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Kinder an Hunde heranführen

Eutin Kinder an Hunde heranführen

Hunde sind die treuesten und besten Freunde des Menschen, wenn sie richtig behandelt werden. „Behandle einen Hund so, wie du selbst behandelt werden möchtest“ – so lautet die erste von zwölf goldenen Regeln, die der Eutiner Tierschutzverein und der Polizeigebrauchshundverein (PGHV) 25 Kindern und Jugendlichen in einem neunwöchigen Kursus vermitteln. Sie trainieren regelmäßig auf dem PGHV-Platz im Eutiner Seescharwald den Umgang mit den Vierbeinern.

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Die zehnjährige Clara Gröne-Neumann aus Eutin-Fissau (rechts) lockt ihren Königspudel Anton (6 Monate), damit er über die Hürde springt. Viele Anläufe sind nötig. Lehrgangsleiterin Ursula Hopp hilft dabei.

Quelle: Orly Röhlk

Eutin. Dabei ist es egal, ob die Sechs- bis 15-Jährigen einen eigenen Hund haben und mitbringen, denn Leihhunde stehen zur Verfügung, erläutert Ursula Hopp, 20 Jahre lang Ausbildungswartin im PGHV. Sie gibt seit elf Jahren Kinderkurse, ist seit 40 Jahren Hundesportlerin „mit Leib und Seele“ und siegte mit ihren Schäferhunden zwei Mal auf Bundesebene und sieben Mal bei Landeswettbewerben. Hopp findet es faszinierend, dass Kinder, weil sie so unbedarft seien, das hinkriegen, was viele Erwachsene nicht schafften: „Der Hund sucht sich sein Herrchen aus und wird gern geführt, daher gehorcht er oft bei Erwachsenen nicht so gut, weil diese oftmals nur glänzen wollen.“ Hundeerziehung fängt nach ihren Worten in der achten Woche an. In der Pubertät des Hundes, etwa vom zehnten Monat bis zu eindreiviertel Jahren, werde die Erziehung schwieriger, weil der Hund den Menschen schon durchschaut habe und weiß, wo dessen Schwächen sind. Viele fingen erst mit der Erziehung an, wenn das Tier schwierig wird. Da stehe es dann 50 zu 50, das Tier noch hinzukriegen.

 Elf Helfer stehen Hopp zur Seite und üben in Kleingruppen mit den Teilnehmern die Grundregeln wie Sitz, Platz, bei Fuß sowie das Springen über Hindernisse im Parcours. Acht Mal treffen sie sich, beim neunten Mal steht eine kleine Prüfung an, und es gibt eine Urkunde. Hopp arbeitet gern mit Leckerlis. Spielzeug verwendet sie nicht, da Hunde sich im Spiel leicht vergessen und anfangen, zu springen, zu schnappen oder zu bellen. Auch später sollte Spielzeug nur im Beisein der Eltern gegeben werden, rät die Fachfrau. Mit ruhiger Hand leitet sie die Kinder an und gibt ihnen eine Broschüre mit zwölf goldenen Regeln an die Hand, herausgegeben vom Verband für das Deutsche Hundewesen. Die Regeln werden jedes Mal abgefragt.

 Die meisten Mädchen und Jungen haben eigene Hunde mitgebracht. So wie Buffy, eine fünf Monate alte Havaneser Hündin, die sich sehr zur Freude von Daniel Katgely (10) und seiner Mutter Renate nicht nur als quirliges Energiebündel, sondern auch als gelehrig entpuppt. „Buffy soll nicht nur auf mich hören, sondern auch auf Daniel, und lernen, bei ihm zu bleiben“, wünscht sich die Mutter. Daniel ist begeistert: „Sie hat schon Sitz und Bleib hier! gelernt, und am liebsten mag sie Leckerlis“, erzählt der Junge.

 Auch der zehnjährigen Christina Ohlmann aus Malente, die mit Mutter Daniela und Schwester Frederike (6) auf dem Platz steht, macht das Training viel Spaß. „Christina hat noch keinen Hund, will aber unbedingt einen, und ich habe vor einigen Jahren den Fehler gemacht, ihr zu versprechen, dass sie mit zehn Jahren einen bekommt“, lacht die Mutter. „Jetzt sind wir in der Findungsphase.“ Daniela hofft dabei auch, dass Frederike, die mit Hunden immer ein wenig ängstlich war, ihre Scheu ablegt. Das fällt leicht bei Theo, dem Leihhund, den Christina über den Platz führt, denn der Harzer Fuchs, ein Altdeutscher Hütehund, ist sehr gut erzogen. Der knapp fünf Jahre alte Rüde gehört Anke Bernatzki aus Lütjenburg, die seit zwei Jahren im Verein und schon lange Hundesportlerin ist. Sie kommt bis zu vier Mal die Woche nach Eutin und hat auch Sohn Lukas (16) von klein auf an den Umgang gewöhnt. „Theo ist ein ausgebildeter Hund, sonst würde ich ihn nicht als Leihhund hergeben“, sagt Bernatzki.

 Auch Königspudel Anton (6 Monate) übt unter Anleitung von Hopp und Clara Gröne-Neumann (10) aus Fissau den Sprung über ein kleines Hindernis. „Anton gehorcht manchmal und mag am liebsten Leckerlis“, verkündet Clara. Sie ist nach Angaben von Meike Gröne-Neumann die älteste von vier Kindern. Die Mutter hat die Welpenschule mit Anton besucht und ist seine Bezugsperson, möchte aber auch ihre anderen Kinder an den Umgang mit dem Familienhund heranführen. „Die Kinder sind streng mit dem Hund, aber auch richtige Spielfreunde“, hat sie beobachtet. Inzwischen macht Ursula Hopp die Runde von Gruppe zu Gruppe, zeigt hier einen Trick, ermahnt dort ein Tier, das gerade in seine Leine beißen möchte. Was es nicht darf: „Ein Hund, der in die Leine beißt, beißt auch leicht in einen Arm.“ Und immer wieder geht es darum, mit Geduld die Vierbeiner dazu zu bringen, über eine Hürde zu springen. „Ein Hund muss es 70 bis 90 Mal erklärt kriegen, bevor es klappt.“

 Teilnahmegebühr: 30 Euro. Informatuonen unter Tel. 0162/2370780 oder 04521/73644.

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