bin fit und habe Erfahrung“, sagt Salomon und spricht von „Altersdiskriminierung“.

Christian Witt, 45, parteilos, hat 115 Unterschriften gesammelt, um kandidieren zu dürfen. Dabei habe er viele Themen gehört, sagt der Fachlehrer für das Hundewesen bei der Polizei. Sein Lieblingsthema ist die Wiederherstellung des legendären Immenhofs. „Das müssen wir zu Ende bringen.“ Und persönlich? Als Bürgermeister sei man „wie ein Busfahrer mit der Gemeinde hinten drin“.

Jörg Meyer kommt vom Finanzamt Eckernförde. Der 55-Jährige war SPD-Vorsitzender und Ratsherr in der Ostseestadt. Die Frage, ob er sich wegen der Auflösung seines Amts bewirbt, verneint er. „Malente ist die Perle der Holsteinischen Schweiz.“ Dem Hotel Intermar empfiehlt er „eine Erlebnisgastronomie“ wie auf dem Stena-Terminal in Kiel. Auch eine Bonbon-Kocherei und eine Destille wie in Eckernförde könne er sich hier vorstellen. „Und die Bahnhofstraße muss erneuert und belebt werden.“

Auch Tanja Rönck (46) weiß, was Verwaltung bedeutet. Sie war Beamtin in Plön, zurzeit in Oldenburg. Jetzt möchte sie Malente aufmöbeln, nach dem Vorbild moderner Ostseebäder wie Scharbeutz und Heiligenhafen. „Wir brauchen Visionen“, fordert sie und spricht von „Hotspots in der Bahnhofstraße“. Die Region und das Thema Gesundheit müssten gemeinsam mit Plön und Eutin vermarktet werden.

Die Vermarktung des touristischen Potenzials ist in Malente schon lange ein heißes Eisen. Wann der politisch umstrittene Vertrag mit Glücksburg Consulting (GLC) ausläuft, sagt niemand so genau, die Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz (TZHS) ist nach einer Pause wieder mit im Boot. „Wir haben also einen regionalen Vermarkter“, betont der CDU-Kandidat Salomon. Im Übrigen würden solche Entscheidungen die Gemeindevertreter treffen, nicht der Bürgermeister.

Doch das Misstrauen der Bürger ist spürbar – nicht nur in dieser Angelegenheit. Warum es nicht wie in anderen Orten gelinge, Fördergelder abzuschöpfen, fragt ein Zuhörer. Weil Malente nicht die entsprechenden Kriterien erfülle, erwidert Salomon, der auch schon mal die Idee äußerte, die Bahntrasse zu kaufen. „Wie können die Dörfer stärker einbezogen werden?“, fragt Dorfvorsteher Gerd Fritzke. „Ihr müsst mehr kommunizieren“, meint Salomon, und Christian Witt bekommt Applaus für seinen Vorschlag, ein gemeinsames Sommerfest zu veranstalten, „von den Dörfern inspiriert“.

Ein Raunen geht durch den Saal, als ein Jugendlicher fragt: „Warum muss in Malente immer um 23 Uhr Ruhe sein?“ Witt und Meyer („In Eckernförde ist sogar schon um 22 Uhr Schluss“) plädieren für Jugendbeiräte als Mitentscheider. Salomon bevorzugt „einen Ansprechpartner im Rathaus“. Für Tanja Rönck ist das alles nicht zeitgemäß. „Wir müssen die Jugend direkt fragen: Was wollt ihr? Und dann umsetzen!“

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Ein Artikel von
Ralph Böttcher
Ressortleiter Ostholsteiner Zeitung

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