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Purer Nervenkitzel im Hansa Park

Sierksdorf Purer Nervenkitzel im Hansa Park

76 Meter senkrecht nach oben, um dann rückwärts zu fallen: In den Achterbahnen vom Hansa-Park in Sierksdorf brauchen Besucher starke Nerven - genauso wie Chef Andreas Leicht. Wir haben ihn hinter den Kulissen begleitet.

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 Der Hansa Park in Sierksdorf hat seit diesem Jahr eine Attraktion mehr: die Achterbahn Kärnan.

Quelle: Michael Kaniecki

Sierksdorf. Hansa-Park-Chef Andreas Leicht kommt regelrecht ins Büro gewirbelt, schüttelt Hände, rauscht auf seinen Platz und bringt es gleich auf den Punkt: „Wenn man Spaß produziert, dann muss man auch Spaß haben.“ Und den hat der 52-Jährige. Nicht nur wegen der neuen Achterbahn Kärnan – einer Weltneuheit. Andreas Leicht ist ein umtriebiger Geschäftsführer. Er achtet auf das familiäre Ambiente, will den Park aber auch für die Zukunft rüsten: Regelmäßige Kundenumfragen sollen garantieren, dass der Park möglichst nach dem Geschmack der Gäste konzipiert ist.

Das Erfolgsgeheimnis des Hansa-Parks liegt laut Leicht in einer entscheidenden Zutat: Die Menschen, die hinter der Marke stehen. 850 Mitarbeiter beschäftigt der Hansa-Park zur Hochsaison, 220 sind fest angestellt. Sie alle tragen rote Westen mit weißen Blusen, dazu gelb-rot-gestreifte Krawatten. Dienstkleidung ist im Hansa-Park Pflicht. Auch Andreas Leicht saust mit der gestreiften Krawatte über die Flure. „An manchen Tagen laufe ich 25 Kilometer durch den Park.“

Schon als 16-Jähriger hat Leicht den Sommer über im Park gearbeitet. „Ich war für die Mini-Autos für Kleinkinder zuständig. Abends war ich immer fix und fertig, das war ein richtiger Knochenjob“, erinnert er sich. Abgeschreckt hat ihn der Ferienjob nicht. Seit einem Vierteljahrhundert ist Leicht mittlerweile der Herr über den Nervenkitzel – und das an sieben Tagen die Woche, vom 1. April bis 1. November.

Foto: Andreas Leicht ist der Chef des Hansa-Parks.

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Ursprünglich stammt Leicht aus Oberstdorf im Allgäu, für den Hansa-Park zog er in den Norden. Unter seiner Führung entwickelte sich das Areal stetig weiter. Eine Ferienhaussiedlung im skandinavischen Stil steht direkt neben dem Parkgelände, wenige Schritte sind es runter an den Strand zur Lübecker Bucht. Über einen separaten Eingang gelangen die Ferienhausbewohner in den Vergnügungspark. Auch das ist ein weiterer Standortvorteil.

Die Besucher – meist Familien – bleiben nicht nur einen Tag. Sie verbringen gleich ihren ganzen Urlaub hier. „Schleswig-Holstein ist nun mal kein Industriestandort – bei uns gibt es eine jahrhundertelang gewachsene Kulturlandschaft und mit Tourismus einen wichtigen Wirtschaftszweig“, sagt Leicht.

Wie der Europapark Rust und das Fantasialand gehört der Hansa-Park zu keiner weltweiten Konzernkette. Sie alle sind in Familienhand. Mit den anderen Betreibern tauscht sich Leicht regelmäßig aus – umgekehrt testen diese natürlich auch den Hansa-Park. Umsatzzahlen will Leicht trotz des hohen Bekanntheitsgrades in Deutschland nicht nennen: „Der Konkurrenzdruck gegen die großen Ketten ist zu stark.“

Süchtig nach Freizeitparks

Jeden Tag Achterbahnen, ein Grund, dass einem daran vielleicht die Lust vergeht? „Ich bin süchtig nach Freizeitparks, ich kann im Urlaub an keinem vorbeigehen“, sagt Andreas Leicht. Ähnlich geht es Henrick Kazanczuk. Als technischer Leiter hat er wahrscheinlich den begehrtesten Job. „Es ist meine Aufgabe, täglich mit den Achterbahnen zu fahren. Auch, um ein Gefühl für die Fahrgeschäfte zu bekommen.“ Seine 62 Jahre sieht man ihm nicht an, Achterbahnfahren hält offensichtlich jung.

„Ich bin eigentlich Elektriker und habe den Job vor 27 Jahren zufällig bekommen“, sagt Kazanczuk. Seitdem macht er alles, was mit Technik zu tun hat. Ein Job mit großer Verantwortung, denn die Sicherheit von 1,3 Millionen Besuchern pro Saison liegt in seinen Händen – oder vielmehr in seinem guten Gehör. Bei seinen Überprüfungsfahrten achtet er auf jedes Ächzen und hört Veränderungen heraus. Dafür muss er seine Fahrgeschäfte in- und auswendig kennen – und zwar alle 35. Seine Lieblingsachterbahn? „Das ist immer die Neueste.“

Also die Kärnan, in der es 76 Meter senkrecht nach oben geht, um dann rückwärts zu fallen. Es folgen mehrere Schrauben in rasantem Tempo. Seit 2009 wurde an der Attraktion getüftelt, Achterbahnkonstrukteur Werner Stengel kümmerte sich um die Ausarbeitung. Statiker, Hoch- und Tiefbau und alle Mitarbeiter hielten sechs Jahre dicht, um den besonderen Clou, den Rückwärtsfreifall, nicht zu verraten. Das sorgt für kollektives Kribbeln und Kreischen, Schreien und Jauchzen. „Das sind alles Freudenschreie, das ist doch einen schöne Geräuschkulisse für die Arbeit“, sagt Leicht.

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