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Dem Reiz von Malente auf der Spur

Bundesmodellvorhaben Dem Reiz von Malente auf der Spur

Was hat Malente, das andere nicht haben, und wie sollte es sein, damit Menschen aller Generationen in Zukunft gern hier leben? Diese Fragen diskutierten 25 Vertreter von Vereinen, Verbänden und Institutionen zum Auftakt des Bundesmodellvorhabens „Potenziale von Kleinstädten“.

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Wie soll sich Malente in Zukunft entwickeln? Diese Fragen, verbunden mit persönlichen Wünschen, diskutierten (von links) Dietmar Bethge (BUND-Ortsgruppe), Julia Freese (Freunde des Kurparks), Egbert-Rüdiger Lamb (Heimat- und Verschönerungsverein), Gerd Schöning (Lenter Gill), Ole Marxen (Gut Immenhof) und weitere Malenter.

Quelle: Orly Röhlk

Malente. In sechs nicht öffentlichen Szenario-Werkstätten und einem Bar-Camp für Jugendliche sollen Malentes Talente und Stärken herausgearbeitet und Entwicklungsmöglichkeiten skizziert werden.

 Malente war 2015 mit sieben anderen Kleinstädten bundesweit für das Forschungsprojekt ausgewählt worden. Begleitet von einem Forschungsteam aus Hochschullehrer Peter Dehne (Neubrandenburg), Christiane Detlefsen und Stephan Kathke (Projektagentur Ernst Basler + Partner) sowie Koordinatorin Birgit Boller (Gemeinde Malente) entwerfen Politik, Verwaltung und Bürger bis Ende 2017 Zukunftsszenarien.

 Die Werkstätten seien nicht öffentlich, weil es sich in kleinen Gruppen besser arbeiten lässt, sagte Dehne. Die Teilnehmer sollten als Multiplikatoren nach außen wirken. Ziel sei es, Schlüsselmaßnahmen zu definieren. Für die Malenter mache die Verbindung zu Natur und Wasser die Lebensqualität aus, zog Dehne ein erstes Fazit. Bürgermeister Michael Koch gab Ideen von drei Jugendlichen wieder, die für Juli das Bar-Camp planen wollen und angeregt hätten, neben dem Soccerfeld in der Neversfelder Straße eine Grillmöglichkeit zu schaffen. „Wir können die Ideen geben, aber die Malenter müssen sagen, was sie als lebenswert erachten. Es gibt etwas an Malente, das hat einen unglaublichen Reiz. Es geht darum, diesen Reiz deutlich zu machen“, so Koch. Handlungsbedarf sieht er bei der Frage nach der Zukunft als Schul- und Sportstandort. Weitere in Malente seit Jahren diskutierte Themen sind die Verkehrslenkung, die Vermarktung als Gesundheitsstandort, die Wirtschaftsförderung und die bauliche Berücksichtigung demografischer Entwicklung.

 „Malente liegt uns am Herzen, ich hoffe auf ein gemeinsames Ziel und eine Vision, damit die noch vorhandenen, charmanten Werte von Malente erkannt, erhalten und zukunftsfähig weiterentwickelt werden“, formulierte es Julia Freese, Vorsitzende des Vereins Freunde des Kurparks. Auch für Dietmar Bethge von der BUND-Ortsgruppe ist wichtig, dass die Malenter eine Gemeinschaft entwickeln.

 „Die Politik muss mitziehen“, erklärte Egbert-Rüdiger Lamb vom Heimat- und Verschönerungsverein. Ziel müsse sein, junge Menschen zu halten und Malente so zu gestalten, dass es sich lohnt, hier zu wohnen. Ein lebendiges Ortsbild und die Beseitigung von Leerständen steht für Ole Marxen (Gut Immenhof) mit Blick auf die Einkaufsmeile Bahnhofstraße im Vordergrund. Wie Gebäude aussehen sollten, ließe sich in die Bauleitplanung aufnehmen.

 Gerd Schöning, Vorsitzender der Lenter Gill, möchte die plattdeutsche Muttersprache mehr pflegen und Jugendlichen nahebringen. Alle hoffen, dass man nicht bei einem Konzept stehenbleiben möge, sondern in eine Umsetzung der Ideen kommt. Die Teilnehmer der Szenario-Werkstatt tagen Ende Juni erneut.

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