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„Der Freischütz“ wird erlebbar

Landesgartenschau Eutin 2016 „Der Freischütz“ wird erlebbar

Ein schnöder Spatenstich wäre den Ambitionen der Landesgartenschau (LGS) 2016 in Eutin nicht gerecht geworden. Stattdessen steckten am Montag Tief- und Gartenbauer symbolisch Entwässerungsrinnen ineinander. Es war der Baubeginn für die ACO-Kulturgärten. In einer Blackbox wird die Oper „Der Freischütz“ erlebbar.

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In einer Blackbox können Besucher Melodien und Amplitude der Ouvertüre der Oper „Der Freischütz“ erleben.

Quelle: LGS

Eutin. Gestaltet werden die Kulturgärten von Studenten der Landespflege, Garten- und Landschaftsarchitektur. Beispielhaft wurde der Garten „Komposition“ vorgeführt: Hier sollen Besucher in einer Blackbox die Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber visuell und auditiv erleben. Und dazu wird man 420 Kunststoffrinnen in den Boden einbringen. Sie sollen die Amplitude der Oper abbilden.

 „Ja, man braucht schon Fantasie dafür“, sagt Eutins Bürgervorsteher Dieter Holst in seiner Ansprache auf dem vom Regen aufgeweichten LGS-Gelände, wo einige Dutzend Holzpfähle den Grundriss des „Spatenstichgartens“ markieren. Heino Messerschmidt von der Geschäftsführung des Sponsors ACO Tiefbau Vertrieb GmbH aus Büdelsdorf hat nicht nur die Entwässerungsrinnen mitgebracht. Er zeigt auch die runden Straßenabläufe, Siele aus Kunststoff, die als Sitzhocker im Kulturgarten „Eutiner Tafel“ zweckentfremdet werden sollen.

 Man habe unbedingt den „Bezug zur Eutiner Kultur“ gewollt, erklärt LGS-Geschäftsführer Bernd Rubelt. „Und aus der Idee ist etwas ziemlich Verrücktes geworden.“ Die Idee mit dem „Freischütz“ hatten die Hannoveraner Studenten Thomas Reimann und Stephan Rost. Nach ihren Vorstellungen erfährt der Besucher die unterschiedlichen Stimmungen der achtminütigen Ouvertüre „in vier Sequenzen“: Zunächst herrscht Dunkelheit, sodann fällt Licht durch Acrylglasscheiben, es folgt ein Übergang, der mithilfe der Bepflanzung zwischen Eintönigkeit und Farbtupfern verläuft – immer in Beziehung zur Melodie – und schließlich greifen Sonnenblumen die fröhliche Stimmung der Musik auf.

 Soweit Fantasie und Theorie. Demgegenüber steht die schnörkellose Arbeit der Gartenbaubranche auf dem LGS-Terrain. Heino Messerschmidt weist darauf hin, dass seine Firma „traditionell“ der Landschaftsarchitektur sowie dem Garten- und Landschaftsbau „stark verbunden“ sei. Bernd Jorkisch vom Co-Sponsor JODA aus Bremen, der die tragenden Elemente der Blackbox beisteuert, verspricht „Lust auf Kultur und Natur“.

 Noch ein Beispiel für Eutiner Kultur auf der Landesgartenschau: Einer der insgesamt sechs „Kulturgärten“ auf der LGS heißt „Tatort“. Jörg Boris Freyer und Ann-Christin Arians aus Hannover sehen in ihrem Entwurf „eine Hommage“ an den Eutiner Schauspieler Axel Prahl alias Hauptkommissar Frank Thiel. Hier wird der Besucher selbst zum Ermittler: „Wurde der Baum umgebracht? Für einen Parkplatz? War es ein Unfall? Oder ist das wahre Verbrechen die Gestaltung des Gartens?“, fragen die „Täter“ voller Selbstironie. Dafür bekamen sie von der Jury des Wettbewerbs Kulturgärten einen Sonderpreis.

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Ein Artikel von
Ralph Böttcher
Ressortleiter Ostholsteiner Zeitung

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