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Betreuung für den Notfall

Kreis Ostholstein Betreuung für den Notfall

Arbeitgeber im Kreis Ostholstein können ihren Mitarbeiter mit kleinen Kindern künftig einen besonderen Service bieten. Im Mai startet die Familie und Beruf Ostholstein gGmbH die Kindernotfallbetreuung. Am Montag unterzeichneten Henning Reimann und Martin Liegmann vom Kinderschutzbund Ostholstein, Susanne Voß von der Lebenshilfe Ostholstein und Werner Kaiser als Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH einen Kooperationsvertrag.

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Wiebke Schiebold (Mitte) von der Familie und Beruf Ostholstein gGmbH präsentierte und überreichte die Notfallrucksäcke an Familienhelferin Martina Rockenbauch (links) und die Fachbereichsleiterin des Kinderschutzbundes Silke Hüttmann.

Quelle: Dirk Schneider

Eutin. Ziel des Projekts: „Das Konzept sieht vor, dass innerhalb von maximal zwei Stunden eine Familienhelferin vor Ort ist und die Betreuung eines Kindes übernimmt“, erläuterte Susanne Voß. Eine spezielle Notrufnummer sei von 6 bis 19 Uhr besetzt. Aktuell könnten 14 Familienhelferinnen und Tagespflegekräfte von den vier regionalen Familienzentren des Kinderschutzbundes im Kreisgebiet ausschwärmen.

 Um die Zeit kurzweilig gestalten zu können, seien die Betreuerinnen mit einem Rucksack voller Spiel- und Malsachen ausgestattet. Denkbare Notfälle seien beispielsweise plötzliche Erkrankungen. „Kranke Kinder gehören nicht in die Kita“, betonte Voß. Auch ein kurzfristiger Ausfall durch Verspätungen nach einer Geschäftsreise, Streik sowie spontan anberaumte Überstunden durch den Arbeitgeber seien denkbare Gründe.

 Eine vergleichbare Dienstleistung werde bereits in anderen Regionen wie im Kreis Stormarn angeboten, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Holstein Martin Lüdiger. „Auf Initiative von Stiftungen der Sparkasse Holstein und der Bürger-Stiftung Ostholstein wurde mit der Gesellschaft Familie und Beruf das Stormarner Konzept weiterentwickelt und auf die strukturellen Gegebenheiten des Landkreises Ostholstein angepasst.“ Charakteristisch für Ostholstein seien die vielen Handwerksbetriebe sowie eine hohe Anzahl an Beschäftigten in der Tourismus- und Gesundheitsbranche, sodass die Notfallbetreuung auch am Wochenende organisiert werde. „Die Kostenstaffel für die Nutzung des Angebotes wurde auf kleine und mittlere Unternehmen angepasst, die Inhaber der Betriebe können das Betreuungsangebot selbst nutzen“, betonte Lüdiger.

 Pro Mitarbeiter koste die etwas andere Versicherungsleistung 85 Euro im Jahr, Unternehmen mit zehn Mitarbeiter zahlen 780 Euro jährlich. Große Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten sind mit maximal 5000 Euro im Jahr dabei. Mit diesen Beiträgen sei die Notfallbetreuung vollständig abgedeckt, egal, ob sie ein-, zwei- oder dreimal in Anspruch genommen würde. „Die Erfahrungen zeigen, dass wir bei 500 versicherten Mitarbeitern mit zehn bis zwölf Notfalleinsätzen pro Jahr rechnen müssen.

 Landrat Reinhard Sager appellierte an alle Unternehmen, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen. „Familienfreundlichkeit spielt bei der Gewinnung von Fachkräften eine immer bedeutendere Rolle. Arbeitgeber können somit ihre Wirtschaftsposition stärken.“

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Dirk Schneider

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