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„Dann sind wir schnell bei 2027“

Fehmarnbeltquerung „Dann sind wir schnell bei 2027“

Schleppende Baugenehmigung auf deutscher Seite, unsichere EU-Zuschüsse und drohende Klagen: Es hakt massiv beim Jahrhundert-Projekt Fehmarnbeltquerung. Nun haben sich die Dänen von dem Ziel verabschiedet, Fehmarn und Lolland bis 2024 mit einem Tunnel verbunden zu haben.

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So könnte die Zufahrt zum 18 Kilometer langen Absenktunnel aussehen. Ab wann jedoch der Verkehr unter dem Fehmarnbelt rollen kann, ist derzeit noch offen.

Quelle: Femern A/S

Kiel. Im Interview nennt Transportminister Hans-Christian Schmidt 2027 als neuen Termin für die Fertigstellung.

Die deutsche Baugenehmigung für den Fehmarnbelttunnel zieht sich immer weiter hin. Werden Sie da nicht langsam ärgerlich?

 Nein. Deutschland geht bei der Genehmigung einen Weg, Dänemark einen anderen. Ich habe vollen Respekt für die Arbeit der deutschen Behörden. Vielleicht kommt die Baugenehmigung 2017, wenn es Klagen dagegen gibt, kann es auch 2019 werden. Wir warten das ab, und ich stehe in sehr engem Kontakt mit meinem schleswig-holsteinischen Kollegen Reinhard Meyer.

Sehen Sie ein Risiko, dass das ganze Projekt noch scheitert, zum Beispiel, weil die Verzögerung auf deutscher Seite eine Kalkulation unmöglich macht?

 Ganz klar: Nein.

Vor einem Jahr gab es die Nachricht, dass der Tunnel rund eine Milliarde Euro teuer wird als geplant. Nach harten Nachverhandlungen haben die neun Konsortien neue Angebote vorgelegt. Wie teuer wird’s denn nun?

 Das kann ich Ihnen heute nicht sagen. Konkrete Zahlen werden wir in den kommenden Wochen veröffentlichen.

Scandlines klagt vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die Finanzierungsgenehmigung der EU-Kommission. Droht dem Tunnelbau neues Ungemach?

 Nein. Wir haben von der EU-Kommission die ganz klare Aussage, dass das Finanzierungsmodell in Ordnung ist. Ich weiß, dass es Menschen gibt, die dieses Projekt nicht wollen. Das ist auch völlig in Ordnung, so ist das in einer Demokratie.

Zuletzt galt noch 2024 als wahrscheinlicher Fertigstellungstermin. Glauben Sie, dass die Dänen durch den Tunnel zu möglichen Olympischen Spielen in Hamburg und Kiel anreisen können?

 2024 wird schwierig, selbst wenn 2017 die Baugenehmigung vorliegt. Dann müssen wir noch mit Klagen rechnen, so dass vor 2019 wohl nicht mit einem Baustart zu rechnen ist. Wenn man achteinhalb Jahre für die Realisierung des gesamten Vorhabens ansetzt, dann sind wir sehr schnell bei 2027 als Datum für die Fertigstellung. Wo wir am Ende tatsächlich landen, kann derzeit jedoch niemand realistisch abschätzen.

Wie wollen Sie denn die Baukonsortien bei der Stange halten ohne eine Kostenexplosion zu riskieren?

 Das ist in der Tat ein wichtiger Punkt. Derzeit stehen die Unternehmen bis Mai 2016 zu ihren Angeboten. Nun müssen wir herausfInden, wie teuer es wird, wenn wir uns diese Angebote bis 2018 oder bis 2019 sichern wollen. Dazu werden wir im Dezember oder im Januar eine Auskunft erhalten.

Die Verzögerung des Tunnelbaus hat die EU veranlasst, ihren Zuschuss auf knapp 590 Millionen Euro zu kürzen. Auch diese Förderung wackelt. Mit wie viel Geld aus Brüssel rechnen Sie?

 Das können wir gegenwärtig noch nicht sagen. Fakt ist, dass die EU dem Projekt sehr positiv gegenübersteht und das macht uns optimistisch.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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