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Frühjahrsputz auf der Möweninsel

Eutin Frühjahrsputz auf der Möweninsel

Möwen und andere Wasservögel bevorzugen möglichst rundum freie Sicht. Jedes Jahr im Frühjahr setzen deshalb Mitglieder der Vogelschutzgruppe Eutin/Bad Malente vom Ufer des Sibbersdorfer Sees mit einem Boot auf die Möweninsel über, um die Vorjahresvegetation zu entfernen.

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Vor 20 Jahren wuchs hier nur Gras, inzwischen breitet sich vor allem das lästige Brombeer-Gestrüpp aus: Ausgerüstet mit Harke und Astschere beteiligt sich Harald Girke seit zehn Jahren an den Arbeitseinsätzen auf der Möweninsel.

Quelle: Anne Gothsch

Eutin. Auch am Wochenende beteiligten sich wieder mehr als 20 Mitglieder und Naturfreunde, bewaffnet mit Sensen, Spaten, Forken oder Astscheren, an der Mähaktion. Für die sichere Überfahrt mit einem Motorboot sorgte ein sechsköpfiges THW-Team des Eutiner Ortsverbands. Mit weiteren drei THW-Kollegen hatten sie zuvor mittels eines Gerüstsystems einen Behelfssteg gebaut, um ein gefahrloses Ein- und Aussteigen in das in etwas tieferem Wasser liegende Boot zu gewährleisten. Auf das Boot durfte nur, wer die Schwimmweste richtig angelegt hatte. Auch ein ausgebildeter Sanitäter begleitete die Helfer, falls sich jemand an den Schnittwerkzeugen verletzen oder auf dem unebenen Boden der Insel umknicken sollte.

„Die Gänse stehen hier gewissermaßen schon Schlange und halten Ausschau nach einem guten Brutplatz“, sagt der Vorsitzende Holger Jürgensen, der die Vogelschutzgruppe 1991 gegründet hat, und zeigt auf ein Nilgans-Paar, welches das etwa 5000 Quadratmeter große Eiland umrundet.

„Vor etwa 20 Jahren wuchs hier nur Gras, inzwischen breitet sich vor allem das lästige Brombeer-Gestrüpp aus, dem man nur schwer beikommt“, meint Harald Girke, der sich seit etwa 10 Jahren regelmäßig am Frühjahrsputz auf der Möweninsel beteiligt. Auch die neunjährige Elin und ihre sechsjährige Schwester Alva gehören mit Mama Bente Grimm schon seit einigen Jahren zu den Stammhelfern und freuen sich schon Tage vorher auf das kleine Abenteuer mit Bootsfahrt.

„Unsere Aufgabe ist es, für den Erhalt und die Förderung einer Lachmöwenkolonie zu sorgen, die etwa Anfang April hierher zum Brüten kommen. In den zurückliegenden Jahren haben wir meist rund 200 Sturmmöwen- und etwa 60 Lachmöwenpaare beobachtet. Gänse und Möwen stören einander nicht, sie suchen sich einfach verschiedene Areale aus“, erklärt Holger Jürgensen und ärgert sich noch immer über den oder die Naturfrevler, der oder die im zurückliegenden Jahr rund 20 Nester von Grau-Kanada-und Nilgänsen zerstört und alle Eier gestohlen hat/haben. „Tiere können das nicht gewesen sein, denn es waren keinerlei Reste zu sehen“, berichtet der Vorsitzende, der deshalb auch Anzeige bei der Polizei erstattet hat. „Wir haben sogar eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt“, sagt der Vorsitzende und betont, dass das Geld gezielt für diesen Zweck gespendet wurde.

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