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Erweiterung der Fläche beschlossen

Kiesabbau Erweiterung der Fläche beschlossen

„Natur aus zweiter Hand“ wirbt eine Tafel im Findlingsgarten in Kreuzfeld (Gemeinde Malente) für großflächigen Kiesabbau. Die Kreuzfelder hätten lieber Natur aus erster Hand, finden aber beim Planungsausschusses in Malente kein Gehör: Die Politiker stimmten einer Erweiterung der Abbaufläche mit 5:4 Stimmen zu.

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Rund um Kreuzfeld kollidieren die Interessen des Fremdenverkehrs mit denen des Kiesabbaus. In Fortsetzung des Holmer Wegs führt dieser Reit- und Wanderweg direkt an Kiesgruben entlang sowie an einer schon ausgebeuteten Kiesgrube, wo Motocross-Fahrer ihr Revier haben.

Quelle: Peter Thoms

Malente. Die Vertreter von SPD und CDU haben nichts dagegen, dass Johann-Peter Wandhoff auf einer vergleichsweise kleinen Fläche in unmittelbarer Nähe seines Betonwerks Kies abbauen möchte. Laut Wandhoff könne man den etwas weiter entfernt liegenden Wald, für den bereits eine Abbaugenehmigung vorliege, die nächsten acht Jahre unberührt lassen.

 Michael Winkel (Grüne) kritisierte die Pläne des Kiesunternehmers: Es gäbe genügend Gebiete, die bis zum Jahr 2028 ausgebeutet werden dürften. Er werde der Erweiterung um zehn Hektar nur zustimmen, wenn an anderer Stelle zehn Hektar, die schon als Abbaufläche eingeplant sind, verschont würden.

 Wilfred Knop (FDP und Dorfvorsteher von Kreuzfeld) wunderte sich, dass man eine Entscheidung treffen solle, die über das Jahr 2028 hinaus Gültigkeit haben werde. Solle doch die Firma Wandhoff erst das bereits ausgebeutete Areal renaturieren, bevor man sich neue Flächen einverleibe. Auch Martin Grottke (Freie Wähler, FWM) schlug in die gleiche Kerbe: Wandhoff solle erst dort abbauen, wo schon eine Genehmigung vorliege.

 Jürgen Redepenning (SPD) brach eine Lanze für den Kiesabbau: Die unbewaldete Fläche sei einfacher zu erschließen, er könne den Unternehmer verstehen und werde daher zustimmen. Außerdem seien der Gemeinde Malente die Hände gebunden, denn die Entscheidungen rund um den Kiesabbau beruhten auf teils jahrzehntealten Landschafts- und Regionalplänen. Auch Uwe Potz (CDU) plädierte dafür, den Wald noch acht bis zehn Jahre lang in Ruhe zu lassen – „die Idee ist attraktiv!“.

 Gerd Schumacher (FWM) wiederum warnte seine Ausschusskollegen vor dem „Raubbau an der Landschaft“: Malente lebe vom Tourismus und die Bürger verstünden allmählich nicht mehr, dass das Kiesabbaugebiet immer größer werde. Rolf Röhling von der Bürgerinitiative „Gegen weiteren Naturabbau“ erinnerte die SPD-Politiker an ihr Wahlkampfversprechen, keine weiteren Flächen mehr zu genehmigen. Das an die Abbaufläche angrenzende Gebiet sei „keine andere Welt, weil es der Kreis Plön ist“, sondern es seien die Nachbarn aus Nieder- und Oberkleveez (Gemeinde Bösdorf). „Wir werden dagegen Sturm laufen“, stimmte Röhling die Politiker auf weiteren Widerstand ein. An seiner Seite auch Norbert Steinmetz aus Niederkleveez: Er sieht die ganze Gegend „vom Kiesabbau missbraucht“ – auf Wander- und Reitwege werde keine Rücksicht genommen.

 Steinmetz traut den Malenter Politikern ohnehin nur noch bedingt über den Weg, weil sie die an die Kiesgrube angrenzende Motocross-Bahn Anfang kommenden Jahres eigentlich stilllegen wollten. Davon sei nun keine Rede mehr. Ausschussvorsitzender Klaus Schützler (CDU) bestätigte Steinmetz‘ Aussage nur so weit, dass man den Rückbau der Motocrossanlage einmal erwähnt habe – daraus könne man jedoch keine Schließung ableiten.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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