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Erster Akt der Kandidatenschau

Bürgermeisterwahl Eutin Erster Akt der Kandidatenschau

Anschub für den Tourismus, kulturelle Vielfalt und Visionen für die Zeit nach der Landesgartenschau 2016 – Regina Poersch und Carsten Behnk, beide Diplom-Verwaltungswirte, hatten ihre Themen, mit denen sie in der ersten öffentlichen Vorstellung zur Bürgermeisterwahl am 28. Februar in Eutin punkten wollten.

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Kritische Fragen in der Aula: Schulleiterin Christine Ludwig wies auf den „dringenden Sanierungsbedarf“ in den Eutiner Schulen hin.

Quelle: Dirk Schneider

Eutin. Aus dem Kreis der rund 150 Zuhörer in der Gustav-Peters-Schule kamen am Donnerstagabend andere Fragen: Wie wollen Sie Schulden abbauen? Was werden Sie für Senioren tun? Was wird aus dem Haus des Gastes?

 „Ich bin aufgeregt, weil ich Bürgermeisterin werden möchte“, bekennt Regina Poersch am Ende ihrer Kurzvorstellung. Dabei hat die 46-jährige SPD-Landtagsabgeordnete sozusagen ein Heimspiel – sie wohnt in Rufweite des Veranstaltungsortes. Die geborene Lübeckerin sitzt seit 2005 für die SPD im Kieler Landtag, zuvor war sie im Bauamt der Gemeinde Malente tätig. Ihr erstes Ziel als Bürgermeisterin wäre es, den Tourismus zu stärken: „Mehr Betten, mindestens ein Hotel und die Jugendherberge.“ Daneben müsse die „kulturelle Vielfalt“ Eutins erhalten bleiben, neben den Festspielen auch Blues-Festival und Biker-Treffen. Die Stadt müsse „ein Zuhause für die Soldaten und die Polizei sein“, aber auch Flüchtlingen Wohnraum bieten.

 Ihr Konkurrent um die Nachfolge von Klaus-Dieter Schulz, der das Amt des Verwaltungschefs der 17000-Einwohner-Stadt abgibt, wirkt an diesem Abend gelassen. CDU-Kandidat Carsten Behnk (48) aus Groß Meinsdorf, seit 30 Jahren in der Verwaltung tätig und zurzeit Geschäftsführer der Kulturstiftungen des Kreises Ostholstein, gibt sich sportlich: Feuerwehr und Tanzen seien seine liebsten Freizeitbeschäftigungen. Seine Schlagworte: Visionen für Eutin 2030 entwickeln, den „gewaltigen Schub“ der Landesgartenschau nutzen, die soziale Gemeinschaft stärken, das Breitbandnetz ausbauen („die sinnvollste Investition überhaupt für Bürger, Betriebe und Tourismus“), die Innenstadt barrierefrei machen, den Tourismus ankurbeln (Wassersport, Radwege).

 Bei ihren Antworten auf Fragen aus dem Publikum legen sich beide Kandidaten nicht fest. Schulden abbauen? Man müsse „den Haushalt umkrempeln, das Instrumentarium anwenden“, sagt Behnk. „Die Stadt bekommt ja auch etwas dafür“, so Poersch. Investitionen hätten stets das Ziel, „dass Private nachziehen“. Pauschale Kritik am Land weist sie als „wohlfeil“ zurück: Von den 20 Millionen, die derzeit in Eutin verbaut würden, seien zwei Drittel Fördermittel.

 Ein Rentner fragt, warum beide in ihren Vorstellungen nicht auf die Senioren eingegangen seien. Speziell der öffentliche Personennahverkehr in die Umgebung Eutins sei zu beanstanden. Behnk stimmt dem zu: Die Verbindungen im Kreis Ostholstein seien bekanntermaßen „schwierig“.

 Auch Poersch meint, Verbesserungen seien nur mit dem Kreis zu schaffen. Auf den Eutiner Stadtbus aber lassen beide nichts kommen. Ein Parkhaus am Stadtgraben? Kommt für beide nicht infrage. Behnk sieht zusätzlichen Parkraum „eher in der Fläche“, Poersch wünscht sich „ein Parkleitsystem, das seinen Namen verdient“.

 Auch die Frage, ob das Haus des Gastes, seit Jahren ein Streitpunkt in der Eutiner Stadtpolitik, eine Zukunft habe, bleibt an diesem Abend unbeantwortet. Carsten Behnk möchte dort „eine Fläche für alle Eutiner entwickeln“, Regina Poersch kann sich „ein Hotel unter Einbeziehung des Haus des Gastes vorstellen“.

 „Kein Patentrezept“ (Poersch) haben die Kandidaten auch für die Erhaltung der Eutiner Schulen, für die sich Schulleiterin Christine Ludwig einsetzt. Auch sie sei „nicht zufrieden mit dem Sanierungsstau und den Wegen zwischen den Schulen“, sagt die Landtagsabgeordnete Poersch. „Wunschzettel“ würde sie gern entgegennehmen. Behnk spricht von einem Stufenplan zur Bauunterhaltung. „Aber es geht nicht alles in einem Jahr.“

 Am Ende meldet sich noch eine junge Eutinerin zu Wort. „Was tut die Stadt für junge Leute?“, fragt Ina Kaiser (21). Regina Poersch verspricht, die Geschäftsleute zur Belebung der Innenstadt aufzufordern. „Wir können aber keine Kneipenkultur verordnen.“ Carsten Behnk schwebt eine Wiederbelebung der Schlossterrassen nach der Landesgartenschau vor. Er denkt dabei – natürlich – auch an „Tanzveranstaltungen“.

 Zwei weitere öffentliche Vorstellungen der Kandidaten folgen am Mittwoch, 3. Februar, 19 Uhr, in der Kreisverwaltung, Lübecker Straße 41, Ostholstein-Saal, und am Dienstag, 9. Februar, 19 Uhr, im Gasthaus Wittenburg in Eutin-Fissau.

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Ein Artikel von
Ralph Böttcher
Ressortleiter Ostholsteiner Zeitung

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