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Ferienwohnungen teils illegal

Hohwacht Ferienwohnungen teils illegal

In der Ostseegemeinde Hohwacht machen Gäste in mehr als 400 Ferienwohnungen Urlaub. Ein Teil der Unterkünfte dürfte nach der aktuellen Rechtsprechung allerdings illegal sein, weil er in einem Wohngebiet liegt.

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Ein Hinweisschild am Eingang der Siedlung am Kranichring verweist auf Ferienwohnungen, die in dem allgemeinen Wohngebiet liegen.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Hohwacht. Vor diesem Problem stehen alle Ferienorte im Kreis Plön und in Schleswig-Holstein. Die Gemeindevertretung Hohwacht versucht nun, die Realität und den Richterspruch in Einklang zu bringen. Bürgermeister Matthias Potrafky stellte in einer Einwohnerversammlung am Montag die mögliche Lösung vor.

 Es rumorte zuerst in Mecklenburg-Vorpommern. Nachbarn verklagten eine Frau, weil sie eine Wohnung im Dachgeschoss regelmäßig an Urlauber vermietete. Sie fühlten sich durch Lärm gestört. Nach jahrelangem juristischen Geplänkel entschied 2013 das Bundesverfassungsgericht: Diese Ferienwohnung verstößt gegen geltendes Recht, weil sie in einem Wohngebiet liegt.

 Das Urteil schreckte auch die Hohwachter auf, die als erste Gemeinde im Kreis Plön das Problem angehen – zunächst nur für die Siedlung am Kranichring. Laut Potrafky werden in diesem Bereich 16 Häuser mit Ferienwohnungen angeboten. Das geschah größtenteils mit Billigung der Behörden. Das Gewerbe ist zumeist auch ordnungsgemäß angemeldet. Bei dem kleinen Ortsteil handelt es sich aber um ein allgemeines Wohngebiet, wo Ferienwohnungen seit dem Urteil 2013 eigentlich nicht sein dürften. Besonders die Häuser, die ausdrücklich als Wohnhaus gebaut wurden, aber anders genutzt werden, stellen ein Problem dar. Objekte, die auch als Ferienhaus offiziell genehmigt wurden, genießen hingegen Bestandsschutz.

 Die Gemeinde brachte nach Rücksprache mit dem Land eine Veränderung des Bebauungsplanes auf den Weg. Danach soll im nördlichen und südlichen Teil des Kranichrings zukünftig beides möglich sein: dauerhaftes Wohnen und Ferienwohnungen. In etwa sechs Monaten sollen die neuen Spielregeln gelten.

 Dagegen richtet sich allerdings der Protest einiger weniger Anwohner, die um ihre Ruhe fürchten. Sie gehen davon aus, dass durch die neuen Regeln noch mehr Ferienobjekte am Kranichring entstehen und damit mehr Lärm zum Beispiel durch An- und Abreise in dem Gebiet anfällt.

 Das Richterurteil könnte für Hohwacht schwerwiegende Folgen haben. Im Kreis Ostholstein und in Mecklenburg-Vorpommern untersagten die Behörden auf dieser Grundlage in zahlreichen Fällen die Vermietung von Ferienwohnungen. Bürgermeister Potrafky: „Wir müssen alle Angst haben.“

 Das Problem am Kranichring ist noch einfach zu lösen im Vergleich zu den älteren Ortsteilen. Dort kümmerte sich im Laufe der Jahrzehnte kaum jemand darum, ob der Umbau von Räumen zu Ferienwohnungen möglicherweise mit dem Baurecht nicht ganz im Einklang steht. Es störte allerdings auch niemanden in Hohwacht, wo viele von den Einnahmen aus dem Tourismus leben.

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Hans-Jürgen Schekahn
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