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Alle in einem Zimmer vereint

Eutiner Schloss Alle in einem Zimmer vereint

Das Schloss Eutin möge ein lebendiger Kulturort werden, der neugierig macht auf wiederholte Besuche. Das ist Ziel eines neuen Ausstellungskonzepts zur Umgestaltung der Räume und Vermittlung von Inhalten.

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Stiftungsvorstand Friederike von Cossel (rechts) und Kuratorin Susanne Petersen haben die vorhandenen Gemälde der Protagonisten des Hauses Oldenburg und Holstein-Gottorf im Gottorfzimmer als Dauerausstellung zusammengeholt.

Quelle: Orly Röhlk

Eutin. Für den Stiftungsvorstand Friederike von Cossel und Kuratorin Susanne Petersen ist es ein Großprojekt, mit dem bis 2017 das gesamte Obergeschoss neu gestaltet werden soll. Das beinhaltet auch Räume, die derzeit nicht zugänglich sind. „Bisher gab es kurzfristige Veränderungen, jetzt folgen Kern und Herz der Restrukturierung. Wir möchten das Schloss immer wieder neu erfahrbar machen“, so Friederike von Cossel.

 Im Mittelpunkt des ersten Abschnitts standen die Ausstattung des Gottorfzimmers und des angrenzenden Vitrinenzimmers. Darin befindet sich ein Bildschirm, der laufend Filme zur Historie und Verbindungen der herzoglichen Familie, zum Zeitalter der Aufklärung und zur Architektur von Schloss und Schlossgarten zeigt. Großformatige und indirekt beleuchtete gläserne Tafeln geben Informationen zum historischen Kontext und dienen als Bestandteil eines Leitsystems mit punktueller Akustik, das bereits am Empfang beginnt. Im Gottorfzimmer haben sich statt der bisher dort präsentierten vier Porträts die Gemälde aller Protagonisten der Häuser Oldenburg und Holstein-Gottorf zusammengefunden. Historische Möbel, Vasen, Kronleuchter und ein textiler Stammbaum ergänzen die Einrichtung. An Nachbauten originaler Spieltische haben Besucher Gelegenheit zum historischen Poch-Spiel sowie Mühle und Dame an einem Schachbrett-Tisch.

 Kernstück des Konzepts sind Tablets, die Ausstellungsinhalte virtuell erlebbar machen. Zunächst sind drei davon fest installiert. Ziel sei es, bis zu 50 mobile Tablets anzuschaffen und sie Besuchern als Medienguides an die Hand zu geben. Damit ist ein individuelles Erleben möglich, jeder kann sich die Themen heraussuchen, die ihn interessieren. Audioguides sind in die Medienguides mit Texten, Bildern und Panoramaansichten integriert. „Wir bieten Rundgänge zum höfischen Leben, zu historisch-genealogischen und kunsthistorisch-architektonischen Inhalten an“, erklärte Friederike von Cossel.

 Nach und nach werde das thematische Angebot unter anderem durch Kinderführungen und künstlerische Aspekte ergänzt. Gedacht sei hier unter anderem an die Verbindungen des Goethe-Malers Tischbein zum Schloss. Die Tablets ersetzen nicht die Menschen: Es gibt weiterhin Rundgänge unter Leitung von kostümierten Schlossführern. Filmisch setzt der Lübecker Schauspieler Andreas Hutzel das höfische Leben in Szene und führt die Besucher als Peter Friedrich Ludwig durch die Räume. Eine Frau werde in Filmszenen die Rolle der Herzogin übernehmen oder Katharina die Große spielen.

 Die Umsetzung des ersten Abschnitts kostete 80000 Euro und wurde von der Kulturstiftung des Landes und der Elfriede-Dräger-Gedächtnisstiftung gefördert. Die Summe beinhaltet die Planungen, die 2014 unter Ideengeber und Interimsgeschäftsführer Matthias Bönsel ihren Anfang nahmen, sowie die Ausstattung der beiden ersten Räume. Kulturministerin Anke Spoorendonk eröffnet diese Donnerstagabend ab 18 Uhr unter dem Motto „Einblicke/Ausblicke“. Historiker Bernd Müller, Kenner des Hauses Oldenburg, hat die inhaltliche Gestaltung begleitet und erläutert einige Ausstellungsaspekte. Der Eintritt ist Donnerstagabend frei. Ab Freitag, 14. August, sind die Räume im Rahmen der Schlossrundgänge zugänglich.

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