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Ideen für den Extra-Kick

Jugendliche in Malente Ideen für den Extra-Kick

Theatergruppe, Kino, eine Bar für unter 18-Jährige, Wasserski: Malentes Jugendliche und junge Erwachsene haben viele Ideen, um die Gemeinde für ihre Altersgruppe attraktiver zu machen.

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Ihnen gefällt, dass Malente nicht so groß ist und alles zu Fuß erreichbar ist: Greta Boller, Christopher Riches und Dominik Freese bilanzierten die Ergebnisse des JugendBarcamps mit Ideen für ihre Gemeinde.

Quelle: Orly Röhlk

Malente. In einem JugendBarcamp „Flashmob#allesaufAnfang?!“ sammelten rund 40 der 15- bis 25-Jährigen in drei Arbeitsgruppen Vorschläge im Rahmen des Zukunftsprozesses „Unser Malente 2030“. Greta Boller (18), Christopher Riches (17) und René Dittrich (20) fahren am Wochenende nach Berlin zu einem Treffen mit Jugendlichen aus sieben weiteren Kleinstädten bundesweit. Dort stellen sie die Ergebnisse vor und zeigen einen Film, den Christopher vom Barcamp gedreht und als Dokumentation nach Berlin geschickt hat. „Eine der Ideen war, eine private, außerschulische Theatergruppe zu gründen und Stücke in der Musikmuschel im Kurpark aufzuführen“, erzählte er. Greta beschrieb einen weiteren Favoriten in Form einer Larp-Gruppe. „Das steht für Live Action Role Playing und lässt sich als einfache Form von Impro-Theater beschreiben, bei dem sich die Teilnehmer verkleiden.“

 Wenn Geld da sei, könnte man ein Kino mit neueren Filmen für ein jüngeres Publikum ins Leben rufen, nannte Christopher, der im Eutiner Kommunalen Kino Binchen für die Technik zuständig ist, den zweithäufigsten Wunsch. An dritter Stelle stand ein dm-Markt. Laut Greta habe man einen Finanzierungsplan aufgestellt. Ähnlich dem Kulturgroschen, den Schulen von Eltern erbitten und für kulturelle Projekte verwenden, ließe sich Geld hereinholen. Bei Live-Veranstaltungen könnten ebenfalls Spenden gesammelt werden: „Konzerte wären cool.“ Nicht zuletzt gebe es die Möglichkeit, mit Youtube Geld zu verdienen, indem man die Aktivitäten dort zeigt und für kommende Veranstaltungen wirbt, regte Christopher an. Vielfach äußerten die jugendlichen Barcamp-Teilnehmer den Wunsch, mit Graffiti das Intermar in einem kreativen Wahlpflichtkursus der Schule an den Auewiesen zu verschönern und den Bahnhof aufzuhübschen. Darin ließe sich nach Gretas Worten ein Jugendtreff einrichten, der ausschließlich von Jugendlichen geleitet wird. „Intermar und Deutsches Haus sind hässliche Gebäude, der Bahnhof ist ranzig, das gefällt uns nicht“, so Greta.

 Weiterer Kritikpunkt waren die mangelnden Freizeitangebote, insbesondere im Winter. „Am Wochenende trifft man Freunde und sitzt dann herum.“ Eine „Battle of the Bands“ für Nachwuchstalente und die Gründung einer Bigband kann sich Christopher vorstellen, der Schlagzeug und Klavier spielt und im TSV-Spielmannszug aktiv ist. Weitere Themen waren die Verschönerung der Badestelle am Kellersee und die Erweiterung der Bauernmärkte um Oldtimer und kinderfreundliche Attraktionen. Den Jugendlichen gefällt, dass Malente nicht so groß ist: „Man kann alles zu Fuß erreichen“, meinte Dominik Freese (20).

 Malente ist eine von acht Kommunen bundesweit, die für das Bundes-Forschungsvorhaben „Potenziale von Kleinstädten in peripheren Lagen“ ausgewählt wurden. In sechs Fachwerkstätten diskutieren Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft die „Malente-Talente“. Bestandteil ist außerdem ein JugendBarcamp. Projektkoordinatorin Birgit Boller ist zuversichtlich, für das eine oder andere Vorhaben Fördermittel des Bundes zu bekommen. „Bis dahin versuchen wir, ein kleines Projekt aus dem Katalog in Gang gebracht zu haben.“

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