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Jedes Gebäude ein Totalschaden

Gut Immenhof Jedes Gebäude ein Totalschaden

Es wird noch dauern, bis die ersten Gäste kommen: Vor 2017 rechnet Ole Marxen (50), Geschäftsführer der Gut Rothensande GmbH & Co. KG, nicht mit der Eröffnung des Ferienhofs Gut Immenhof. Eine erste wichtige Hürde ist jedoch genommen: Einstimmig hat die Malenter Gemeindevertretung die Änderung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan beschlossen.

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Das Herrenhaus soll elf Hotelzimmer beherbergen, außerdem einen Weinkeller, eine Küche, Tagungsräume, eine Lounge und eine Bar.

Quelle: og

Malente. Jetzt laufen die Bauanträge bei Gemeinde und Kreis. „Ich gehe davon aus, dass in drei Monaten die ersten Genehmigungen vorliegen“, ist Marxen zuversichtlich, spätestens im Frühjahr zu beginnen. Eine erste Maßnahme ist bereits erfolgt: Der Stall links der Einfahrt musste mit einer Notsicherung abgestützt werden, damit das marode Mauerwerk nicht auseinanderfällt. Die Zeit arbeitet an den Gebäuden und Marxen, studierter Kommunikationswissenschaftler und Grafik-Designer, will endlich loslegen.

 Seit Wochen wuseln Statiker und andere Baufachleute über das Gelände, untersuchten Fundamente, Gründungen und Bodenbeschaffenheit – mit wenig erfreulichen Ergebnissen. „Im Keller des Herrenhauses steht Wasser, im Torhaus sackt das Fundament weg, und der Stall muss komplett saniert werden einschließlich Gründung, Dach, Toren und Fenstern“, zählt Marxen auf. Im Stall sollen später Ponys stehen. „Jedes Gebäude hat seine eigene Geschichte und ist ein Totalschaden“, fasst der Projektleiter das Großprojekt zusammen, ohne Kosten zu nennen.

 Rechts der Einfahrt plant er einen Neubau mit Gutsverwaltung und Rezeption. Alle anderen Gebäude werden im Charakter einer historischen Gutsanlage saniert. Ältestes Gebäude ist das Verwalterhaus von 1894, das wiederhergestellt wird und dessen Fassade weiß bleibt, weil sie, wie die Fassade des Herrenhauses, immer weiß war. Die Ziegelsteine der übrigen Bauten sind entweder original rot oder gelb und sollen wieder freigelegt werden. Das bedeutet, von ihnen die weiße Tünche abzubeizen, sie zu entfugen und neu zu verfugen.

 Im Melkhus vis-à-vis der Einfahrt wird ein Restaurant mit Terrasse am See und einem barrierefrei über einen Fahrstuhl zugänglichen Veranstaltungsaal eingerichtet. Das Herrenhaus soll elf Hotelzimmer von insgesamt 42 Wohneinheiten beherbergen, außerdem einen Weinkeller, Küche, Tagungsräume, eine Lounge und eine Bar. In den zwei Häusern Beutzkamp oberhalb der Landstraße Richtung Eutin entstehen sechs Ferienwohnungen. Wer auf Gut Immenhof seinen Urlaub verbringen möchte, hat die Möglichkeit, sein eigenes Pferd mitzubringen.

 Das Restaurant mit regionaler, bodenständiger Küche wird öffentlich zugänglich sein. Zur Erschließung des Geländes gehören auch ein Parkplatz mit 173 Plätzen und eine Linksabbiegerspur an der Landstraße. Der Beuthiner Hof an der Westtangente wurde einschließlich 100 Hektar verpachteter landwirtschaftlicher Flächen dazugekauft. Die Gebäude sind vermietet. Zwei Scheunen am Beuthiner Hof sollen ebenfalls saniert werden. Ursprünglich waren auf dem Gut Rothensande insgesamt 75 Wohneinheiten vorgesehen, weil dort, wo jetzt die Reithalle steht, ein Hotel hin sollte. Stattdessen wollte Marxen am Parkplatz die Reithalle bauen. Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) versagte diesem Plan aber die Genehmigung.

 Der Immenhof wurde in den 50er-Jahren durch die gleichnamige Filmtrilogie berühmt, die auf Gut Rothensande gedreht wurde. Mythos und Ponyhofromantik blieben lebendig. Der in der Schweiz lebende Geschäftsmann Carl-Joachim Deilmann erwarb das 120 Hektar große Areal im Sommer 2012.

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