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Wincent Weiss setzt auf Bewährtes

Debüt-Album Wincent Weiss setzt auf Bewährtes

Der Radio-Hit „Musik sein“ gehört zu den erfolgreichsten deutschen Songs der vergangenen Monate. Jetzt veröffentlicht der in Eutin geborene Sänger Wincent Weiss sein erstes Album - und setzt dabei auf Bewährtes.

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Wincent Weiss Album "Irgendwas Gegen Die Stille" erscheint am 14. April 2017 über das Label Vertigo (Universal Music).

Quelle: Arno Burgi/dpa

Berlin/Eutin. Castingshow und Charterfolge, das passt in Deutschland dauerhaft anscheinend nicht zusammen. Die Gewinner einer solchen TV-Show sind meist schnell wieder weg vom Fenster. Aber durchhalten lohnt sich. Dass der Durchbruch auch Jahre später noch klappen kann, hat zuletzt Ex-„Voice“-Finalist Max Giesinger („80 Millionen“) gezeigt. Wincent Weiss hat einen ähnlichen Weg eingeschlagen und veröffentlicht an diesem Freitag sein Debüt-Album „Irgendwas gegen die Stille“.

Der Sänger aus Eutin in Schleswig-Holstein bereitete sich gerade aufs Abitur vor, als er 2009 „aus Spaß“ bei „Deutschland sucht den Superstar“ mitmachte. Beim sogenannten „Recall“ in der Karibik war zwar Schluss, für Weiss war danach aber klar, dass er auch ohne Hilfe des Fernsehens Musiker werden wollte. In München jobbte er nach seinem Abi als Model und im Restaurant, schrieb nebenbei Songtexte, knüpfte Kontakte.

Wincent Weiss gelang Ohrwurm mit "Musik sein"

2015 wurden die Plattenfirmen auf ihn aufmerksam, als er für das Produzenten-Duo Gestört aber Geil den Song „Unter meiner Haut“ einsang. Der Dance-Hit stand wochenlang in den Top Ten der deutschen Single-Charts und erreichte Platin-Status. Weiss unterschrieb einen Vertrag bei Universal und veröffentlichte 2016 mit „Musik sein“ einen Radio-Ohrwurm.

Jetzt versuchen Weiss und sein Team, auch das Album, das aus 13 Pop-Songs besteht, in den Charts zu platzieren. „Das Album entscheidet darüber, wie es jetzt weitergeht. Es ist mein Baby, an dem ich lange gearbeitet habe“, sagte der 24-jährige Musiker.

„Irgendwas gegen die Stille“ sollte ursprünglich schon im vergangenen Sommer erscheinen. Aber die Plattenfirma wollte zunächst die zweite Single „Feuerwerk“ abwarten. „Wir waren uns bei einigen Songs auch nicht ganz sicher und haben die überarbeitet. Und auf ein paar Monate kam es dann auch nicht mehr an.“

Das Leben genießen, die Liebe besingen, Ex-Partner betrauern: Das bewährt- und von TV-Satiriker Jan Böhmermann zuletzt scharf kritisierte - Erfolgsrezept deutscher Popsänger nutzt auch Weiss in seinen Songs. Das dürfte bei den Musikfans und Radiosendern zünden, ähnlich wie bei Giesinger oder Tim Bendzko, mit denen Weiss beim diesjährigen Echo aufgetreten ist. Warum also etwas ändern?

Eingängige Melodien sind Wincent Weiss wichtig

Der Songwriter aus dem beschaulichen Eutin setzt bei seinem Debüt auf eingängige Melodien („Frische Luft“) und zeigt auf Balladen wie „Wenn mir die Worte fehlen“ seine Stimmkraft. Ein ganz besonderes Lied für ihn sei „Nur ein Herzschlag entfernt“, das er für seine 13-jährige Schwester geschrieben habe.

„Es geht darum, dass ich räumlich nicht so oft bei ihr war, sondern sie im Herzen dabei hatte. Ich habe sie nie richtig aufwachsen sehen, weil ich immer unterwegs war, und sehe sie nur einmal oder zweimal im Jahr“, erzählt Weiss. „In dem Alter sind die Sprünge so groß, dass sie quasi jedes Mal eine neue Person für mich ist.“

Mittlerweile wohnt der Ex-„DSDS“-Kandidat zwar in Berlin und damit etwas näher bei seiner Schwester. Viel Zeit dürfte er aber nicht haben. Nach dem Ende seiner ersten eigenen Tour Anfang April trommelt Weiss momentan die Werbetrommel für sein Album.

Wincent Weiss lacht über Facebook-Kommentare seines Opas

Sänger Wincent Weiss bekommt über seine sozialen Netzwerke nicht nur massenhaft Nachrichten von Fans, sondern auch von seiner Familie. „Mein Opa ist bei Facebook und kommentiert fleißig. Das ist immer lustig, weil er ganz gehoben und förmlich schreibt. Ich verstehe das kaum, aber das ist supersüß“, sagte Weiss. „Er ist natürlich ganz stolz, wenn er mal was kommentiert oder liked bei Facebook.“

Von dpa

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Ein Artikel von
Tanja Köhler
Ressortleiterin Digitale Angebote

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