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Jetzt fehlt nur noch der Name

Kleiderkammer Bosau Jetzt fehlt nur noch der Name

Unbürokratische Nachbarschaftshilfe, bürgerliches Engagement, weltoffene Gastfreundschaft – im Amt Großer Plöner See scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Am Wochenende feierten rund 120 Flüchtlinge und Helfer ein gemeinsames Kulturfest im Bosauer Gemeindehaus.

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Aus dem gemeinsamen Singkreis von Flüchtlingen und ihren Helfern entwickelte sich schnell ein spontaner orientalisch angehauchter Rundtanz.

Quelle: Dirk Schneider

Bosau. Zudem wurde die Kleiderkammer in dem ehemaligen Dorfladen (Kähler) eingeweiht, der künftig auch als Internet-Café und multikulturelle Begegnungsstätte genutzt werden soll.

 „Wir suchen noch den richtigen Namen“, rief Bürgermeister Mario Schmidt anlässlich der offiziellen Eröffnung einen Ideenwettbewerb ins Leben. Denn Kleiderkammer klinge irgendwie zu militärisch und würde auch der vielfältigen Funktion der Einrichtung nicht gerecht. Interkommunale Begegnungsstätte mit Bekleidungsausgabe, internationalem Kommunikationsbereich und Teeraum sei als Bezeichnung zu lang und sperrig. Auch über die Öffnungszeiten werde noch nachgedacht. „Aktuell öffnet die Einrichtung für bestimmte Termine sowie auf Nachfrage“, erklärt Schmidt. Zu diesen Terminen zähle beispielsweise auch der ehrenamtliche Deutschunterricht, der in Bosau dreimal pro Woche angeboten würde.

 Im laufenden Betrieb würden Helfer und Asylbewerber zusammenarbeiten. „Die meisten Flüchtlinge wollen sich einbringen und sind dankbar, etwas tun zu können“, so Schmidt. Und so hatten sich viele Flüchtlinge im Rahmen der Nachbarschaftshilfe auch an den Schönheitsreparaturen und den einfachen Umbaumaßnahmen des leer stehenden Geschäfts beteiligt.

 Als Dankeschön für die große Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung hatten die Flüchtlinge gemeinsam mit ihren Patenfamilien ein kleines Kulturfest vorbereitet. Unter dem Motto Musik verbindet über alle Grenzen hinweg habe sich dafür eigens ein gemeinsamer Chor gebildet, freute sich Dorfvorsteherin Pamela Lepeschka. Dieser interpretierte zur Begrüßung der Gäste das Friedenslied Sag mir, wo die Blumen sind…, wobei einzelne Strophen in Deutsch, Englisch, Arabisch und auf Farsi erklangen. Gut eingestimmt von dem Gitarristen Hörbie Schmidt entwickelte sich aus dem gemeinsamen Singkreis ganz spontan ein orientalisch angehauchter Rundtanz.

 Den eigentlichen Höhepunkt bildete jedoch das gemeinsam gestaltete Büfett mit Spezialitäten aus den Herkunftsländern der Flüchtlinge und einer deutschen Kaffeetafel mit heimischen Kuchen sowie vielen Gesprächen zwischen Alt- und Neubürgern.

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